Winter

Wintergedichte! Verse, die der kalten Jahreszeit huldigen.

Where the World is Melting & das zweitausendfünfundvierzigste Gedicht

Eingang zur Ausstellung "Ragnar Axelsson. Where the world is melting." im Kunstfoyer der Versicherungskammer München

Piteraq (am Eismeerbeach)

Auf der Masse im Jenseits acht arktischer Staaten
Lastet achtzig Prozent aller Nacht.
Dort, wo achtsame Spalten auf Wanderer warten,
Zahlt das Unbarmherz bargeldlos Pacht.

Doch auf schmelzenden Schilden voll gleißendem Licht
Braut ein Lab, wenn's durchtränkt wird vom Eise.
Es knarzt die auf Hoffnung beharrende Schicht
Und ein Gletscherkalb geht auf die Reise.

Jeder Eisluftsturz tobt in die Beiläufigkeit,
Entgrimmt sich gewiss bis zur Tagesschauzeit,
Unerbittlich durchfährt uns belebender Frost
Und alles wird sichtbar. Und alles ist lost.

Maximilian I. Zeigefinger & das zweitausendvierte Gedicht

Das Reiterstandbild von Kurfürst Maximilian I. am Wittelsbacherplatz - Ausschnitt mit Theatinerkirche

Zum Ausbleiben der Auffrischungsimpfung (Winterferiensonne)

Sonne, du Geizhals, ist dir nicht bekannt
Wie winters dein schöner Schein streichelt dies Land,
Das finster von Unbill und Frösten gemolken?

Klar, du insistierst: "Das liegt nur an den Wolken,
Die frech vor die Huld meines Strahlspotlights wandern!"
Ja, ja, ne, is klar: Schuld sind immer die andern ...

Wintersonne & das eintausendneunhundertsechsundachtzigste Gedicht

Winterlicher Sonnenuntergang am Tegernsee

Winterliches Ausfälligwerden

Diese Kälte ist wie ein Verbrechen
Und lügt mir eisglatt ins Gesicht.
Der Frost lässt für jeden Spaß blechen
Und überall mangelt's an Licht.

Du salbaderst, solch Prüfung sei alldieweil nötig,
Den Frühling gebührend willkommen zu heißen?!
Noch so'n frommen Spruch, Arsch, und ich töt dich,
Ich kack dir den Mund zu, du Pisser - geh scheißen!

Baden im April & das eintausendsiebenhundertzweiundzwanzigste Gedicht

An der Badestelle Mittersee

Verwintert

Wieder steh / ich am See
Und betrachte, wie der Schnee-
Derwisch ohne Widerstand
Biederweiß bewischt das Land.

Wenn ich wenig See auch seh,
Widersteh ich nie der Seh-
Nsucht nach einem Bad im See.

Immer wieder, wie der Schnee.

Viererspitzenprimus & das eintausendsiebenhundertneunte Gedicht

Wiedenkätzchen vor der Viererspitze des Karwendelgebirges bei Mittenwald

Frühling in den Bergen

In den Bergen greift der Frühling glatt
Dem Winter zwischen die Beine.
Das Grün raunt: "Wie jefällt uns dat?!"
Jede Blüte postet unter #ichoderkeine

In den Bergen gleißen parallel
Das Schneeige und Kleeige -
Zwei Helligkeiten im Duell.
Schafft's heute der Noch- oder Schon-wieder-Fähige?

In den Bergen ist Frühling ein rüder Verdränger.
Der Winter weicht lästernd: "Ich kann dafür länger!"

Wolfsschlucht & das eintausendsechshundertfünfundsechzigste Gedicht

In der Wolfsschlucht / Starzenbach Schlucht zwishen Feldafing undi Possenhofen

Kalte Gedanken

Kann den Winter ja immer noch lieben,
Obschon sein Beginn schmerzhaft schwermütig macht,
Und ganz gleich auch, wie schlimm er's getrieben -
Der Rest der Tonsur schwindet uneitel sacht.

Doch droht mir ein Dasein, da ich wohl gewillt
Bin, immer zu schrei'n, dass der Winter mich killt!
Bisher ist sein Zorn mir erträglich geblieben
Und mir's manchmal möglich, den Winter zu lieben.

Ausweg & das eintausendsechshundertvierundsechzigste Gedicht

Am Starnberger See bei Schloss Possenhofen

Waidmannsleid, seitdemsgeschneit

Wie bei all dem Streugutknirschen
Sich an streun'nde Gnus ranpirschen?

Nachladen 25/01 & das eintausendsechshunderteinundfünfzigste Gedicht

Megaschneefall in München am Abend des 25. Januars 2021 - Tangstraße, Maxvorstadt

Der Wintereinbruch

Doch nach dem Wintereinbruch blieb den
Ersten Frühlingsgefühlen nicht viel Resonanz:
Den knospenwarm Wiederverliebten
Ward der Safe leergeräumt
Und "Na, fertig geträumt?"
Mit kühlem Strich über die Hauswand gesprayt,
Sehr rüde gecancelt dies frühreife Date
Zur Klärung des Wer-ist-hier-dran?s.

Wintersonne & das eintausendsechshunderteinunddreißigste Gedicht

Auf dem verschneiten Moorweg 1 in Benediktbeuern

Laublau

Vom Feeling schon Frühling,
Vom Wind her noch Winter.

Abwegig & das eintausendsechshundertneunundzwanzigste Gedicht

Am Bahnhof von Benediktbeuern

Schneefall

Oftmals hat ja der Schnee eine tückische Glätte
Und kein Stück von 'nem pulvrigen Zuckerbelag!
Nein, nach einem Aufstampf- und Antau-Geplätte,
Beweist sich, dass er auch ganz anders vermag.

Fällste drauf, fällt's dir auf!

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