Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

  • Blütenpracht & das zweitausendachthundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Blütenpracht & das zweitausendachthundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Ein naives Gedichtgedicht

    Beim Weltuntergang sich mit Gedichten befassen?
    Als gäb’s keine weit’ren Probleme …!

    Ich weiß – doch ich kann halt von Versen nicht lassen,
    Denk immerzu nur an Poeme!

    Im Todeskampf fortwährend Reime zu suchen?
    Als zählten alleine Gedichte!

    Der Krebs will all meine Gedärme verfluchen –
    Da ich ihm von Goethen berichte …

    Mit Zahnschmerzen sich durch Metaphernrausch träumen?
    Als schwiege des Eiterherds Pochen
    Dank Zutrittsverbotes von lyrischen Räumen
    Und Karies säh ab vom Durchlochen!

    Nun, habe ich Verse – vor was wär mir bang?
    Was könnte Euterpes Glück schrecken?
    Nicht Zahnschmerzen, Krebs oder Weltuntergang
    Sind fähig, Gefühle zu wecken.


  • Fröhliche Morgensonne & das zweitausendachthundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Fröhliche Morgensonne & das zweitausendachthundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Das Schlössl Salonlied
    Einstiegssong zur neuen Show im Pelkovenschlössl

    Hast Du von dieser Show in Moosach schon gehört?
    (sofern dich nicht bereits der Stadtteilname stört …)
    Die hol’n da Leute ran, die sind scheinbar bekannt
    In München-City und im Rest vom Bayernland.

    Natürlich bleibt dennoch die Frage: Lohnt es sich?
    Die Pichler sagt mir was – der Klötgen eher nich‘.
    Unter der Woche fahr ich nicht so gern weit raus.
    Ich kenn‘ kein’n, der dort wohnt, wie seh’n die da aus?

    Hallo – Willkomm’n – hier im Schlössl Salon!
    Ist hier irgendjemand adlig?
    Naja, irg’ndwie schon.
    Da Ihn’n fürstlich serviert wird
    Ein feudale Freuden befeuerndes Abendprogramm.


  • Eibseerundweg & das zweitausendachthunderteinundfünfzigste Gedicht

    Eibseerundweg & das zweitausendachthunderteinundfünfzigste Gedicht

    Alte Alben

    Ich schau mir alte Fotos an
    Und staune, wie tot ich schon bin.
    Voll aufgestauter Hässlichkeit,
    Wo Lässigkeit einst drin.

    Ich schau mir alte Fotos an
    In Trauer um was ich dort seh.
    Die Flotte meiner feinen Gang –
    Umkauert vom Adé …

    Ich schau mir alte Fotos an
    Und starte älter auszuseh’n –
    Der ich doch immer jünger schien.
    Wie ist denn das gescheh’n?

    Ich schau mir alte Fotos an –
    Sie öffnen die Pforte zum Schmerz.
    Der Kipppunkt überwunden und
    Schon hinterm Grenzpfahl gärt’s.

    Es schau’n mich alte Fotos an,
    Gesotten in Namensverlust –
    Ich schau mir alte Fotos an,
    Voll Nostalgie und Frust.


  • Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

    Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

    Habe nun, ach!

    Ich wüsste gerne so viel mehr
    Von so und so viel Dingen!
    Doch wo bekomm ich Wissen her?
    Man kann’s ja nicht erzwingen.

    Nun, unser Dasein ist begrenzt
    Von Sinn und Lebensjahren.
    Doch manches Pfiffiküsschen glänzt –
    Scheint alles zu erfahren …

    Ach, könnte ich vorm Grauen Star
    Die Nachtigall erkennen,
    Am Blatt und an der Rinde Ma-
    serung ’nen Baum benennen!

    Ach, wüsste ich vom 30jährigen Krieg
    Doch mehr als dessen Dauer!
    Und mit einem My aus dem Reich der Physik
    Wär ich bedeutend schlauer …

    Wenn ich dereinst final verderb,
    So hätt ich mein Dasein, das damit dann endet,
    Zumindest in puncto Wissenserwerb
    In vielerlei Hinsicht doch vollends verschwendet!


  • Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

    Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

    Das Lesezeichen eines Toten

    Das Lesezeichen eines Toten
    Steckt noch in diesem Buch.
    Gilt an dieser Stelle ein „Durchgang verboten“,
    Wer hebt des Schlafgemaches Tuch?

    Ich jungfräute durchs letzte Auslesedrittel –
    Notiz an das Jenseits: Es war eher mittel …


  • Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

    Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

    Mein Wochenende

    Und auch diese Woche rast dahin … –
    Schon Mittwoch, da grade erst Wochenend war!
    Der nahende Freitag beschwört ein WinWin
    Das übliche „Schmied schon mal Pläne!“-Blabla.

    Denn auch dieses Weekend wird sinnlos sein –
    Zu viel freie Zeit bei geschlossenen Läden.
    Für das bisschen an Einladung mach ich mich fein –
    Im Kalendertief zieht mein Verfall seine Fäden …


  • Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Natürlich hast du da grundsätzlich recht, aber …

    Einst als Anliegen probat –
    Heute ist’s Folklore.
    Klar, bleibst du hier Frau der Tat –
    Schießt noch deine Tore.

    Manch Bewegung letzter Akt
    Heißt Fassade-Stützen,
    Die als schon beschloss’ner Pakt
    Schaden oder nützen.


  • Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

    Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

    Die Bildschöne

    Simple Schönheit ernährt sich meistatemberaubend –
    Du entgegnest „natürlich“, das Adjektiv meinend.
    Nur: Was hier selbstverständlich ist, nähert sich glaubend –
    Den Beschreibungen weit’res Erfassen verneinend.


  • Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

    Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

    Vorm „Alter, das pack ich nicht!“

    Wenn ich in meinem Leib geh
    Des Winters um den Eibsee
    Und dessen Wasser Reinheit
    Nach „Scheiß drauf, jetzt geht’s rein!“ schreit,
    Mahnt grimm des nahen Eises Schicht:
    „Ich ahne Schlimmstes – nice wird’s nicht!“


  • So groß & das zweitausendachthundertvierundvierzigste Gedicht

    So groß & das zweitausendachthundertvierundvierzigste Gedicht

    Der Schuster

    Ich werde behalten: Du warst Schuster,
    In meinem Kosmos der Schuster der Welt.
    Es war deine Werkstatt stets maximal duster
    Und alles von raschen Maschinen umstellt.

    Es schien niemand den richtigen Preis zu bezahlen,
    Als sei die Arbeit Lohn genug
    Von denen, die dich gerne weiterempfahlen
    Als Mitwisser am Selbstbetrug.

    Ich hoffe, die Rechnung ging letzten End’s auf
    Durchs probate Spendieren von Runden.
    Wer so gewichtet, zahlt vermutlich nicht drauf,
    Hat bereits unsre Zeit überwunden.

    Die Tür deiner Werkstatt fiel längst schon ins Schloss –
    Ein Verlust, der, so hoffe ich, irgend’nen Gott schert.
    Schon seltsam, wohin all die Zeit seither floss …
    Und die großen Maschinen beziffert ihr Schrottwert.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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