Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Inselhuhn & das eintausendeinhundertvierundfünfzigste Gedicht

Huhn auf La Digue

Von glücklichen Hühnern

"Tock, tock, tock!", gluckt's aus der Henne,
Die ich gockelglücklich nenne,
Wie sie sich mit Nochschopf regt!

Eh man sie zum Kochtopf legt.

Oachkatzl & das eintausendeinhundertdreiundvierzigste Gedicht

Eichhörnchen auf dem alten Südfriedhof

Crossover-Ripostegedicht zu Leopold Sedar Senghors "Gedicht für meinen weißen Bruder" und Robert Gernhardts "Gesetz den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt".

Angeschwärzt

Gesetzt den Fall, das Schaf ist schwarz -
(wie schnell fällt dann der Satz: "Das'n Fall fürs Gesetz!"?) -,
Und du weißt, weiß strahl'n all deine sichtbaren Parts,
Wenn der Schäfer fragt: "Wer's'n der Sündenbock jetz?"

Dann gibt's keinen Klär- oder Kränkungsbedarf,
Weil ein Blick unsrer Herde die Weißheit beweist:
Verbockt hat's, klar, das schwarze Schaf -
Erst recht, wenn es Obamäh! heißt!

Sagt jetzt nicht: "Schwarz ist farblich doch eh am Ende!
Da kann man sich jedwede Tönung auch schenken!
Nichts, was schwarzes Schaffen mit Chef-Sein verbände -
Da darf man ein Schaf auch mal schärfer für kränken!"

Ein gutes Wollgeknäuel zu tragen,
Liegt auf jedem Fell in der Schafe Natur,
Drum drängt euch nicht zum Kränken-Wagen -
Als stünden wir nicht vor der selben Rasur!

Schmuckkitta & das eintausendvierundneunzigste Gedicht

Schmuckkitta / Blue Magpie Sri Lanka

Im Käfig

Es schmückt grad die Vögel mit raueren Sitten
Ein unschuldig bauschend Gefieder.
Du kennst den Verein noch von früheren Tritten!
Doch du fällst auf ihn rein, immer wieder.

Wollhalsstorch & das eintausendachtzigste Gedicht

Wollhalsstorch

Vie niedlich! (Abschied vom Flugzeug-F)

Vögelchen Vriedrich
Vögelte friedlich
Vrauke, seine Vogelfrau

Ob solch rarer Harmonie
Bei der Paarung, schreibt man sie
Beide nun mit Vogel-V

Yalla & das eintausendneunundsiebzigste Gedicht

Leopard im Yalla Nationalpark

Leopards

Durchs Gestrüpp huscht ein Schatten gefährliches Sein
Als ein mahnendes Ahnen: Du bist nicht allein
Und durch Reißzähne zischeln sich düstre Geschichten

Hier horten sich Handstreiche, dich zu vernichten

Du kannst hier nur zurück und vor
In deinem schmalen Korridor
Und beiderseits entleert sich Wald

Und jederherz schweigt sehr sehr bald

Pfauen & das eintausendsechsundsiebzigste Gedicht

Tanzender Pfau im Yalla Nationalpark

Pfau, nicht Pfui

Du Belanglosigkeit zoologischer Gärten
Wirst nicht mal richtig eingesperrt!
Zwar bist du bepudert mit äußeren Werten
Von Spektakularität aber entleert

Doch dich hier nun als Hähnchenersatz anzuschauen
Nach dem sämtliche Pranken der Raubkatzen hauen
Wo dein purstes Gewöhnlichsein zählbarer ist

Zeigt erst, wie sinnlos schön du bist!

Axishirsch & das eintausendvierundsiebzigste Gedicht

Axis im Yalla Nationalpark

Der Hirsch als Kulturfolger

Ein Axis
In Uggs is'
Ein seltener Anblick!
Hier
Längst mit den Haxen
Der It-Girls verwachsen -
Sind Uggs für den Axis-
Hirsch
Irgendwann auch chic!

Havel & das eintausendachtundfünfzigste Gedicht

Havel bei Potsdam

Ripostegedicht zu Goethes "Zauberlehrling"

Der Laubbaumsperling

Hat im alten Zweiggeäste
Äsend Rehlein nachts gewütet?
Aufgewellt häng'n welk die Reste
Die ein Jahr lang ich behütet!
Siechen gelb und gräulich
Manche sind fast braun
Krümmen sich abscheulich
Grässlich anzuschau'n

Wackle, wackle
An dem Aste
Lös' die Last der
Toten Blätter
Da ich nicht mehr länger fackle
All das Laub zu Boden splätter'!

Seht, schon gehen die danieder
Die dem Grün ihr Kontra boten
Gänzlich frisch strahlt alles wieder
Niemand trauert um die Toten
Und in neuem Leuchten
Glänzt mein heim'lig Baum
Wie in einem feuchten
Sperlingmärchentraum!

Wackle, wackle
An dem Aste
Lös' die Last der
Toten Blätter
Da ich nicht mehr länger fackle
All das Laub zu Boden splätter'!

