Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Dom zu Unserer Lieben Frau & das zweitausendneunhunderteinundzwanzigste Gedicht

    Dom zu Unserer Lieben Frau & das zweitausendneunhunderteinundzwanzigste Gedicht

    APRIL 2026 (Jahresrückblick IV)

    Die Asia-Hornisse stürmt die Gliedertierwelt,
    Da in Hamburg ein Wolf ’ne Passantin anfällt –
    Doch noch biestiger, glaub mir,
    Ist das menschliche Raubtier …

    Es gab 2.600 Kriegsdienstverweigerung’n im ersten Quartal
    Und 350.000 Bewerbung’n bei Rheinmetall.
    Was zeigt, in welch Richtung der Wind heftig dreht,
    Der im Land der Reformstaus das Phlegma umweht.

    Zwar wird auf Schulstreiks strikt gegen die Wehrpflicht skandiert,
    Doch Verhandlungen boomen, nach den’n gar nichts passiert
    Und Friedensfürst Trump schießt sich jetzt auf den Papst ein.
    Er malt sich als Jesus – doch will nur ein Arzt sein.
    Was der Welt herzlich wenig Erlösung verspricht.
    Doch per Ablösung rückt etwas Hoffnung ins Licht:

    … auf ABBA „Thank you for the music“
    16 lange Jahre haben wir nach Ungarn ungern geschaut,
    Wie’ne Pest hat Budapest uns Bruder Victor Orban versaut.
    Er hat Europa gespalten, gegen Homos gehetzt,
    Er hat EU-Interna stets an Putin verpetzt –
    Autokraten sind – unter’nander geschätzt
    Mitunter doch sehr gut vernetzt.

    Stur hat er per Veto der Ukrainehilfen Geldfluss blockiert
    Von asozialer Geltungssucht und nationalem Ego borniert.
    Schien der ewige Sieger, dann versauten ihm’s ganz:
    Die Wahlkampfunterstützungen durch Trump und der Wanz‘!
    Autokraten sind – zumindestens ab jetzt
    Nicht per se als Sieger gesetzt. Wir sagen:

    Danke fürs Gemurkse – du kannst jetzt gehen,
    Wir sag’n Auf Niewiedersehen!
    Denn ein Victor wen’jer ist für die Demokratie
    Ein Victory!
    Weil wir jetzt merken, wir sind stärker als die,
    Sagen wir Danke fürs Gemurkse, für Gift und Bulimie!
    (… weil wir doch mehr sind als die, sagen wir)
    Danke fürs Gemurkse, für Gift und Bulimie!


  • Mittwoch, 12. August 2026 & das zweitausendneunhundertzwanzigste Gedicht

    Mittwoch, 12. August 2026 & das zweitausendneunhundertzwanzigste Gedicht

    Sonnenfinsternis, partielle

    Als hätte dem T wer den t-Strich geklaut,
    Zuvor noch den i-Punkt nebst L-Eck verdaut.
    Als wär das C-H komplett kehlloser Laut –
    Das Wort insgesamt erst zur Hälfte erbaut …
    Es fehlte manch Rinnsal vom üblichen Licht.

    Naja, aber finster?! War’s eigentlich nicht.


  • Torfbahnhof & das zweitausendneunhundertneunzehnte Gedicht

    Torfbahnhof & das zweitausendneunhundertneunzehnte Gedicht

    MÄRZ 2026 (Jahresrückblick III)

    Festgemauert wird um 12 der Spritpreis auf das Schild gebrannt –
    Teurer wird’s heut nimmer werden – auf, den Zapfhahn in die Hand!
    Weh, der Straße namens Hormus fehlt es an Geschmeidigkeit,
    Da der Influencer-Himmel über Dubai „Helft uns!“ schreit …

    Der Weg durch die Meerenge wechselt im Nu:
    Ist auf – zu – auf und wieder zu.
    Doch wo Rohöls Kräfte sinnlos halten,
    Wird sich der freie Markt entfalten
    Und der Schmierstoff des Wohlstands wird unverschämt teuer!
    Es zähmt auch den Übergewinn keine Steuer …
    Teurer wird das Leben werden – doch die Regierung, die euch liebt,
    Verspricht nun allen 1.000 Euro (nun, die euch jemand and’res gibt!)
    Und nehmet hin ’nen Tankrabatt!

