Was denkt das Haus am Donnerstag?
Ripostegedicht auf
„Was denkt die Maus am Donnerstag?“ von Josef Guggenmoos
Was denkt das Haus am Donnerstag,
am Donnerstag,
am Donnerstag?
Dasselbe wie an jedem Tag,
an jedem Tag,
an jedem Tag – und selbst das beginnt zu schwinden!
„Wer sind die Leute?“, „Wo bin ich?“
„Dies Spiegelbild da, kenn ich nich!?“
„Wird mir gerade Geld gestohlen?“
„Wann kommt wer, um mich abzuholen – und wird er mich hier finden?“
Das denkt das Haus an jedem Tag,
am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
und jeden Tag,
und jeden Tag:
„Da kommen Mutter und Papa!
Wie war’s im Grab – gefiel’s euch?“
Sie schenken mir zum 90sten ein lang vermisstes Spielzeug.
Die Katz, die ich als Kind besaß,
Schnurrt hier auf meinem Schoß.
Mein Orientierungssinn ist klein – und diese Welt zu groß!
Noch gibt’s eine Vergangenheit –
Sie schwimmt hier rum in Fetzen,
Bewahrt ’nen Rest Verbindlichkeit vor hundertausend Jetzen.
Das denkt das Haus am Donnerstag,
Manch Donnerstag heißt Mittwoch.
„Ganz sicher klingelt gleich Besuch!“
Doch folgt auf jeden Schritt Loch
um Loch um Loch um Loch …
Ach, wäre ich, ach, würd ich bloß
Wie eine Katze riesengroß!
Dann könnte Löcher, Haus und Hof ich einfach überblicken!
Doch so umströmt mich Wirrwarr nur – und nirgends gibt es Brücken.

