Tattoos auf der Demenzstation –
Etwas, was mich als Baby verwirrte.
Doch kurz darauf begann’s auch schon:
In allen Hospizen – nur noch Tätowierte!
Glaub mir, mein Junge, schon bald werd’n die Alten
Nur Tattoos an sich und von früher behalten
Und nicht drauf komm’n: „Was galt mir einst
Das Bildmotiv, der Spruch, die Zahl?“
Bald merkt sweet Jill, wie sie karl-heinzt –
Gezeichnet vom Ich war einmal.
Niedersachsen fragen Seealpenleute:
„Ciao, sachtma, wie war denn dat Wetter so heute?“
„Schön zum Skifahren war’s und auch zum Baden!
Ja, wir war’n noch am Strand nach’m Sessellift –
Und vergaßen glatt, Euch einzuladen …
Sowas merkt man ja erst, wenn man sich später trifft,
Auch, wie schnell man gewöhnt sich ans Hochgefühl,
Dass man nicht täglich stöhnt: ‚Heute wird’s wieder kühl‘.“
Nun, dafür können Niedersachsen
Weil am Tiefpunkt, nur noch wachsen.
Der Gang klingt im Frühling viel weicher,
Wenn das Winterschuhwerk letzte Gänge tritt
Als ein smoother Move’n’Groove-Schleicher,
Der noch Wochen zuvor über Eisflächen glitt.
Wie das Licht, wandeln fortschreitend sich die Geräusche …
Und behauptet jetzt nicht, dass ich mich da wohl täusche –
Nein, alles ist Frühlingserwachen.
Und ich denke mir: Soll er mal machen!
Nun, alles forciert sich aufs Winterverschwinden –
Und alles giert willig aufs Restüberwinden.
Die Rotzfahnen-Twens mit all ihrer Sickness
Der veganunterfütterten Widerstandskraft
Hustet mich an, dass auch ich wohl bald Wick ess.
Die Regio-Luft tränkt bazilliger Saft.
Eure Laune dagegen ist minderansteckend –
Ihr wähnt euch als Aufmupfes Kinder aneckend
Und bekommt von euch selbst nicht genug.
Zelebriert über Handys ’ne Abstandsgewalt
Und schon fühl ich durch euch mich grad unsagbar alt –
Trotzdem sitzen wir im selben Zug!
Llen und Lfriede zLten in der WLt der Lfen,
Können ihren Ltern deshalb eher sLten hLfen.
GL, in derlei FLlen gLte „WLpen-Undank schLten!“ –
Doch reL: WLch Lch hLt noch zu Ltlichen VerprLten?
Der Liten Ldorado ist die LbogengesLschaft,
Die Legant und Loquent grad Ltere hinwegrafft (bzw. Liminiert)!
Lfjährigen kaum vorstLbar,
Leven dann Lementar:
Oft grL gefLt in WLlen,
Sich graue ZL’n erhLlen!
„Was,“ fragst du verängstigt, „sind das für Geräusche?“
Besänftigend sag ich: „Wenn ich mich nicht täusche,
War das grade das hohle und höhnende Gähnen
Von Fleischfetzen schnetzelnden Wolfszombiezähnen.
Das andre der schrille Pfiff vor dem Gesinge
Einer auf dein Genick ziel’nden Blitzfallbeilklinge.
Und schließlich die Hex, die ans Fensterchen drückt
Und schon die Zerstückelungsrostmesser zückt.
Vor den’n sind wir drinnen hier sicher, mein Kind!
Aber fürchte den nie zu berechnenden Wind …!
An diesem Ort könnt ich ein Leben verbringen,
Doch hab nicht mal dreißig Prozent.
Ich würd die Idylle auch lautstark besingen –
Doch finde hierzu keine Band.
Was man alles erlernt,
Eh man sich dann entfernt?!
Es befleckt die Erfahrung mit Inflation.
Denn je glatter ich sowas wie Leben verstehe,
Desto mehr schwillt der Unterton, dass ich vergehe –
Bin sinnlos der Rohheit entfloh’n.
Mit schwerem Kopf hinabgeneigt,
Umkranzt von goldnen Strahlen –
Ein krauser dunkler Kern entsteigt
Den unverblümten Zahlen,
Die ungestüm zu zügeln glauben,
Dass nur bestünd, was sie erlauben.
Mir ist bewusst: Es ist erloschen –
Das Feld in allem abgedroschen.
Doch der Blitzrausch des Sommers schwand nicht in die Ferne –
Er säuselt im Glutnest der dunkelsten Kerne …