    Gott, hamwa dat Gezanke satt,
    Wenn man für Sprit mal mehr berappt!
    Da Zuversicht sich arg verknappt,
    Frau Bas in fette Näpfchen tappt
    Und Timmy auf ’ne Sandbank schwappt,
    Mault alles, dass schier nichts hier klappt!
    Ja, dies Land, wo Epstein Ulmen heißt,
    Ist sooo lang schon erfolgsverwaist –
    Man vermisst das alte Wachstums-Plus,
    Es mangelt auch an Gas vom Russ‘ –
    Nur an Unmut, Wut, Frust und Verdruss
    Herrscht hier im Lande Überfluss.

    Immerhin: BaWü bleibt grün – dank rehbrauner Augen,
    Die dem Sieg der Union die Prozente aussaugen.
    Und zeitgleich verläuft dann in München die Wahl
    Für Hochross und Reiter eh’r suboptimal.
    Sehet: tatsächlich gleich zwei grüne Sieger!
    Doch drängt’s jetzt auf die Bühne Krieger,
    Die aus der Höcke heraus, unter Pöpler-Applaus
    Als Alternative erstmals Umfragen toppen.
    Ist die Demokratie, unsre Schutzglocke, hie?
    Wie lässt sich nun noch rechter Höhenflug stoppen?
    Nun, die Prüf-Demos besucht, wer findet,
    Dass das nicht mehr von selbst verschwindet …

    Unsre Koalition ist – und das sagt nicht nur sie –
    Die letzte Patrone der Demokratie.
    Und wird diese im Machtpoker sinnlos verschossen,
    Wird uns keine Schutzglocke nochmals gegossen!
    Oder nach Schiller:
    „Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
    Sich alle Bande frommer Scheu,
    Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
    Und alle Laster walten frei.
    Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
    Und grimmig ist des Tigers Zahn,
    Jedoch der schrecklichste der Schrecken
    Das ist der Mensch in seinem Wahn.“

    Drum auf, zur Mitte, herein! Herein!
    Lasst uns die alte Glocke weih’n
    Zu übertön’n der Ränder Schrei’n:
    „Alarmglocke“ soll ihr Name sein.


  • Lichtgestalten & das zweitausendneunhundertachtzehnte Gedicht

    Lichtgestalten & das zweitausendneunhundertachtzehnte Gedicht

    Alte Szenegrößen

    Wenn ich etwas vermissen dürfte …

    Dann wie ich einst mösigen Rebensaft schlürfte,
    Als die Hitze des Tages sich im Fahrtwind verlor –
    Und am Morgen kroch sie unterm Bettzeug hervor.

    Gell, das waren verdammichnoma wilde Zeiten!
    Auch wenn das die Fotos von früher bestreiten.
    Und wir hätten, ganz sicher, nie ein „Gell“ uns erlaubt –
    Zu niedlich, zu südlich und, Kerl, überhaupt:
    Wir waren Giganten in unsren Geschichten!
    Dann ward man gewahr, dass die Haare sich lichten …

    Doch manch Konvention blieb mit „Niemals!“ beflaggt
    Und was wir uns glaubten, das war für uns Fakt!
    Wir sprengten die Grenzen mit unsrem Benehmen,
    Wir war’n in der Endlichkeit nicht mehr zu zähmen –
    Wir machten einander uns selber zum Star!

    Nun, der Catwalk ist weg. Aber wir sind noch da.


  • Ricklinger Kiesteiche & das zweitausendneunhundertsiebzehnte Gedicht

    Ricklinger Kiesteiche & das zweitausendneunhundertsiebzehnte Gedicht

    Februar 2026 (Jahresrückblick II, 2)

    Halb elegant frag ich, was war
    Noch relevant im Februar?

    Olympia startet und Lindsey Vonn stürzt,
    Bei der Integration werd’n die Kurse gekürzt,
    Bad Bunny würzt den Super Bowl,
    Gil Ofarim siegt superhohl
    Im Dschungel, auf dass von euch niemand vergisst,
    Wie höchst telegen eine Abbitte ist,
    Weil’s wie’n Pavian-Waise die Herzen rührt,
    Wenn’s zu seinen Best Buddy ’nen Stoffaffen kürt.
    Voll niedlich, so Affen! Wer rafft da das Drama
    Um Affenbilder von Obama?!
    Die Sagrada Familia wird vollendet, Anke Engelkes Bahnwerbung eingestellt,
    Da Saviour Xavier Naidoos Wahn ’ne klare 10 von 10 erhält.
    Pakistan und Taliban sind kriegsbereit seit Tagen,
    Bei uns wird in der Deutschen Bahn ein Kontrolleur erschlagen,
    El Menchos Tod schürt einen Banden-Furor
    Und Deutschland bangt vorm Schufa-Score.
    Es gibt Rücktritte wegen der Epstein-Affaire,
    Die Artemis-Mission missioniert uns, es wäre
    Unser Planet wieder doppelt so schön,
    Wenn wir uns ans Hinter-dem-Mond-Leb’n gewöh’n.


