Krummzeiler

Tor 11 & das siebenhundertfünfundzwanzigste Gedicht

Starnberger See

Auf Urlaub

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist: grau.
Das Haus dort am See? Nö. Die Berge? Genau!
Außerdem noch: Die Wiese, der gestrige Stau,
Die Kühe, die Sonne, der See – alles grau!

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist: bunt.
Ja, Kerl, dat is Käse – du lügst doch, du Hund!
(Wir steh'n vorm erloschenen Hochofenschlund)
Dies Metallischmattgraue, dies gräuliche Schwatt
Der düstere Himmel, die hässliche Stadt
Von hier oben ins schwärzliche Nichts zu seh'n und
Sich dran zu erfreuen, na, das nenn ich: bunt.

Tor 9 & das siebenhundertdreiundzwanzigste Gedicht

München Freimann

Hinten heraus

Hinten heraus, da ist München so klein
Da ist München noch nicht einmal Stadt
Da kannst du dein Zeter und Mordio schrei'n
Da fahren die Pendler dich platt

Hinten heraus, da wird nicht gezählt
Da hat sein Leben nicht selber gewählt
Da loggt man als Ziel ein:
"Ich möchte mobil sein!"
Zu bleiben bei dem, was man hat

Tor 7 & das siebenhunderteinundzwanzigste Gedicht

Bundesministerium für Inneres Berlin

Von Hammeln in Hameln

Wer mit 'nem Hänger Rattanmöbel
querfeldein durch Hameln fährt
die Rattenfängergassen ratternd
grad, wie es einem einfällt, quert

Dem rate wer:
Es hat die Stadt
euch Rattanhängerfahrer satt!

Tor 5 & das siebenhundertneunzehnte Gedicht

Herbstlaub

Zur richtigen Handhabe von Schuhen (Turnsport)

Schließe deinen Sportturnschuh
Gut vor jedem Turnsport zu
Tu's nie zu lässig und tu es mit Ruhe

So hast du stets zue
Zuverlässige Schuhe

Tor 3 & das siebenhundertsiebzehnte Gedicht

Weihnachten in der Karibik

Verweile doch!

In junger Schönheit blüht auf das Gefallen
Um dann als ans Kühnste gewöhnendes Wallen
In Wartesaaldünsten der Zeit zu verhallen

Tor 1 & das siebenhundertfünfzehnte Gedicht

Frank Klötgen im Taj Mahal Palace

... und der Wirt war Gott

Um Unfug wirrt das Wahr ...

Walze & das siebenhundertdreizehnte Gedicht

Isarwalze

Wir ziehen uns heute einige poetisch verlirrte Seelen an Land, indem wir dieser Sammlung den begründeten Linktitel geben Poesieblog mit einem Gedicht von Julia Engelmann. Bitte weiterverbreiten!

Gedicht von Julia Engelmann

Sie seiert und seiert so inflationär
Sie eiert und eiert vom Irgendwo her
Sie bügelt und bügelt sich speckfaltig nett
Und prügelt und prügelt den Kampfgeist ins Bett
Festgekrallt an dem Slogan Gedichte zu schreiben
Wird sie trotz der Schmerzen bei ihrer Sicht bleiben

Ach Poesie, ach Poesie!
Du ungeschüztes Beischlaflager
Erträgst die letzten Rattennager
Ohne einmal zu sagen: "Ej, fickt euch ins Knie!"
Ach Poesie, ach Poesie!

Landtag & das siebenhundertsiebte Gedicht

Bayerischer Landtag

Turner oder Tiernarr?

Der eine im Schweiße am Barren zerbricht,
Der andre begeistert von Eisbären spricht.

Nur Du, Tor – na, Du da – entscheidest dich nicht!?

Tier(e im )Garten & das sechshundertsechsundneunzigste Gedicht

Im Tiergarten Berlin

Die Schlacht am Schlachtensee (Präludium)

Wenn Tauben ihre Ohren spitzen
und Spatzen schmatzend Silben (...)bitzen
dein Hund in Mikrowelsen gart
wird dir gewahr: Das Ente naht!

Wenn die sich erst trauen
am Menschen zu kauen
werd'n die ein'n nach'm andern
am Stück uns verdauen

Dir schwant beim Anblick jedes Schwanes:
Das Tier plant ganz was Abgefahr'nes!

Und niemand von uns wird in Ehren ergrauen
wenn die sich erst trauen
wenn die sich erst trauen

Karlsbrücke & das sechshundertachtundachtzigste Gedicht

Karlsbrücke Prag

Auf der Karlsbrücke

Küssen
Zu Müssen
Is
Gewiss
Die Schönste aller Pflichten
Schön sind auch: Geschlechtsverkehr
Die Schlemmerei, das Dichten

Seiten

RSS - Krummzeiler abonnieren