Städte

Gedichte über Städte und Städtenamen.

Landau & das vierhundertfünfte Gedicht

Landau Bahnhofsvorplatz

Pfälzer Hobbits

Landau, andauernd
Nur dicke Kinder!
Es landen in Landau
Ja ausschließlich Minder-
Jährige, die wohlgenährt
Im Auenland
Schon lang bewährt

Dortmund & das vierhundertvierte Gedicht

das Dortmunder U

Jajuwidu

"Ein U ist auf dem Dach dort!" "Ach -
Warum - weshalb - wozu?"
So frachte ich nach
Und ein Engländer sach-
Te: "It's a you wie du!"
Ja, ju wie du - ja, ju wie du
Da jubelten wir zwei uns zu
Und unter uns schäumte vergessenes Bier

Von der Sehnsucht nach Fässern erstrahlt: das Revier
Dort der Mond, dort das Dortmunder U
Beide formen ein Lächeln - nur niemand sieht zu
Ja, ju wie du - ja, ju wie du ...

Stuttgart 2016 c & das dreihundertachtundneunzigste Gedicht

Schiller-Denkmal Stuttgart

In Stuttegart

Wie gern hab ich in Stuttegart
'Ner stutendoofen Nutte zart
Zum Start die Stube klar geputzt
Des Gartens Rasen grad gestutzt
Und dann statt wie gewohnt in bar
Bestanden, dass sie heute gar
Nichts zahlen müsste
Worauf sie mich arg artig küsste!
Denn Stuttegart lädt dazu ein
Mal gutartig statt stur zu sein

Rheine & das dreihunderteinundneunzigste Gedicht

Rheine

In Rheine

Dass in Rheine
Meine
Kleine
Gans und ich
Inniglich
Ganz mit uns im Reinen
Scheinen -
Liegt an der Stadt
Anstatt an Worten

Wir misstrauen andren Orten

St. Gallen & das dreihundertsechsundsiebzigste Gedicht

St. Gallen vom Dreiweiher

PS: Ich widerspreche meinem lyrischen Ich vehement!

Am Sprungturm zum Sündenfall

'St klar, dass St. Gallen
Mit Abstand von allen
Gefallenen Engeln der beng'ligste ist
Sofern man unbefangen misst
Und die störenden Einwürfe überhört
Die manch ein Bedürftiger klösterlich röhrt:
"Die Stadt ist geerdet, doch niemals gefallen!"

Es kann, was nicht ist, ja noch werden, St. Gallen!

Antananarivo & das dreihundertachtundzwanzigste Gedicht

Antananarivo

Anne und die Afrikaskepsis

Toni war recht angetan
Von Antananarivo
Tante Anne nach lag's an
Den achtzehn Kannen Pivo

Helgoluft & das dreihundertsiebzehnte Gedicht

Nordseeküste von oben

Der Rückflug von Helgoland. Mit vier Passagieren, in einem sehr kleinen Flugzeug. Dafür konnte man zu beiden Seiten aus dem Fenster schauen.

Helgoland

Roher roter Klecks im Meer
Als angenagter Sehnsuchtsort
Es windet sich die Welt hier her
Der Golfstrom treibt sie wieder fort

Es ragt der Punkt aus zähem Sein
Sich zu 'ner Symphonie Gestein
Da zehrt zwei Stunden rund der Weg
Vom Lande- bis zum Abdock-Steg

Graz & das zweihundertfünfundachtzigste Gedicht

Mur und Graz.

Die Grazer Art

Grad, da aus dem Grazer Ratssaal
Graf Zahl alles, was aus Stahl
Stahl
Sprachen barsch die Stadtbarone
Und die Grazer Grazien: Ohne
Gnade gelt's derart missratene Grafen
Mit Zahlung gar all ihres Bargelds zu strafen
Und gewahr der Gefahr vor noch smarteren Taten
Darf nach Grazer Art die Straf'
Garstig hart und arg geraten

Städtetourismus & das zweihundertachtundsiebzigste Gedicht

Im Gras liegen

Mein Gebiet.

Von Städten

Es gibt Städte, dort baut man mit größeren Steinen
Weshalb auch die Städte viel größer erscheinen

Es gibt Städte, da siehst du nur mächtige Türen
So möchten sie dich, Bursch, zum Diebstahl verführen

Es gibt Städte, in denen läuft nichts ohne Grund
Dort wird man dich fragen: Was willst du hier? Und

Es gibt Städte, da geht man am besten nicht hin

Und dann gibt's noch die Stadt, in der ich immer bin
Aber frag nicht, ob ich vielleicht Zeit für dich hätte

Es gibt keine Zeit in dem Dickicht der Städte

Zgorzelec & das zweihundertneunundfünfzigste Gedicht

Görlitz, von der anderen Neißeseite

Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Von der anderen Seite.

Stadtmarketing kompakt

Will gen Görlitz, weil .. - ja, weiße:
Girl it's nice there at the Neisse!

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