Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Nymphenburger Schlosskanal & das zweitausendachthundertdritte Gedicht

    Eislaufen auf dem Nymphenburger Schlosskanal

    Eishockey

    Das Eishockeysein ist mir Leerstand im Leben –
    Es wird keine Eishockereien mehr geben!
    Der Abstand – zu groß zwischen mir und dem Schläger,
    Entschied ich, der sonst ja ein Dauerabwäger:
    Kein Puck erzeugt’s Zucken vom Gern-mit-Dabeisein.
    Es heißt trotz Gefall’n an der Zuschauerei „Nein,
    Mein Leben gibt kein’n Moment Eishockey her!“
    Und von solcherlei Leerstell’n gibt’s hundertfach mehr …


  • Vorletzter Mond & das zweitausendsiebenhundertachtundneunzigste Gedicht

    Mond über Moosach

    Dezember, Update (Jahresrückblick 2025)

    Da haben wir mit letzter Kraft
    Es an die Ziellinie geschafft!
    Doch jetzt bitte hier nicht schon zur Abreise packen –
    Der Dezember gibt uns noch manch Schlag in den Nacken:

    Der Mitmach-Jihad für Jedermann
    Knüpft wieder an frühere Anschläge an:
    15 Opfer am anderen Ende der Welt
    Für das Ende des Tötens sorgt der Bondi-Beach-Held,
    Dessen Herkunft dann vorschnelle Schlüsse verhindert
    Und das Hetzpotential rechter Stimmen vermindert.

    Israel erkennt plötzlich Somaliland an,
    China droht so wie gewohnt gen Taiwan …
    Aber: Waffenruhe! Zwischen Kambodscha und Thailand. Gut, klar:
    Das gab’s schon einmal dieses Jahr.
    Derweil Schwärzungsstifte über die Epstein-Files huschen
    Zur Melange aus Freigabeweitervertuschen …

    Rosa von Praunheim beendet die letzte Show,
    Chris Rea fährt heim, Brigitte Bardot.
    Thomas Gottschalk – keine Angst, ging nicht ganz von uns, nö –
    Sagte krankheitsbedingt nur dem Spotlight Adieu.

    Das willige Europa einigt sich in Berlin,
    Als Security-Wachdienst zusammenzuzieh’n,
    Weit’re Treffen, neue Pläne und Verstreichen von Zeit …
    Doch es braucht wen, der Russland von Putin befreit.
    Das eingefrorene Geld sollte man dazu nützen,
    Aufbegehrende Jugend in Moskau zu stützen –
    Dann bleibt das Vermögen zumindest im Lande
    Und hilft bei der Säub’rung von Wladimirs Schande.

    Nach Adventskalendern öffnet man Sparkassentürchen
    In – ausgerechnet! – Gelsenkürchen!
    Im Iran regen sich Streiks und Demonstrationen,
    Dann phantasiert jemand von 91 Drohnen
    Und damit man dies Jahr nicht im nächsten vergisst,
    Lern’n wir, was ein Flashover ist.

    Und ein kurzer Blick in die Glaskugel …
    Zu Neujahr heißt’s nach Straßenkrieg wieder devot:
    Ja, sicher wär’s sich’rer mit Böllerverbot.


  • Happy Birthday, lieber Blog & das zweitausendsiebenhundertzweiundneunzigste Gedicht

    In Neuhausen

    Zehn Jahre

    Zehn Jahre einer Szene nun dein gutes Bye gesagt,
    Zehn Jahre den Erfolg der Unternehmung hinterfragt.
    Zehn Jahre steh’n dir nicht mehr zu für etwas zu verprassen.
    Zehn Jahre warn’s und jetzt gib Ruh! Was meinste?
    Könnte passen.


  • An den Auffahrtsalleen & das zweitausendsiebenhunderteinundneunzigste Gedicht

    Erstes Eis auf dem Nymphenburger Kanal

    In Deckung gehen

    Die erste Eisschicht blitzt und mahnt,
    Dass hier bereits der Winter zahnt
    Und erste Seelen pflückt.

