Sechszeiler

Spiezer Seekulisse & das zweitausenddreiunddreißigste Gedicht

Am Hafen von Spiez

Nachts@HotelRiviera

Das singende Klimpern im Fahnenmastwald
Umspielt ein verdümpelndes Bootsbauchgeschwapp ...
Und Einsatzbereitschaft scheint in sie gekrallt -
Die wellt auch im nachten Schwall niemals ganz ab.

Seeleingelullt, wird's mir dann schließlich zu kalt -
So schließ ich das Fenster zum Fahnenmastwald.

Alpenausrüstung & das zweitausendsiebenundzwanzigste Gedicht

Wandschmuck an der Fassade des Hauses der Großmutter im Dorf Grimentz

Glocken und Schellen

Die Glocke reißt ein und verliert ihren Klang.
Die Schelle verbeult und büßt ein manchen Rang:
Vom Klingeln zum Bimmeln zum Klimpern und Scheppern -
Bis wir sie genervt letztlich gänzlich zerdeppern.

So scheint überall uns zur Auswahl zu steh‘n:
Mit Inbrunst zu kämpfen / in Würde zu geh‘n.

Höhenflüge & das zweitausendvierundzwanzigste Gedicht

Briger Denkmal für "King X, den unbekannten Rechthaber" von Uli Wirz

Alpha

Du stößt dich ab, vom Adlerhorst ins Flugdebut zu fallen,
Mutierst vom Quasisäuglingsbalg zur Majestät von allen,
Wirst manch ein Kitz und Murmeltier bald umstandslos erbeuten
Und dir die Schlucht als Jagdrevier wie Hoheitsnistraum deuten.

Doch die Anmut der Schwingen wischt niemals hinfort:
Am Anfang stand der Brudermord.

My private Canalettoblick & das zweitausenddreizehnte Gedicht

Idyll am Eiskanal

Engel auf Rädern

Wenn als Englischergartendurchradelengel
Ich schlingelhaft mich zwischen Fußgänger schlengel,

Ist's nötig, viel Geduld zu haben.

Oder an der Schuld zu tragen,
Einige zu forsche Blagen
Aus den Naben rauszuschaben.

Unter Kurt-Schumacher & das zweitausendachte Gedicht

Tauben unter der Kurt-Schumacher-Brücke von Steele nach Überruhr

Zwischen den Jahren

Die letzte Weihnachtspost trudelt jetzt ein,
Es lässt selbst "Last Christmas" das Dudeln sein,
Geschenke werd'n in die Regale geschoben
Und mit den Kulissen des Alltags verwoben,
Man frisst, etwas hastig, zu viel Schokolade -
Und findet, dass es nun vorbei ist, schon schade ...

Maximilian I. Zeigefinger & das zweitausendvierte Gedicht

Das Reiterstandbild von Kurfürst Maximilian I. am Wittelsbacherplatz - Ausschnitt mit Theatinerkirche

Zum Ausbleiben der Auffrischungsimpfung (Winterferiensonne)

Sonne, du Geizhals, ist dir nicht bekannt
Wie winters dein schöner Schein streichelt dies Land,
Das finster von Unbill und Frösten gemolken?

Klar, du insistierst: "Das liegt nur an den Wolken,
Die frech vor die Huld meines Strahlspotlights wandern!"
Ja, ja, ne, is klar: Schuld sind immer die andern ...

Phoenix & das eintausendneunhundertvierundneunzigste Gedicht

Die Winter-Tollwood Eingangsskulptur von Adam Stubley: Phönix

Aufstehen, leise

Das Tageslicht reißt restlos nieder
Den kleinsten Fetzen Traum,
Steht pimmelschwingend, chefarztbieder,
Deppselbstherrlichst im Raum
Und denkt sich, man könne hier alles beweisen.

Ich leiste noch gähnenden Widerstand, leisen.

Rottachegernblick & das eintausendneunhundertneunzigste Gedicht

Blick vom Kloster Tegernsee gen Rottach-Egern

Gute Fuhrsätze für 2022

Zum Boostern mit dem Bus fahr'n,
Den Schusterschuft per Schuss warn'n
Vorm Gruß sich etwas gruseln,
Dann kurz im Who's Who wuseln,
Das Must Have ers'ma mustern
Und sich mit Lust den Schluss spar'n.

Wintermond & das eintausendneunhundertsiebenundachtzigste Gedicht

Winterlicher Vollmond am Tegernsee

Gerafft?

Sehr schleierhaft, wie Schleierhaft
Es leis in manch' Geseier schafft,
Ein Zeichen freier Kraft zu sein.

Sie bleibt ein Eid auf Heiland Schaft,
Gebenedeit vom Eiersaft
Jahrhundertreifer Wundenpein.

Bartgeier & das eintausendneunhunderteinundsiebzigste Gedicht

Bartgeier im Zoo Berlin

3G-Regel

Nur zwei G-säße pro Sitzbank im Bus -
Wo nötig, gilt auch 2G plus!
Für drei G-säße, bittesehr,
Reicht einfach dann der Platz nicht mehr!
Und vor dem Sitzplatzokkupieren
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