Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Wasserspiel Aquaretum & das zweitausendneunhundertzweite Gedicht

    Wasserspiel Aquaretum & das zweitausendneunhundertzweite Gedicht

    Unter Eidgenossen

    Auch dort, wo die Schweiz einfach Schweiz ist,
    Beginnt sich der Urlaub zu regen.
    Wem Berggipfelaussicht von Reiz ist,
    Komm’n Schweiz-Aufenthalte entgegen.

    Manchem ist es alleine die Sorglosigkeit,
    Die sich türmt in den Migros-Regalen.
    Andre maulen dagegen, man müsst für die Zeit
    Unter Schweizern doch sehr viel bezahlen.

    Doch das saftige Grün, die Türkiskraft der Seen –
    Sie lassen ein wohliges Prickeln entsteh’n
    Wie ein testend Beschnuppern der Sorglosigkeit.

    Ein Schälchen von Luxus, genösslich in Eid.


  • In Küsnacht & das zweitausendneunhunderterste Gedicht

    In Küsnacht & das zweitausendneunhunderterste Gedicht

    Gewusst wo

    Nach einer Nacht von Küssen
    Bin in Küsnacht ich erwacht.
    Ich denk, Küsnachter wissen,
    Was uns küssbegierig macht.


  • Brückeninnern & das zweitausendneunhundertste Gedicht

    Brückeninnern & das zweitausendneunhundertste Gedicht

    Leben im Bedeutungsverlust

    Die alten Eltern aus Olten,
    Die Welten verwalten wollten,
    Loben heut sich fürs Laben am Leben.
    Wer muss abends noch oben sein? – Eben.


  • Slam Olten Jubiläum & das zweitausendachthundertneunundneunzigste Gedicht

    Slam Olten Jubiläum & das zweitausendachthundertneunundneunzigste Gedicht

    Was denkt das Haus am Donnerstag?
    Ripostegedicht auf „Was denkt die Maus am Donnerstag?“ von Josef Guggenmoos

    Was denkt das Haus am Donnerstag,
    am Donnerstag,
    am Donnerstag?
    Dasselbe wie an jedem Tag,
    an jedem Tag,
    an jedem Tag – und selbst das beginnt zu schwinden!
    „Wer sind die Leute?“, „Wo bin ich?“
    „Dies Spiegelbild da, kenn ich nich!?“
    „Wird mir gerade Geld gestohlen?“
    „Wann kommt wer, um mich abzuholen – und wird er mich hier finden?“

    Das denkt das Haus an jedem Tag,
    am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
    und jeden Tag,
    und jeden Tag:

    „Da kommen Mutter und Papa!
    Wie war’s im Grab – gefiel’s euch?“
    Sie schenken mir zum 90sten ein lang vermisstes Spielzeug.
    Die Katz, die ich als Kind besaß,
    Schnurrt hier auf meinem Schoß.
    Mein Orientierungssinn ist klein – und diese Welt zu groß!
    Noch gibt’s eine Vergangenheit –
    Sie schwimmt hier rum in Fetzen,
    Bewahrt ’nen Rest Verbindlichkeit vor hundertausend Jetzen.

    Das denkt das Haus am Donnerstag,
    Manch Donnerstag heißt Mittwoch.
    „Ganz sicher klingelt gleich Besuch!“
    Doch folgt auf jeden Schritt Loch
    um Loch um Loch um Loch …

    Ach, wäre ich, ach, würd ich bloß
    Wie eine Katze riesengroß!
    Dann könnte Löcher, Haus und Hof ich einfach überblicken!
    Doch so umströmt mich Wirrwarr nur – und nirgends gibt es Brücken.


  • Homeoffice Krupp & das zweitausendachthundertachtundneunzigste Gedicht

    Homeoffice Krupp & das zweitausendachthundertachtundneunzigste Gedicht

    Möbliert

    Ich seh in manchen unsrer Möbelstücke
    Noch den Wunsch nach ’nem stilvollen Leben.
    Doch mangelte hierzu es zu oft am Glücke,
    Galt’s das Kleinod in Großtrott zu weben.

    Unser Glaube, wir könnten viel größer sein,
    Ward von Opfern wie diesen gepflegt.
    Sie ragen hervor, aber wir blieben klein –
    Hab’n die Möbel dann nicht mehr bewegt.

    Doch wie gern seh dich – nicht ganz ohne Stolz –
    Vor dem edlen Designregal sitzen.
    Wir werd’n aus betrübter Erinn’rung – was soll’s!? -,
    Uns etwas Zufriedenheit schnitzen!


  • Wendeschleife Bredeney & das zweitausendachthundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Wendeschleife Bredeney & das zweitausendachthundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Rückzugsort für Unverdrossene

    Den Kopf voll Versagen, die Haut voller Zecken,
    Ein Garten, in dem sich Triumphe verstecken –
    Das sind alles sehr zarte Pflänzchen!