    Und war da grade nicht ein Zischen:
    Vielleicht wird’s dies Jahr dich erwischen! – ?

    Du gehst fortan gebückt.


  • Nördliches Schloßrondell & das zweitausendsiebenhundertneunzigste Gedicht

    Fassade am Nördlichen Schloßrondell Nymphenburg

    Im Abgang

    Das Jahr ist jetzt wohl leergeschrieben,
    Drei Worte sind allein verblieben,
    Die mag ich nicht mehr schreiben.

    Die könnt‘ ich, sollte jemand fragen,
    Bis einschließlich Silvester sagen,

    Doch will’s nicht übertreiben!


  • Abbau & das zweitausendsiebenhundertneunundachtzigste Gedicht

    Backstage Clubbühne nach dem Toxoplasma-Konzert

    Toxoplasma im Backstage (Gedichtrezension)

    Nun mit so vielen Jahren Verspätung
    Dann doch Toxoplasma geseh’n.
    Ich erflehte mir damals das sehr jung,
    Nur ist es halt niemals gescheh’n.

    Vor der Zeche hab ich einst das Geld mir erschnorrt –
    Doch dann hieß es, sie sei’n schon vorbei.
    Heut bin ich viel knapper – mit Fahrschein! – vor Ort,
    Hab ein Online-Ticket für zwei:

    Der eine strahlt feist voll „Ich kann’s mir jetzt leisten!“,
    Der andre sein zierlicher Ahne.
    Es standen Spalier in solch Paaren die meisten
    Nach 40 Jahr‘ reifendem Plane.

    Hab nach all der Zeit heut Toxoplasma geseh’n
    Und „Asozial“ gesungen.

    Für dich mag dies schal Museales umweh’n.
    Für mich hat’s wie gestern geklungen.


  • Moosacher Beeren & das zweitausendsiebenhundertachtundachtzigste Gedicht

    Herbst in Moosach

    Eichenlaub

    Von meiner spät entschloss’nen Eiche
    Schwebt stetig, jeden Augenblick
    (auch wenn mir schwant, das ist ein Trick),
    Ein braun-entfärbtes Blatt hinab.

    Da ich das mit dem Baum abgleiche
    (der, wenn man ihn bedächtig misst,
    Nicht wirklich übermächtig ist),
    Ich Folgendes errechnet hab:

    Entlaubt er sich in jenem Takt
    (was selbstverständlich in der Nacht
    So niemand wirklich überwacht),
    Wär dieser Baum längst licht.

    Warum die Krone noch nicht nackt
    Trotz permanentem Starkverlust
    (war mir bislang auch ungewusst),
    Enthüllt nun dies Gedicht:

    Fühl’n sich die Blätter nicht beachtet
    (ob sichtgeschützt, ob weil es nachtet),
    Dann treten sie den Rückmarsch an

    Vom Stamm zum Ast zum Zweig zurück;
    Man rastet ein mit leisem Klick –
    Schon hängt man wie zu Anfang dran!

    Drum braucht der Abfall vom Behang
    Auch dieses Jahr besonders lang.


  • Verspäteter Nikolaus & das zweitausendsiebenhundertsiebenundachtzigste Gedicht

    Verspäteter Nikolaus im Advent

    An die Rotznasen am Nebentisch

    Ich würd bei Kranken mich bedanken,
    Wenn sie ihr’n Wirkungskreis verschlanken
    Auf eigene vier Wände.

    Nichts treibt mich, von ihr’m Virenleiden
    Ein eignes Scheibchen abzuschneiden.
    Verständlich? Danke! Ende.


  • Rotbuche, weiß & das zweitausendsiebenhundertdreiundachtzigste Gedicht

    Bemalte Rotbuche im Botanischen Garten München

    Ripostegedicht auf „Verse zum Advent“ von Theodor Fontane unter Benutzung aller Endreime

    Wär’se nich am End …!

    Ich wollte mich noch grad entflohn,
    Da warst du Weihnachtsengel schon
    Zur Stube rausgeschritten.
    Aus meiner unt’ren Mitten
    Erklang ein pupsig Seufzer-Ton.

