Herbst

Herbstgedichte!

Ring Ost & das eintausendfünfhunderteinundachtzigste Gedicht

Lärmschutzwände am Münchner Autobahnring Ost

Lichtbad

Der Herbst verkürzt die Sonnenstunden
Auf allenfalls zwanzig Minuten.
Man muss auf den Spaziergangsrunden
Sich dementsprechend sputen,
Die im Licht gespeicherte Wärme zu tanken,

Eh wir zurück zur Schwermut wanken.

Josephsburg & das eintausendfünfhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Blick auf St. Michael in Josephsburg/Berg am Laim

November

Schon kommt die Sonne nur noch auf Besuch,
Bleibt die Gästecouch über Nacht leer -
Das Jahr verschlägt einfach die Seiten im Buch
Und man findet den Einstieg nicht mehr.

Die Schatten lang,
Dein Schritt wird schwerer
Und alle Wege sind schon leerer.

Planegg & das eintausendfünfhundertdreiundsechzigste Gedicht

Brücke über die Würm bei Planegg

herbstleuchten

Dem Strahlen der Herbstsonne Aufprallfläche sein,
So aalen wir uns ins Shakern mit dem Tag.
Der begonnene Aufruhr scheint schmächtig und klein:
Aufgebäumt
Warm durchschäumt,
Von Düsternissen leer geräumt -
Der Park war noch nie so sehr Park.

Baumblüte & das eintausendfünfhundertfünfundfünfzigste Gedicht

Baumpilz am Müggelsee

Im Spreewald, off season

Viel Spreekanäle, wohl auch Wald
Grünkohläcker, sehr, sehr kalt
Thermenwärme, wie schnell du entschwindes'!

Süße saure Gurkenzeit
Plinsenbinsenheiterkeit
weiß gefroren

Heiße Ohren
werden Tiefkühlkost des Windes

Nun wär's an der Zeit, dass auch ich was verzehre
wenn bloß nicht diese Leere wäre

Hutstadt & das eintausendfünfhundertneunundvierzigste Gedicht

Mayser Hüte in Lindenberg, Fassadenbemalung

Verherbstet

Das Jahr will sich klammheimlich wieder verpissen,
Dabei hat's seinen Zweck doch noch längst nicht erfüllt!
Bedeckt unter fallenden Blättern: Ein Wissen,
Das die unabgehakte To-Do-List zerknüllt.

Zu Besorgendes wird nun als Plan eingeweckt,
Unter mäßigem Dank an die Enkel verborgt,
Da das Restchlorophyll unsre Fahlheit versteckt
Und die Mienen sind gleichsam entspannt wie besorgt.

Sonnenuhr & das eintausendfünfhundertsiebenunddreißigste Gedicht

Sonnenuhr an der St.-Markus-Kirche in der Fuggerei von Augsburg

Letzte Aussaat

Roll in den Herbst die Knollen frü-
Her Lenz-Enhancer-Blumen!
Bring eindringlich der Zwiebeln Blü-
Tenmeer unter die Krumen!

So ist im Niedergang die Wie-
Derkehr bereits bereitet,
Wenn Zuversicht stets im Biki-
Ni gegen Schwermut fightet!

Kampehl & das eintausendfünfhundertzwanzigste Gedicht

Hof in der Ritter Kalewuz-Ortschaft Kampehl bei Neustadt an der Dosse

Frühherbstdümpeln

Das schon jetzt in den leidigen Winterklamotten
Über-die-scheidenden-Wiesen-hin-Trotten
Träumt ständig vom Mediterranen.

Doch den Kreislauf zu preisen obliegt den Bigotten,
Eh sie verschleißend im Hausflur verrotten
Und mildere Wechsel erahnen.

Unsre rosige Haut müffelt blass, wie gesotten
Von dem Parfum all der Winterklamotten.
Triumphe gilt's nicht mehr zu planen.

Futurium & das eintausenddreihundertsechsundzwanzigste Gedicht

Das Futurium in Berlin

Als hätte der Herrgott

Schau, mein Schätzchen, merkste, gell:
Heute wird es nicht mehr hell!?
Ein mordend Himmel, drückend gräulich,
Als hätte morgens ohne Scheu sich
Der Herrgott mit dreckigem Arsch auf den Horizont gesetzt
Und ihn schmierig geformt zu dem stickigen Jetzt,
Das sich hoffnungstaub als neuer Tag präsentiert
Und den Schmerz in uns nagt, dass auch nichts mehr passiert.
Später fällt nur noch mehr Regen.

Der Tag hat begonnen und weiß nicht weswegen.

FC Bayern & das eintausenddreihundertneunzehnte Gedicht

Maskottchen vom FC Bayern Alzenau

Späte Herbstahnung

"Wirtin, ich glaub', laubig wird's!"

"Gästchen, nächsten Samstag friert's!"

Victor-Hugo-Ufer & das eintausenddreihundertvierte Gedicht

Mast am Victor-Hugo-Ufer am Winterhafen Mainz

Herbstwehen

Die Helligkeit des Gelbs ist längst
Mit den Vögeln gen Süden gefloh'n.
'Die Kälte quält sich selber!', denkst
Du, weil's möglich wär, sich zu verschon'n.

Als gelt' es, schnell der Hässlichkeit
Und Müdigkeit Leben zu opfern,
Gellt's allher: " ... dass Ihr endlich seid!",
Werden Blätter zu Rinnsteinverstopfern.

Im ständig währ'nden Regenguss
Drängelt alles eh gen Schluss -
Und unbarmherzig bellt sein Biss,
Dass dies noch sehr, sehr lang so is' ...

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