    Im Stolz, was zu wagen, sich selbst überschätzen.
    Als Stammgast begrüßt auf den hinteren Plätzen.
    Doch immer noch Bock auf ein Tänzchen …

    Natürlich, da gäb es noch recht viel zu sagen –
    Nur müssen wir das auf ein Später vertagen,
    Da die Welt eh gefüllt ist von Zeilen!

    Für bislang Erlebtes: poetische Faxen.
    Doch erstmals kann ernsthaft aus Erde was wachsen,
    Wenn Rentner in Gärten verweilen.


  • Kokerei Zollverein & das zweitausendachthundertsechsundneunzigste Gedicht

    Kokerei Zollverein & das zweitausendachthundertsechsundneunzigste Gedicht

    Ein weiterer (der letzte) Songtext fürs nächste Marilyn‘s Army Album „Gold“.

    Geh mir weg mit Heimat!

    Fein, du hast dich neu entdeckt, sprichst jetzt Dialekt – fein, fein!
    Das klingt keck wie adrett, du machst es dir hier nett – fein, fein, fein!
    Dein Insta-Konto misst, dass du jetzt witzig bist – fein, fein!
    Man nennt dich aufgeweckt, du sprichst Dialekt – fein, fein, fein!

    Wir werd’n uns nie verkaufen
    Haben wir gedacht und es doch gemacht
    Ja, is jetzt doof gelaufen
    Nich mal’n Freispiel drin – aber immerhin
    Du hast dich neu entdeckt, sprichst jetzt Dialekt
    Ey, geh mir weg mit Heimat!
    Es ist der alte Dreck, Du kommst hier nicht vom Fleck
    Ey, geh mir weg mit Heimat!
    Individuell sprichst du jetzt Massendialekt
    Und du bist fett, fett, fett, fett, fett geworden!
    Beheimat’st dich in dem bepissten Dialekt
    Und du bist fett, fett, fett, fett, fett geworden!

    Wir werd’n uns gut verkaufen
    Hatten wir geplant, doch vorausgeahnt:
    So viel kann niemand saufen
    Dass man Paul vergisst – weil Paul jeder ist
    Du hast dich neu entdeckt, sprichst jetzt Dialekt
    Ey, geh mir weg mit Heimat!
    Es ist der alte Dreck, Du kommst hier nicht vom Fleck
    Ey, geh mir weg mit Heimat!
    Individuell sprichst du jetzt Massendialekt
    Und du bist fett, fett, fett, fett, fett geworden!
    Beheimat’st dich in dem bepissten Dialekt
    Und du bist fett, fett, fett, fett, fett geworden!

    Geh mir weg mit Heimat!
    Geh mir weg mit Heimat!
    Ey, geh mir weg mit Heimat!


  • Ruhpoldinger Fohlen & das zweitausendachthundertfünfundneunzigste Gedicht

    Ruhpoldinger Fohlen & das zweitausendachthundertfünfundneunzigste Gedicht

    Sie knien unser Lied

    Bei uns vererbt der Knieschmerz sich
    Vom Vater auf den Sohn.
    Kaum springt man auf die Paarundfünfzig,
    Verspürt man diesen schon.
    Fortan wird man sich Nacht für Nacht
    Zur Schlafbereitschaft zwingen.
    Generationen könn’n durchwacht
    Da unser Lied von singen.


  • Hinterland & das zweitausendachthundertvierundneunzigste Gedicht

    Hinterland & das zweitausendachthundertvierundneunzigste Gedicht

    Lebenslücken

    Mein Leben ist nicht komplett dokumentiert,
    Da mich vieles an mir nicht mal selbst interessiert.
    Von beschämenden Schwächen
    Von Zweifelgebrechen,
    Soll sich keine Zeile zu sprechen erfrechen!
    Mein Gelübde zu schweigen
    Wird sich euch nicht zeigen,
    Weil’s vermächtnislos nicht existiert.

    Vermutet ihr hinter den Sichtschutzwänden
    Fänden sich Verse aus schändlichen Bänden?
    Dort ist’s albern und traurig egal.

    Man kann Flecken entdecken – kein Erwecken und Schrecken.
    Und Unendlich ist nur eine Zahl.


  • Hausberg & das zweitausendachthundertdreiundneunzigste Gedicht

    Hausberg & das zweitausendachthundertdreiundneunzigste Gedicht

    Down to Earth

    Die Welt hat mich erwischt, als ich mich grad so sicher fühlte.
    Der Fisch stank, kaum dass sie in meinen Scheintalenten wühlte.
    Sie tischte unter Wut und Stutzen fehlerfündig auf
    Und grätschte meiner Seligkeit in den Karrierelauf.

    Die Welt hat mich erwischt, als alles wie beschlossen schien,
    Und beamte eine Fehlermeldung stoisch auf die Screen.
    Gelingt es auch den Technikern, sie manchmal wegzuklicken –
    Ich werde sie wie festgefror’n wohl immer dort erblicken.

    Die Welt hat mich erwischt, als ich mich quasi sicher glaubte.
    Die Welt nahm sich zurück, was ihr mein Selbstbewusstsein raubte.


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler