Ja, natürlich muss Italien es forsch übertreiben:
Mir sein Licht unters oberste Nasenloch reiben
Nebst der bunkerverbauten Kartoffeligkeit –
Mein von Ordnungsgehorsam geerntetes Leid
An den Provokationen der offenen Chancen!
Und wie immer macht Lebensgenuss mir Avancen.
Doch ich mich verschließen, an Heimatstolz binden
Diese Weisheit, mein Deutschsein so scheiße zu finden.
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden
Knuddeln mich beim Schlendern,
Sie laden ein, in der Historie zu baden.
Zu gern überzeugt von den Blendern,
Die Legendengeländer um jede Burg ketten,
Werde ich einfach mit restauriert zu ’nem netten
Wurstigen Stadtbursch von irgendwann früher –
Durch und durch Durch-ein-Jahrhundert-Bemüher.
Kurz einmal eintauchen kann ja nicht schaden,
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden!
Japan strahlt, dann ist man’s über,
Manches darbt und viel ist drüber,
So viel Feinheit, doch auch Grobes,
Kritisch bleiben, voll des Lobes,
Fremd wird manche Tiefe bleiben,
Höhenangst vorm Zu-Doll-Treiben.
Und umfassend bricht Vieles alle Rekorde,
Unfassbar klein ist die Panik der Horde.
Und ja, am Ende war es der Strand,
Der mich mit dem Land verband.
Ich kam vom entferntesten Sonstwo hierher
Und doch bloß getrennt durch das einende Meer.
Ich kenn diese Stadt aus dem Song von The Cure
Und in tempelumsäumter Pracht fragt es mich nur:
Wo versteckt sich hier wohl der vermisste Refrain
Im vom Overtourism verworr’nen Gemeng?
Die Begabung meines Deutschlandtickets
Bewahrt mich beharrlich in der Illusion,
Ich wäre ein tief in den Kosmos geschicktes
Versprechen. Dass nur Zufall ist, dass ich hier wohn‘,
Wo ich Tag für Tag allzusehr stoisch verweile –
Denn ich strotze vor Ausweg (an dem ich noch feile)!
Ich bin für die Welt – und die Welt für mich – offen.
Aber heut in der Enge des Gleichklangs ersoffen …