Der Blumengeschäftduft erinnert mich
An nah’nden Kaffee plus Torte,
An trauerkranzbindende Hilflosigkeit,
Ans Finden mauer Worte.
Der Blumengeschäftduft erinnert mich
An Dunst überm Aquarium
Im Mischmasch wunder Blüten,
An „Denk bitte jetzt nicht ans Geld, Kerl!“-Konsum,
Den Anlass zu vergüten.
Der Duft im Blumenladen wollt‘
Stets Auftakt sein zum Feste.
Ob heit’ren Sinns, ob scharf durchmollt –
Wir wurden mit ihm Gäste.
Und aromatisch schält sich aus:
Der Anlass für den Blumenstrauß.
Mir bleibt’s eine besond’re Luft –
Der Blumenläden eigne Duft.
Über manchen Straßennamen
Steigt ein ganzer Himmel auf:
Windiger Legenden Rahmen,
Welt für manch Gedichtverlauf,
Pflaster längst verwundner Wunden,
Mein Triumphpfad für Sekunden.
Namen, Straße, Häuser auch –
Alles war mal Schall und Rauch.
Schon wieder verpasst, diese Stadt zu erobern.
So viel an Optionen – und alle verpasst.
Und müßig scheint’s, hier nun groß auszubaldowern,
Warum du dich nun wohl für welch Schritte hasst.
Die Stadt liegt hier willig, mit allen Optionen –
Und sie alle wär’n volksnah zu fassen gewesen!
Du merkst, du wirst nicht mehr sehr lang in ihr wohnen,
Und sie lässt sich bereits als Vergangene lesen.
Allzu leicht schiebt sich nun alle Schuld auf die Stadt –
Anstatt selbst was zu tun, war ich lustlos und matt
Und wohl einfach vom Wesen her immer zu spät.
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden
Knuddeln mich beim Schlendern,
Sie laden ein, in der Historie zu baden.
Zu gern überzeugt von den Blendern,
Die Legendengeländer um jede Burg ketten,
Werde ich einfach mit restauriert zu ’nem netten
Wurstigen Stadtbursch von irgendwann früher –
Durch und durch Durch-ein-Jahrhundert-Bemüher.
Kurz einmal eintauchen kann ja nicht schaden,
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden!
Es bräuchte hier jetzt noch ’ne Bank und ’n Tisch.
Ich hol von der Bank und der Stadt mir’n Wisch –
Dann stehtet!
So jehtet
Nich!
Ich
Muss der Stadt an Eides statt
Versichern, dat ich beides nat-
urgerecht platzier‘ – wie’s kat-
alogisiert irgendwo,
Statthaft belegen – sowieso.
Für’n Wisch zum Wisch braucht’s noch’n Wisch –
Soweit dann ersma. Für den Tisch.
Was die Bank anbelangt, hat die Stadt mir geschrieben,
Man habe mein Anliegen dankend vernommen,
Doch würde man momentan nur dazu kommen,
Es auf die lange Bank zu schieben.
Im Sommer gibt es hier nicht genug Bänke –
Das zwingt Müde aufrecht zu steh’n
Trotz des kränkelnden Jammerchors aller Gelenke
Und des „tout est perdu!“-Tons der Herzkasperfeen.
Und für einen Moment scheint hier Kleinholz wahrscheinlich –
Aber alles denkt stolz: „Nee, das wär mir zu peinlich!“
Und der Aufstand der Steh’nden bleibt aus.
Drum zu Kurparks nicht nur starke Gangs übersteh’n,
Sondern lederne Gerdas bestimm’n das Gescheh’n –
Die zieht’s schon im Frühtau hinaus.