Kaum, dass ich mein Werk vollbracht hab'
Gilbt es schon am nächsten Zweige ...
Noch halt' ich hier eisern Wacht ab!
Was ich rasch dem Rott'nden zeige
Und mit frischem Mute
Tu ich, wie's erprobt!
Spür den Stolz im Blute
Mein Erfolg mich lobt

Rüttle, rüttle
An den Stellen
Wo die hellen
Blätter kleben!
S'soll am Ast, an dem ich rüttle
Nichts als grüne Blätter geben!

Aber wehe, noch bevor der
Nächste Tatort ist bereinigt
Dringt zu mir die höchste Order
Dass die Krone Welkung peinigt!
Und im Wipfel seh' ich
Gelb und Braun und Rot!
Denk' noch, ich sei fähig
Herr zu werd'n der Not ...

Doch dann birgt der
Ganze Himmel
Farbgewimmel
Sondergleichen!
Schon ist mein Plan ein Verwirkter!
Keine Kraft kann hierfür reichen!

Rasend schnell erbleicht das Grünen!
Mir bleibt, hilflos zuzuschauen ...
Soll wohl für den Hochmut sühnen
Dass ich Herrscher ward dem Grauen?!
Und es schwebt von selber
Nieder Blatt um Blatt!
Alle Welt wird gelber
Alle Welt wird matt

Wie ist jener
Anblick schmerzlich
Da nun leert sich
Ganz die Krone!
Baum, der einst belaubt wie keener
Zeigt sich plötzlich gänzlich ohne!

Ach, hätt' ich doch nie gerüttelt
Nie die Grenze übertreten
Nicht das Laub selbst abgeschüttelt!
Muss jetzt brav zum Meister beten:
Herr, der du verwaltest
Jedes Blatt der Welt
Gut, dass du mich schaltest!
Weil mir nun erhellt:

Sperlingschnäbel
Soll'n sich hüten
Rumzuwüten
Im Geäste!
Spüre nun der Demut Säbel ...
Danke, Meister, bist der Beste!

"Dennoch sollst du bitter büßen
Spatzenhirn, für deine Taten!
Blätter lass ich wieder sprießen
Aber du kannst lang drauf warten:
Bis es wieder grünt, sollst
Du erfroren sein!
Doch nachdem du blutzollst
Schwebt mir vor, dass dein

Reuig Sühnen
Fortan stünde
Für der Sünde
Früherkennen!
Drum soll man das Neu-Ergrünen
Dir zur Ehre Frühling nennen!"

Siegestor & das eintausenddreiundvierzigste Gedicht

Beleuchtetes Siegestor beim Corso Leopold

Ripostegedicht auf "Der Rabe" von Edgar Allen Poe - unter besonderer Berücksichtigung, dass die Hälfte der verwandten Buchstaben dem Wort "R-a-b-e" bzw. "A-b-e-r" entstammen.

Das Aber der Raben

Aber, sprach der Rabe Abel
Zu der Räbin Barbara,
Las grad eben in 'ner Fabel
Unsre Art wär charterbar
Für allerlei Schläue- und Schabernacksparten!?
Offenbar parkt dieser Poe
Unsre Stärken anderswo -
Wie sind wir an den argen Leumund geraten?

Sag an, Babs, was wir verbrachen?
War wer je so scharf auf Aas,
Dass man mitten blut'ger Lachen
Der Kadaver Braten fraß?
Was wählt Poe da Raben zum Mahner vom Schnitter?
Na, ahn's ja: 's war wieder
Das schwarze Gefieder
Klar, mag's Edgar dark, aber, Allen, wie bitter ...

Derart Warn- und Drohgehabe
Sind mir fremde Albernheit -
Trotz' ja in Charakterfarbe
Dem geerbten Federkleid!
Bei Herrn Barbarossa war ich der Entwarner!
Arbeiter im Air-Geschwader!
War gar Part von Odins Kader!
Per Vers degradiert nun zum Gräberumgarner!?

Was hat denn dieser Arsch von Poe
Uns derart anzugehen?!
Gab's an Getiere anderswo
Kein Derberes zu sehen?

Belege herbei für abnormes Betragen!
Braver Gatte, der ich war
Wie der Brabbelblagenschar
Wunderbarer Vater!
Darf nach aller Gram und Marter
Eines Rabenelternpaars
Auch im Namen Barbaras
Derer ich apart erfragen?!

Aber erwarte da besser ma' gar nix, Babs!
Außer Metapherblablakram-Gelaber!

Raben, die an raren Gaben
Mehr als andere erwarben
Bleibt nur auf der Erde Ball
Zu bestehen, überall:
Als poe-sitives Aber

Rofental & das eintausendsiebzehnte Gedicht

Schafe auf dem Weg zur Hochjoch-Hospiz

Zur Rolle von Wolle

Bei einem Kabelsurrbedarfe
Lausch an der Nabelschnur der Schafe
Noch vor der ersten Schur!

Denn nur im Flausch der vollen Wolle
Rauscht Schafhaar wie 'ne Kabelrolle: surrrr ...!

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