    Die Abfuhr ging mir wirklich nah,
    Grad als ich in den Kühlschrank sah,
    Aus dem ich sonst abzweige,
    Doch der war pure Neige –
    Allein sechs Flaschen Schnaps noch da!

    Der’n Spirits werd’n mich jetzt verheer’n
    Und aus dem Kern der Welt entfern’n.
    Man wird an meiner Fahnen
    Mein letztes Mahl erahnen.
    Und über allem schwebt dein Stern!


  • Rückspiegel & das zweitausendsiebenhundertzweiundachtzigste Gedicht

    Herbstliche Seespiegelung im Botanischen Garten München

    November (Jahresrückblick 2025)

    Sessionsbeginn vom Karneval,
    Black Friday gibt’s jetzt überall,
    Und Haftbefehls Entgiftungsschritt
    Bringt Reinhard Mey ’nen späten Hit.
    Dank Klöckner weiß nun jedes Kind,
    Dass wir der Puff Europas sind.
    Die Eisbachwelle ist verschwunden,
    Und Lindner hat ’nen Job gefunden:
    Autobranche – war ja klar!
    Da steigt ein Bürgermeister-Star
    Am Himmel von New York jetzt auf,
    Grätscht in den MAGA-Siegeslauf
    Mamdani heißt der Feelgood-Hit
    Und eine halbe Welt hofft mit.

    Friedrich Merz wird 70, kriegt Krawatten,
    Muss Brasilien ’nen Besuch abstatten.
    Nun, als Fazit der COP30:
    Im Beleid’jen war’er fleißig!

    Und emsig geht’s von Belém nach Berlin,
    Um drei Beschlüsse durchzuzieh’n:
    Die Industriestrompreise senken,
    Den Airlines Ticketsteuer schenken
    Doch dann verwandt man beim Schnüren der Rentenpakete
    Zu viel für die Jugend verlorene Knete.
    Prompt schreiten da zur Rebellion
    Sieben ältere Herren der jungen Union.
    Jedoch die Linke lässt sich trimmen,
    Dann per Enthaltung zuzustimmen, Bingo!

    Die AFD trifft in Sotchi jetzt Putins Gesellen,
    Wird der’n Anfragen dann an den Bundestag stellen,
    Und ihr Jugendverband wird in Giessen begossen:
    Die „Generation Deutschland“ übt fest entschlossen
    Das scharf gekeifte Hitler-R –
    Man ist ja nicht bloß irgendwer!
    Und die Brandmauer ist ja schon lang nicht mehr recht
    Der scheidenden Frau Wagenknecht.
    Der’n Partei klempnert schnell ihren Namen um, doch
    Seh’n wir’s mal reel, Leute! Lohnt sich das noch?

    Der wieder öfter hofierte Erdogan
    Verknackt aus Diktatorenwahn
    Imamoglu zu 2.430 Jahr’n
    Haft – ja, das klingt viel, klar, wobei:
    Also, wenn er die schafft, ist er immerhin frei!

    Nun ist der Monat beinah um,
    Doch komm’n wir nicht um Trump herum!
    Der Rekord-Shutdown ist jetzt beendigt,
    Da fordert er voll ungebändigt
    Die Todesstrafe für renitente Demokraten –
    Was soll man von ihm sonst erwarten?
    Doch will er den Ukraine-Krieg
    Für sein’n privaten Schlichter-Sieg:
    Ganze 28 Punkte für den Frieden, das fetzt!
    Hab’n die Russen für Wittkoff bereits übersetzt …
    Nur Europa entgegnet: „Wir seh’n da jetzt keine
    So wirkliche Anreize für die Ukraine?!
    Vielleicht lässt sich zumindest noch an den Rändern
    Im Sinne Selenskys da irgendwas ändern?“

    Der Kreml verhöhnt dies als „Magisches Denken“ –
    Woll’n wir’s weiterverfolgen oder kann man sich’s schenken?
    Dieses schamlose Hin und Her ist kaum noch stemmbar –
    Fast möcht‘ man schon fliehen, hinaus zum Dezember.


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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* Hawaii
* Indien
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
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