  • Strohfeuer & das zweitausendneunhundertsechzehnte Gedicht

    Strohfeuer & das zweitausendneunhundertsechzehnte Gedicht

    Februar 2026 (Jahresrückblick II, 1)

    Da der Ukraine-Krieg sich schon zum vierten Mal jährt,
    Die Weltlage uns neuen Nachwuchs gebährt.
    Und weil Mullah-Mutti Chamenei bei der Entbindung verschied,
    Vater Trump seinen Balg jetzt alleine erzieht.
    Er tauft ihn – ganz Heißsporn – „Gewaltige Wut“!
    Oh, da schwant schon so manchem: Das endet nicht gut …
    Ganz Europa jault Protestgenöhl,
    Pete Hegeseth krault sich das Gemächt –
    Denn „Völkerrecht“ ist ohne „öl“
    Bloß fuckin‘ stumpfes „Vkerrecht“ –
    Drum Barbarei statt Babybrei,
    Mehr Ultimaten statt Penaten!
    Doch Sanchez lässt von Spanien kei-
    ne Kampfbomber mehr starten.
    „Das ist nicht unser Krieg“, tönt auch Herr Merz –
    Denn er will für das Gör keinen Unterhalt blechen.
    Nur, willst du mit Trump kein’n persönlichen Terz,
    So solltest du nicht in dies Wespennest stechen!
    Wo’s schon ob des Supreme Courts Entscheidungen grollt,
    Weil man keinen Respekt Donalds Zoll-Liste zollt.

    Nur Parteifreunde freu’n sich, dass Friedrich so brennt
    Und sie wähl’n ihn zum Vorsitz mit neunzig Prozent!


  • Kunstwiese Extraschicht & das zweitausendneunhundertfünfzehnte Gedicht

    Kunstwiese Extraschicht & das zweitausendneunhundertfünfzehnte Gedicht

    Januar (Jahresrückblick 2026)

    Kurz nach dem Korkenknallen war es –
    Da lern’n wir die erste Vokabel des Jahres:
    „Flashover“ in Crans-Montana, drauf „Blackout“ in Berlin –
    Die Vulkan-Gruppe löscht da das Licht aus. Grad zu Kai Wegners Tennistermin!
    Auch der Merzfritze prägt einen neuen Begriff,
    Denn der Leistungsbereitschaft im Land fehlt’s an Schliff,
    Und das prangert er an als „Lifestyle-Teilzeit“.
    Weil alles „Thailand-Reise, geil!“ schreit.
    Derweil bleib’n weitgeh’nd ohne Likes:
    Die ÖPNV-Verdistreiks
    Dann wird, was im Land an Verkehr sich noch regt
    Vom Wintereinbruch abgesägt.
    Eiskalt erwischt’s manch Fußballspiel –
    Boah, mit dem Stillstand in Deutschland wird’s langsam zu viel!
    Was noch läuft, ist ein Drohnenmegadeal
    Mit der MAGA-Ratte Peter Thiel –
    Ja, so sonderbar versandet das „Sondervermögen“ …
    Gewählt zum Unwort des Jahres – wer fragt noch „Wöswögen?“

