Berlin

Gedichte und Fotos aus der Hauptstadt. Meine Heimstatt von 2002-2014 und schon von daher immer noch mindestens einmal im Monat im Tourkalender.

Spätblüher & das zweitausendeinhundertsiebenundachtzigste Gedicht

Späte Blütenpracht im Berliner Tiergarten

Vorbereitung auf den Winter

Wo nichts mehr fährt, kann niemand heizen
Und muss dann auch beim Gas-Geb’n geizen.
Wir werden alle bald erkalten -
So woll’ns halt die Naturgewalten!

Goldelse & das zweitausendeinhundertfünfundsiebzigste Gedicht

Blick auf die Siegessäule bei der Solidaritätsdemonstration mit den Protesten im Iran

Also, ... (Drei Erklärungen meiner vermeintlichen Uneindeutigkeit auf Slam-Bühnen)

- 1 -
Oftmals werd'n große Themen und Fakten besprochen,
Um sie dann bloß in Schemen ad acta zu lochen.

- 2 -
Klar, sind manche Essenzen unendlich verkeimt -
Aber zu Selbstverständliches wird nicht bereimt.

- 3 -
Effektiv reift nur Beahnendes
In tiefgreifend Gemahnendes.

Königin Luise & das zweitausendeinhundertvierundsiebzigste Gedicht

Königin Luise Denkmal im Berliner Tiergarten

Neues vom Zeilenschinder

Ein ungeringes Wagnis soll die erste Zeile sein,
Der zweiten fehlt es bereits an jeglicher Geschmeidigkeit,
Der dritten fehlt ein ....
Die vierte fragt irrend nach ihrem Bezug,
Der fünften ist's gemeinhin gleich,
Die sechste war's, die barsch erschlug:
Sieben Silb auf einen Streich!
Auf Folgendes gibt niemand acht -
Nur Zeile Eins hält noch die Wacht.

Astgekrakel & das eintausendneunhundertachtzigste Gedicht

Bäume mit Kormorannestern im Zoo Berlin

Wie sich ein Gedicht schreibt

Thema finden,
Verse binden,
Hehren Anspruch überwinden,

Schreibfluss lindert,
Unvermindert,
Und zu viel Zuviel behindert,

Plötzlich sind da:
Schöne Kinder -
Und du strahlst als vormals Blinder!

Seinesgleichen & das eintausendneunhundertneunundsiebzigste Gedicht

Flamingos im Zoo Berlin

Das letzte Blatt (Herbst im Salon)

Die ausgeteilten Karten
Hat sie nicht mehr aufgenommen.
Daneben, längst verkommen:
Die mit Ehrfurcht aufbewahrten
Pralinés (und nicht Pralinen
Sagt - wer preisbewusst - zu ihnen)
Von der Firma mit dem Namen
Und dem Flair vergang'ner Zeit,
Da ein Bridgetisch steht bereit
Für Partien von großen Damen
(Die sich niemals Frauen nennen
Und an Pralinés erkennen)

Und stoisch wirbt dieses verdeckte Blatt,
Da die Fotos von ihr längst verblichen.
Nichts von einst gepflegtem Trott findet noch statt
Und der Glanz der Callets ist gewichen.

Im Flusspferdhaus & das eintausendneunhundertachtundsiebzigste Gedicht

Im Flußpferdhaus im Zoo Berlin

Pfingerübung

Wie pfiel an Nerd im Nilpferd steckt,
Erpfährt man, wenn dies Pfieh wer neckt!

Totenkopfäffchen & das eintausendneunhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Totenkopfäffchen im Affenhaus im Zoo Berlin

Und noch ein schnelles Gedicht für das Programm der Lach- & Schießgesellschaft, das heute bei der Aufzeichnung Premiere feiert:

Zusammenhalt der Gesellschaft

Focus Locus Reisebus:
Es ist purer Hochgenuss
Was in ihm uns widerfährt -
Sei's drum, dass er nie mehr fährt!
Wenn uns etwas nicht gefällt,
Trägt Schuld daran die Außenwelt.
Wir seh'n die Drinn'n-und-Draußen-Spaltung
Als Hauptgewinn der Stau-Erhaltung.

Bonobo & das eintausendneunhundertsechsundsiebzigste Gedicht

Bonobo Schimpanse im Affenhaus im Zoo Berlin

Auf einmal gibt es eine Pause im neuen Stück der Lach- & Schießgesellschaft, das morgen eine kleine Vorstellung zwecks Aufzeichnung gibt - und ein schnelles Gedicht musste her:

Aufgestaut Pausenrückblick

Da reagierte Maria grad doch etwas scharf!
Entsprechend besteht im Bus Reglungsbedarf
Und so zwingen im Cockpit nun Daniel und Jean
Die Lenkraddespotin zur Koalition.

Doch dass drei Parteien sich einigen -
Das können auch andre bescheinigen! -
Ist hart. Überall sich an- und abzugleichen -
Ein Fall für die Drei Fragezeichen!
Und so schuf unsre Taskforce aus Weh!, Ach! und Au!
Den Maßnahmenkatalog “Bus muss durch Stau”.

Aber sehen Sie selbst!

Außerirdische & das eintausendneunhundertfünfundsiebzigste Gedicht

Elefanten vor der Hochhausnachbarschaft vom Zoo Berlin

Man on Mars

Die Kühle flüstert mir zu,
Ich sei der Erste auf dem Mars.
Minus 63 Grad und du
Sprachst: "Guten Flug, monsieur - das war's!"

Noch verspricht ein Schwerkraftgruß:
"Du wirst dich leichter fühlen!".
Doch am Olympus Monsens Fuß
Wird sich jed Hoffnung verkühlen.

Die Berge werden immer fremder,
Kälter, höher, steiler.
Wer glaubt da an östliches Morgengedämm? Er
Setze mich auf den Verteiler!

Ich errechne noch, wie lang die Jahre nun sind,
Aber mag das Ergebnis nicht seh'n.
Es war ja der Plan, dass ich tunlichst verschwind,
Und nicht, den Planeten,
Den frostwindumwehten,
Mit Forscherelan zu versteh'n.

Selbstversorger & das eintausendneunhundertvierundsiebzigste Gedicht

Hasenfänger Statue vor der Zooschule im Berliner Zoo

Heimatkunst

Die High Art of h(e)art geknufft
Heißt hier Bratkartoffelduft.

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