Wind & Wetter

Wenn Wetter, Wind und Tageslicht sich als Gedichtthemen aufdrängen ....

Anse Takamaka & das achthundertsechsundzwanzigste Gedicht

Anse Takamaka

Donnerstags- und Sonntagskind

Strandsand, Wellenhinundher
Lichtermeererhellung - wer
Mag da nicht herniedersinken
Und ein Kokosnüsschen trinken?

Du find'st Nieselregen schöner
Und genießt den Restfleischdöner?
Ob Niederlagen denkst du: "Nie mehr!"
Und niest in der Spritzgischt vom Straßenverkehr

Randplätze & das siebenhunderteinundneunzigste Gedicht

Tischtennisplatten am alten Nordfriedhof

Immer nur Schnee!

In dem munteren Spiel der Flocken
Verbarg sich mancher Zwischenraum
Und blieb noch bis zum Morgen trocken!
Bemerkenswert. Aber bemerkt es wer? Kaum.

Hofgarten & das siebenhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Hofgarten München

Die ersten Strahlen

Wie, dass jene Morgensonne strahlt und strahlt und wärmt dich nicht?
Wie, dass ihre frühe Gabe nicht erreicht dein Angesicht?
Bist du nicht des Winters müde, mürb geworden in der Zeit
Von dem Übel, das uns rüde einte im verlor'nen Fight?
Sitzen wir nicht Seit an Seite, hier im frühen Tageslicht?
Wie, dass jene Morgensonne strahlt und strahlt und wärmt dich nicht?

Dringt der Aufbruch, den ich fühle
Nicht zu dir und alter Kühle?
Will dein Drang, ab hier zu scheiden
Mir die neue Coolness neiden?

Zeigt dein Spiegel die Entscheidung, noch bevor sie einer spricht?
Wie, dass jene Morgensonne fand den Weg in dies Gedicht?

Um die Ecke & das siebenhundertzweiundsechzigste Gedicht

Alter Nordfriedhof

Entschluss bei Niesel

Ein Wetter, das nach Friedhof riecht
Im Krebsgang durch die Ganglien kriecht

Ich spür, mein Blut ist einsam grau
Und krüppelt dumm herum im Stau

Und der Tag endet einfach, bevor er beginnt
Da marschieren zu Parties, die hoffnungsfroh sind

Doch ehe ich nun ganz verstumm'
Bring' ich diese Welt noch um!

Monsun & das sechshunderteinundvierzigste Gedicht

Mumbai Markt Monsun

Frühe Pfützen der Resignation

Monsun, Monsun. Monsun ... Monsun
Zwei Liter Chai, sonst nix zu tun

Gärtnerplatz & das sechshundertachtzehnte Gedicht

Gärtnerplatzfest

Nur ein Schauer?

Regen pflegt immer noch tödlich zu sein
Er kann, was, er will, auch, beenden
Erdrängt sich in treudoofe Sommer hinein

Man hört von dezenteren Bränden
Regen pflegt immer noch tödlich zu sein

Zwar röhrt die Sau: "Glaub mir
Das ist nur ein Schauer!"

Doch er ist halt ein Raubtier
Und schlägt seine Hauer
Aus Triebgewohnheit in Dich hinein

Hamburger Rathaus & das fünfhundertdreiundneunzigste Gedicht

Hamburger Rathaus

Sommerwind

Da steckt doch im Wind
Noch irgendwas drin
Er ist nicht nur Luft
Die sich etwas bewegt

Ganz gleich auch wie blind
Ich im Innersten bin
Mein störrisch Vermufftes
Wird frische-durchfegt

Und irgendein Fernes
Trägt kühles Versteh'n:
Bleib sanft, Freund, und lern' es
Die Weite zu seh'n

Antizyklonnachwehen & das fünfhundertfünfundsechzigste Gedicht

Tu es wie die Vögel, die

Tu es wie die Vögel, die
Tirälüren klammheimst in Geböschen
Und aus der jahrendigen Bilanzerie
Des Regens ZuSchauerZahl löschen

In einem von Vögeln versungenen Leben
Wird's niemiemals Regenerhebungen geben

Simpel & das fünfhunderteinunddreißigste Gedicht

Thalkirchen, Isarauen

3Satzrechnung

Die Idylle vor der Türe
Knüllesein vom neunten Biere
Sattgeküsst im Sonnenschein ...

Manchmal kann's so einfach sein!

Winterpause & das fünfhundertzwölfte Gedicht

Eschwege Niederhone

Der Geschmack des Ungereiften

Es scheint die Bläue des mittleren Himmels wie gerade neu geschlüpft
Vom Winter bebrütet, den Übermut preisend und fesch sich ein Platz zwischen Wolken erhüpft
Eskortiert es den ersten Sonnenstrahl, der in diesem Jahre zählt
Und aufdringlich die trägen Samen aus ihrem zähen Schlafe quält

Schon säugt das kecke Vorhutblau die daseinsscheue Ahnung
Und all das "Freu dich nicht zu früh!" - es gilt nicht mehr als Warnung

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