Sechszeiler

Wartburg & das eintausendeinhundertachtundneunzigste Gedicht

Die Wartburg in Eisenach

Und weil man langgediente Lesebühnengefährten nicht ohne gehen lässt, ein ...

Abschiedsgedicht für Felix Lobrecht

Lob bekommen, Recht behalten,
Gucci-Kollektion verwalten -
Was Lateinisch felix heißt,
Ahnt jetzt auch wer, dem sich sonst gar nix enthüllt.
Egal, wie low der Brecht nun scheißt:
Bildungsauftrag ist erfüllt!

St. Georg & das eintausendeinhundertfünfundneunzigste Gedicht

Drachentöter St. Georg in Eisenach

Nicht mit mir, Fitness-Husky!

Der Idioten Diäten
Nehmen nicht ab
Und füllen alle Bäuche.

Dir nehm' den Athleten
Ich trotzdem nicht ab -

Beim Franchise mit der Seuche!

Olympiaturmblick & das eintausendeinhundertneunundsiebzigste Gedicht

München und Olympiapark vom Olympiaturm

Erkenntnisgewinn mit zwei Ausrufezeichen

Unter aller Sau
Hab ich heut gelegen
Und weiß nun genau,
Wie die sich bewegen,
Diese Schweine!
Die hab'n Beine!

Herkulessaal & das eintausendeinhundertsiebzigste Gedicht

Matthäus-Passion im Herkules-Saal der Residenz

Dann feiern wir halt Wiederauferstehung, Leute!

Hohepriester, rohe Biester,
Seid so giftig wie Asbest!
Hohepriester, so vermiest'er
Uns nicht unser Osterfest!

Matthäus-Passion & das eintausendeinhundertneunundsechzigste Gedicht

Matthäus-Passion im Herkules-Saal der Residenz

Fast

Frag ma' am Karfreitag
Mama nach der Teigart
Für ein karges Matzenmahl!

Klagt Kai, der eh'r Thai mag,
So'n Batzen sei fei fad,
Sag: "Tragisch, aber kackegal!"

Anse Royale & das eintausendeinhundertdreiundfünfzigste Gedicht

Anse Royale

Vom Reisen

Nichts könnte mir je die Erinn'rung vergällen,
Die mir dieser Erde besondere Stellen
In Demut tief ins Hirn gebrannt!
Fast scheint's, man tankte von der Weisheit,
Als ob solch Seelenspeis' uns einweiht
In Orte, die noch unbekannt ...

Abladen & das eintausendeinhundertachtunddreißigste Gedicht

Kräne am Hamburger Hafen

Februarsonne

Der Frühling küsst schon wieder mit Zunge!

Doch fragt's mich, ob der alte Junge
Es wirklich mit mir ehrlich meint.

"Zu früh ist's!", blitzt's in den Taschentuchfahnen,
Die dutzendnäsig wringend warnen,

Dass alles noch gefährlich scheint!

Staatsoperhaupt & das eintausendeinhunderteinunddreißigste Gedicht

Decke vom Nationaltheater der Bayerischen Staatsoper

Lebe wild und so

Auf den Punkt, ab dem die Zerstörung beginnt,
Verweist nicht der Druck wunder Stellen!

Er ist wie ein hinterrücks schlüpfendes Kind -
Das das Beißen doch meisternde Bellen.

Es lohnt nicht, darauf achtzugeben -
Drum mahn dich, nicht zu sacht zu leben!

Restplätze & das eintausendeinhundertdreißigste Gedicht

Stuhlreihen im Nationaltheater der Bayerischen Staatsoper

Zum Output

Plagt mich die Angst vorm leeren Blatt?
Ich sage: "Nö." - das Blatt bölkt: "Wat?!
Der Herr hier ist doch voll der Schisser,
Vor Leere In-die-Hos-sich-Pisser!
Wär er nicht von solch Angst getrieben -
Wir wär'n noch beide unbeschrieben!"

Krieg & das eintausendeinhundertneunzehnte Gedicht

Firedensengel München

Stattkind

Sich unter Feinden
Einzugemeinden
Ist ein wundersames Spiel.

Niemand kennt mei'
Nur auf Standby
Wandnah wandernd' Landei-Ziel.

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