    Nun, wenn’s dem Herrn Dichter hier nicht mehr gefällt –
    So richt‘ er sein’n Blick auf den Rest dieser Welt!
    In Cordoba entgleist ein Zug,
    Was 46 tötet,
    Da in Gaza der Plan für ’nen Friedensversuch
    Zur zweiten Runde trötet;
    In Aleppo werd’n Kurden zu Freiwild erklärt –
    Was der Westen der neuen Regierung gewährt.
    Nun, man muss im Klan der Chilligen
    Gewisse Dinge billigen …!
    Im Iran begehrt das Volk auf, protestiert unverdrossen.
    Doch bevor dort was kippelt, wird alles zerschossen.
    Und dann muss man für die Leichen von Töchtern und Söhnen
    An die Mörder zunächst das „Patronengeld“ löhnen.
    Ja, es kann unser Klan der Chilligen
    Auch solche Dinge billigen!
    (nunja, kurzer Spoiler – ich bin mal so frei,
    Es folgt in dem Jahr noch ein Teil Nummer Zwei!)
    Das EU-Abkommen mit Mercosur
    Dräng’n Grüne und Rechte vereint aus der Spur –
    So erntet man mal in der Landwirtschaft Wähler
    Denn die woll’n keine Steaks hier aus … Venezuela.
    Dort setzt jetzt Maduro Ausgehtrends
    Für junge Jogginganzug-Fans:
    „Die findisch im Flugzeug und Zug voll bequem!“
    Sobald sowas trendet, muss niemand sich schäm’n.
    Und überhaupt: Scham – is soo Zweitausendzehn,
    26 bekomm’n wir Entgrenztes zu seh’n!
    Musks „Grok“ erzeugt freizügig Bottomless Pix –
    Die verbergen – konträr zu den Epstein-Files – nix!
    Und ohne weit vorauszutraben:
    Es war das Jahr der Großbuchstaben.
    Und niemand schrieb größer und stilbefreiter
    Und stetig aggressionsbereiter
    Als Kampfschlumpf Trump auf Truth Social Truth –
    Ein Mann noch schlechter als sein Ruf!
    Voll ungebremster Headline-Gier
    Und offenkundig geistig wirr.
    Das Gernegroß macht in Davos
    Die anderen Staatschefs ganz friedenratlos –
    Mit dem „Board of Peace“ stellt Donald klar:
    Die NATO ist dem Tode nah, UN – das steht für UNdankbar

    Und auch der letzte Hort deutscher Glückseligkeit
    Wird um seine Idylle betrogen:
    Oh, Apokalypse, nun ist es soweit –
    Bushido ist samt seiner Brut in Grünwald eingezogen!
    Man glaubt schon ans „Schlimmer geht’s nimmer!“ – und doch
    Es bleiben uns ganze elf Monate noch …


  • Baywatch & das zweitausendneunhundertvierzehnte Gedicht

    Baywatch & das zweitausendneunhundertvierzehnte Gedicht

    Erde, nur geborgt

    Ihr alten Säcke – und Taschen – bedenkt:
    Die Welt, die euch dahingeschenkt
    Samt dem Netz, das euch treu mit Gesprächsstoff versorgt –

    Ihr habt all dies nur vom Algorithmus geborgt!


  • Grottoeinstieg & das zweitausendneunhundertdreizehnte Gedicht

    Grottoeinstieg & das zweitausendneunhundertdreizehnte Gedicht

    Ut-ut-ut

    Der Dude mit dem Pepitahut
    Ist in the mood für ’nen Disput
    Und schüttet das Rekrutenblut
    (statt, dass er mal was Gutes tut)
    Vor Ruths Bestattungsinstitut –
    Fand Martin Lutter nicht so juut!

    Ja, mancher geifert voller Glut
    Nach einem Feelgood-Attribut:
    Nun, sowas wie „Piratenmut“
    Fänd der Kanute Hartmut cute,
    Doch plumpste in die Unstrut-Flut
    Auf deren Grund er fortan ruht.

    Freund Knut spuckt rundum resolut
    Beim Husten eimerweise Blut.
    Nun, Ouzotrunksucht und Skorbut
    Sie fordern nun mal ihr’n Tribut.
    Vorm Formulier’n vom Rum-Statut
    Noch Lust zum Umtrunk? Absolut!

    Ein Fötus guckt aus Muttis Fut –
    Wie man das vor Geburt halt tut.
    Doch Brutus stutzt die Nuttenbrut,
    Nullt ihren Pulsdruck wohlgemut
    Mit ungebremster Blutdurst-Wut
    Das läuft in Zukunft unter „rude“.

    Glenn Miller tutet „In the mood“,
    Und die Nudisten putzen nude,
    Man postet: „Cool, uns geht’s zu gut
    Dank Influencer Super-Food!“
    Des Geistes Armut, jung und krud …
    Doch stellt solch Unfug mal auf mute!

    Ob Hooligan, ob Robin Hood,
    Ob Muslimbruder aus Beirut –
    Der Luxus von uns all’n beruht
    Auf Ausnutzung, drum laut gebuht
    Und flugs ein Grundsatz-Konvulut
    Erstellt für diese Welt.
    So bellt
    Den Unmut aus, seid auf der Hut!
    Sonst ist, verflixt und zugesewt,
    Der Globus bald kaputt-putt-puht!


  • Santa Maria Lagos & das zweitausendneunhundertzwölfte Gedicht

    Santa Maria Lagos & das zweitausendneunhundertzwölfte Gedicht

    Jahresrückblickseinstieg

    Ja, nu – schon anfangs war dies Jahr
    Nicht zähmbar und nicht stemmbar
    Und das galt leider offenbar
    Von Januar bis Dezember.


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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