Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
In der Schweiz können sich auch die autonomen Zentren des liebreizenden Gesamteindrucks nicht erwehren … Bern war 2002 meine National-Slam-Wiege – als Starter für den Molotow-Slam HH. Gestern durfte ich dort fulminant Slam-Abschied feiern. Obschon ja so ein Featured Poet-Slot eben genau das ist, was ich auch 2017 noch gerne übernehmen werde.
Das A und Ä der Bären
Man sagt zwar, dass in Bern Bär’n
Schon ob des Namens gern wär’n
Doch klagte mir ’ne Brummbraut
Karg wär’s hier ohne Umlaut
Dem viertältesten Slam in der westlichsten Stadt nach allzu langer Zeit wieder einen Besuch abgestattet. Natürlich gilt auch hier: der letzte. Nach diesem doch etwas arg läppisch geratenen Gedicht aber wohl auch anzuraten:
Nach Aachen (Klärende Nachfrage an den Fuhrpark/Was der Kahn kann)
Nach Aachen – ach, Nachen!
Ach, Nachen
Sach‘ an
Ob man das
Mit dir
Machen kann
Auch wenn sich in diesem Jahr der Luxus zweier auftrittsfreier Tage zu etwas Lebensnotwendigen entwickeln wird, liebäugele ich mit einem Spontanauftritt heute Abend bei Blickpunkt Spot. Im stets beliebäugelungswerten Vereinsheim Schwabing. Wie das wohl ausgeht?
Zumündest
Du, München, wärst so gern wie Mün
Weil der so groß und mächtig ist?
Vergiss nicht, dass du ümmerhün
Zumindest schon mal mündig bist!
Zum Start der letzten Runde im Norden meinem alten Lehrmeisterslam „Hamburg ist Slamburg“ einen Besuch abgestattet. Hier habe ich 2002 von Tina und Hartmut meinen ersten Startplatz für die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Bern bekommen. Zusammen mit Wehwalt Koslovsky. Der Rest ist Geschichte.
Zu der gehört in Hamburg seit nunmehr einigen Jahren die Unterbringung der Poetry Slammer in der Superbude St. Pauli, von der viele Kollegen aufrichtige Fans sind – und in die mich die netten Menschen vom Kampf der Künste gleich drei Nächte einquartiert haben. Und da ich hier ungefähr so oft geschlafen habe wie daheim, bekommt die Superbude zum Abschied auch ein Gedicht. Is nur fair. Aber mehr als dies ist mir auch nicht eingefallen:
Superbude (Sternschanzen & Herrnchancen)
In seiner Stube
Will der Bube
Am Abend nicht alleine sein
Sudelige Puderpuppen
Lädt er in die Superbude
Und auf zwei, drei Weine ein
Irgendwo zwischen dem Auftritt in Seattle und der Ankunft in Frankfurt wurde der 20. Januar verschluckt. Bin zu müde, um der Sache nachzugehen.
Nicht in der Lage – die verschobene Zeit
In Frankfurt hab ich eine Jetlagablage
Zu der ich, Frank, flugs meine Koffer noch trage
Denn die MEZ holt sich pardonlos ihr Stück
Des bei Hinfahrt verlängerten Tages zurück
Die Uhr auf dem Foto sagt alles. Der Morgen nach dem Slam ist der Aufbruch zur Rückreise. Macht die Sache nicht besser. Viele Stunden Flug, viele Stunden Zeitverschiebung. Ich rechne lieber gar nicht erst nach …
Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman’s Flair. Gefällt.
Mein Tag in Seattle
Seattle Needle
Und Grungerockgegniedel
Dann Poetrybattle
Und Schalfentzugschäddel
Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
Ein kleiner Seat – auf Schwäbisch: Seatle
Die Aussprache driftet dann doch eh’r zu
Seemann Kuddel Daddeldu