Mein Leben ist nicht komplett dokumentiert,
Da mich vieles an mir nicht mal selbst interessiert.
Von beschämenden Schwächen Von Zweifelgebrechen,
Soll sich keine Zeile zu sprechen erfrechen!
Mein Gelübde zu schweigen
Wird sich euch nicht zeigen,
Weil’s vermächtnislos nicht existiert.
Vermutet ihr hinter den Sichtschutzwänden
Fänden sich Verse aus schändlichen Bänden?
Dort ist’s albern und traurig egal.
Man kann Flecken entdecken –
kein Erwecken und Schrecken.
Und Unendlich ist nur eine Zahl.
Die Welt hat mich erwischt, als ich mich grad so sicher fühlte.
Der Fisch stank, kaum dass sie in meinen Scheintalenten wühlte.
Sie tischte unter Wut und Stutzen fehlerfündig auf
Und grätschte meiner Seligkeit in den Karrierelauf.
Die Welt hat mich erwischt, als alles wie beschlossen schien,
Und beamte eine Fehlermeldung stoisch auf die Screen.
Gelingt es auch den Technikern, sie manchmal wegzuklicken –
Ich werde sie wie festgefror’n wohl immer dort erblicken.
Die Welt hat mich erwischt, als ich mich quasi sicher glaubte.
Die Welt nahm sich zurück, was ihr mein Selbstbewusstsein raubte.
Heut werd ich ohne Sonnenblenden
Der tiefsteh’nden Sonne entgegenspazieren.
Ich zwing sie, des Resttages Wärme zu spenden –
Sie end-gleißt, mich zu illuminieren.
Mein Jederschritt schlenzt gringohaft
Mit Desperado-Qualität!
Woher solch Überschuss an Kraft?
So deplatziert, so sinnlos spät …
Vielleicht ist das Leben eine Scheibe
Und man fällt übern Rand in das Nichts.
Ich streb geblendet, blind, und treibe
Mit glühender Stirn in den Wirr-Sog des Lichts.
Der Wind vom Meer kommt kühl daher
Doch die Sonne gibt sich schon verbindlich.
Mag sein, diesen Umschwung erwünsch ich zu sehr –
Ja, bin fürs Konträre zu blind ich?
Im früh gewählten T-Shirt darf man sich durchaus erkälten
Und mit jenen im Einklang dann husten und schnupfen,
Die ähnlich frisch sich aus dem Haus heut gesellten,
Um mutig und frohen Muts aufzumupfen.
Und versuch ich auch forsch voranzuschreiten,
Ein erster Blick wendet schon um …
Das Verdrängen muss sich ein Vergessen erfighten!
Das klappt bereits jetzt nicht mehr. Dumm.
Ich wüsste gerne so viel mehr
Von so und so viel Dingen!
Doch wo bekomm ich Wissen her?
Man kann’s ja nicht erzwingen.
Nun, unser Dasein ist begrenzt
Von Sinn und Lebensjahren.
Doch manches Pfiffiküsschen glänzt –
Scheint alles zu erfahren …
Ach, könnte ich vorm Grauen Star
Die Nachtigall erkennen,
Am Blatt und an der Rinde Ma-
serung ’nen Baum benennen!
Ach, wüsste ich vom 30jährigen Krieg
Doch mehr als dessen Dauer!
Und mit einem My aus dem Reich der Physik
Wär ich bedeutend schlauer …
Wenn ich dereinst final verderb,
So hätt ich mein Dasein, das damit dann endet,
Zumindest in puncto Wissenserwerb
In vielerlei Hinsicht doch vollends verschwendet!
Simple Schönheit ernährt sich meistatemberaubend –
Du entgegnest „natürlich“, das Adjektiv meinend.
Nur: Was hier selbstverständlich ist, nähert sich glaubend –
Den Beschreibungen weit’res Erfassen verneinend.