Wasser

Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Moorlehrpfad & das eintausendsechshundertdreiunddreißigste Gedicht

Auf dem verschneiten Moorlehrpfad in Benediktbeuern

Vom Ausfliegen

Um München herum weihern tausend Geschenke,
Die nur kurzer Bahnfahrt bedürfen -
Kaum spreizt man mal seitwärts die spröden Gelenke,
So lässt sich deren Spiegelung
Im Nu durch die Erinnerung
In öde Nester schlürfen.

Abwegig & das eintausendsechshundertneunundzwanzigste Gedicht

Am Bahnhof von Benediktbeuern

Schneefall

Oftmals hat ja der Schnee eine tückische Glätte
Und kein Stück von 'nem pulvrigen Zuckerbelag!
Nein, nach einem Aufstampf- und Antau-Geplätte,
Beweist sich, dass er auch ganz anders vermag.

Fällste drauf, fällt's dir auf!

Zweigleisig & das eintausendsechshundertfünfundzwanzigste Gedicht

Auf dem verschneiten Moorweg 1 in Benediktbeuern

Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn's Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

Der Hochzeitsfotograf

Sein schwarzer Quader ist Pilgerstätte
Der schönsten Tage des Lebens.
Frömmelnd strömen sie selig ihm zu, so als hätte
Die Akklamation des Entschwebens
In seinem Fokus ihren Platz.
"Du schaust bezaubernd aus, mein Schatz!"

Das schönste Paar der Welt zu erschaffen
Bei gegebener Kalamität?!
Sind Belichtung und Photoshop hinreichend Waffen?
Hält der Schutzmantel der Pietät,
Um für Jahrzehnte zu verklär'n?
"Ich konnt' mich damals gar nicht wehr'n!"

Eisern hält der Dompteur aller Blenden
Die Kaaba zum Abschuss bereit,
Um der Euphorie Glanz als Motiv zu vollenden.
"Du hattest ein so schönes Kleid!"
So schreitet stracks ins Immerdar,
Was einen Tag lang Wahrheit war.

Und was
Beseelt solchen Zeugen von nur Schönsten Tagen?
Nun, das muss man ihn bei Gelegenheit fragen ...

1972 & das eintausendsechshundertzehnte Gedicht

Olympia Regattanturm bei Feldmoching/Oberschleißheim

Eigen Heime

Am Stadtrand formiert sich das Kleine Glück,
Erschwing- wird zur Gemütlichkeit.
Der Stillosmix probiert ein Stück,
Das nicht nach Rezensionen schreit.

Die City rümpft pikiert die Nase
Und wiegt sich in der Meinungsblase.

Eh man ins Drive-Now-Auto steigt,
Die Händchen "Schön war's, danke!" fächeln,
Noch bis zum Ring die Fassung schweigt,
Erlöst vom süffisanten Lächeln.

Regattaanlage & das eintausendsechshundertneunte Gedicht

Olympia Regattanlage bei Feldmoching

Das Scheit

... ist erkennbar nur Teil,
Aber dennoch massiv,
War mal Pascha in einem Verband,
Dankt die Trennung dem Beil,
Floh dem Co-Daseinsmief -
Umso rascher wird es nun verbrannt.

St. Ursula & das eintausendsechshundertsechste Gedicht

Weihnachtliche Deko in der St. Ursula Kirche Schwabing

Der Neuanstoß

Es langt ja schon zum Neuanfang
Für'n jahrelangen Boy-Anhang
Viernächtchenlang untreu zu sein, konsequent
Mit neuem Zechtourkontingent.

Denkt jetzt wer verächtlich:
"Mein Mädchen, das rächt sich!",
Dem lächelt sie sehr lässig zu:
"Echt, ich fühl mich prächtig, du!"

Licht I Kugeln & das eintausendsechshunderterste Gedicht

Lichtinstallation im Kunstareal München

Die weihnachtliche Stube (und eine betrübliche Erkenntnis)

Hüben steht der Tannenbaum,
Drüben brät ein Pfannentraum,
Bübchen sitzt im andern Raum.
Ist wohl grad am Üben? Kaum.

Mit dem Vortrag des Gedichts
Wird's - so wie im Vorjahr - nichts.

In den Isarauen & das eintausendfünfhundertsiebenundneunzigste Gedicht

In den Isarauen bei Freimann

Der Unerbitt

Die Kälte masst aufs ebne Land,
Das kühle Nebel schwitzt
Als hätt' ein Qualm von tiefem Brand
Die Erdkrume durchritzt.

Der Winter lässt sich Zeit und Ruh,
Schaut rauchend uns beim Leiden zu.

Antikensammlung & das eintausendfünfhundertzweiundneunzigste Gedicht

Lichtaktion "Kunst verbindet" im Kunstareal München

Das Erbeuten vom Immerhin (In der Ausgangssperre)

Die bis 21 Uhr Spazierenden
Schnüffeln voller Genuss an der Unartigkeit.
Unter prinzipiell durchaus Parierenden
Kursiert die Mission "Dies bleibt unsere Zeit!".

Scham & das eintausendfünfhundertneunzigste Gedicht

Winterbepflanzung im Münchner Schlossgarten

Das Errötete (Kurzvariante eines momentan entstehenden Großgedichts)

Das errötete Dekolleté
Der durchvögelten Dorothee-Cosima
Umwölkt zart ein Röschen-Bouquet
Von fötenfrischer Geistesreinheit
Und forsch libidinösem Meineid -
Ein Momente umkosendes Immerdar,
Ein schwärmendes Aroma-"Ahhh!",
In dem sich die Urform der Gleichung beweist,
Um die der Planet unsres Menschentums kreist.

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