Tabak & Alkohol

Genussmittel in der Lyrik: Zigaretten, Alkohol und andere Drogen. Verse übers Saufen, Qualmen und Wegdriften.

Neuaufbau Altpotsdam & das eintausenddreihundertvierzehnte Gedicht

Potsdam neuer Alter Markt

Letzte Runde

In der Stammkneipe werde ich plötzlich gesiezt
Und die Gläser werd'n auch immer kleiner.
Ich hab längst vergessen, wozu du mir rietst,
Bin nun überall nur irgendeiner.

Hätte ich mich dereinst etwas stärker gereckt,
Wäre mehr zu erreichen gewesen?
Im Glauben, mich hätte ein Kellner entdeckt,
Trink ich mich in weitere Thesen ...

Doch zum ersten Mal seh ich, wie hässlich ich bin,
Vom Zersetzungsprozess überrannt.
Vorm Kloeingang twittert die Inhaberin,
Sie sei mit dem Wirt jetzt verwandt.

Nie war mir so fern, dass wir tranken,
Und ich denke, wir hab'n es getan.
Ich verstau meine letzten Gedanken
Und zahl dann mit Großvaters Zahn.

Trinkfestigkeit & das eintausendzweihundertachtzigste Gedicht

Bayerntower auf dem Oktoberfest München 2019

Britta frei'n & Ritter sein (Reprise auf "Ritter sein", Gedicht Nr. 116)

Ach, litte ich am schweren Sein,
So tränke ich zwei Liter Wein
Bloß um im nächsten Schritt zu schrei'n:
"Hier passt auch noch ein dritter rein!"
Würd dann - um wieder fit zu sein -
Kurz in den Pool von Britta spei'n.

Auf meine Bitt' dies zu verzeih'n,
Guckt' Britta leicht verbittert drein.
"Mir muss da was entglitten sein!
So'n Shit ist nicht der Sitte mein!
Hab schließlich stets getwittert, ein
Ganz großer Fan von Britt' zu sein!"

So leicht lässt sich ein It-Girl frei'n:
Geschmeichelt lud mich Brittalein
Zum Ritt in ihre Mitte ein -
Da darf man auch mal Durchschnitt sein!

Heut' braucht es für des Ritters Weih'n:
Den Mut zur dritten Pulle Wein,
'nen Tweet im Zwitscherei-Verein
Und einen Pool um reinzuspei'n.

Nun ruft ein Witzbold mittendrein:
"Ich fänd's für meine Eintritt fein -
Und denk, im Vers mit Brittalein
Passt gut ein Reim mit Titten rein!"

Das möcht' ich mir verbitten, nein.

Rückstände & das eintausendzweihundertneunundvierzigste Gedicht

Das letzte Fass, das wir tranken

Das letzte Fass

Das letzte Fass Bier, das wir leerten,
Steht gedanklich auf meinem Balkon.
Wir war'n nicht die tiefsten Gefährten -
Doch der Durst ward nicht mürbe davon.

Das letzte Fass Bier, das wir leerten
So, als stürbe schon morgen die Chance,
Wenn wir sie uns heute nicht währten
In dem blinden Eck meines Balkons.

Der Durst ist mir seither geblieben.
Als Erinnerung, die wir gestillt.
Als Rat, dieses Dasein zu lieben,

Weil's drinnen schon bald nicht mehr gilt.

An der Ilm & das eintausendeinhundertneunundneunzigste Gedicht

Brücke im Park an der Ilm Weimar

Sacht ja keiner, dass das alles nicht ganz schrecklich schlimm is, aber ...

Besoffenheit, Besoffenheit
Bewahrt dich vor Betroffenheit!

Türmer & das eintausendeinhundertzweiundsechzigste Gedicht

Türmer im Braunschweiger Bürgerpark

An der Oker

Schore-Opfer an der Oker,
Die beim Schmerzbetäubungspoker
Sich im Tauschrausch überreizten
Und mit trüb vergreisten Augen
Aus dem Fluss die Säfte saugen,
Die sie selbst so früh verheizten.

Sigiriya & das eintausendsiebenundsechzigste Gedicht

Blick vom Sigiriya Felsen

R.I.P. Eckbert vom Biereck (Messer, Gabel, Schere, Licht - sind auch für stark Betrunkne nicht)

Herr Eckbert vom Biereck ein Haferl fand -
Gefüllt mit Birnschnaps bis zum Rand!
Den steckte sodann - samt sich selber - in Brand:
Des Herrn Eckbert vom Biereck stark zitternde Hand.

Passanten & das eintausendzweiundzwanzigste Gedicht

Ampelmännchen vorm Berliner Dom

... und stündlich quält mich die Flughafendurchsage

Smoking sei hier nur erlaubt in Daisy's Naked Area
Niemals hab ich so bereut, dass ich gar kein Raucher war

Verona & das eintausendzweite Gedicht

Verona Altstadt

Zur Aufmunterung

Als wär' eine einmal vergebene Chance
In der ganzen Welt nicht mehr zu finden!

Als würde die ach-so-verfehlte Balance
Sofort aus dem Orbit verschwinden!

Als sei'n heikle Stellen so schmal konstruiert
Dass jeder sie maximal einmal passiert!

Nun, prinzipiell stimmt all das wohl ...
Doch immerhin gibt's Alkohol!

Tabaretta & das neunhundertachtundsechzigste Gedicht

Blick auf den Ortler

Wegzehrer

Auf den Pfiff vom Murmeltier
Griff ich zu dem Urquell-Bier
Durch der Schluchten Schlund zu laufen
Ist kein schlechter Grund zum Saufen

Namibia & das neunhundertneunundzwanzigste Gedicht

Baia un Bia

In Namibia nahm i a Bier
Und nächstes Manehmimia vier!

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