Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Eine kleine Erinnerung, die ich da hab,
Umwegt eine Kirchenruine im Wald.
Die fiel aus der Zeit, ist sich selbst längst ein Grab
Und mahnt: Dein Fassaden-Dasein startet bald.
Bald schallern aus dir allein Durchhalt’parolen –
Dann ist’s nur ein Trotzalledem, das dich treibt.
Vitalität lässt sich nicht wiederholen,
Selbst wenn sie als kleine Erinnerung bleibt.
Ich möcht mich weiter mehrheitlich Auf dünnem Eis bewegen.
Ich habe ja bislang noch nie- mals unterm Eis gelegen.
Würd mich der Schock gebroch’nem Grunds Von Schlitterei’n entfernen?
Mag sein,
Mal bricht das Wagnis ein …
So wär’s ’ne Gelegenheit Schwimmen zu lernen!
Mir ist grad die verbliebene Weite der Enge aufgegangen.
Ich kann versteh’n: Beizeiten muss ein fixes Urteil langen.
Doch manchmal hilft ein Schnuppern an den selbst verschloss’nen Türen,
Um Sprossen zu erkennen, die vielleicht nach nirgends führen.
Doch allein ihre Gangbarkeit sich zu erahnen,
Kann dich vor zu starrer Entschlossenheit warnen.
Das Eishockeysein ist mir Leerstand im Leben –
Es wird keine Eishockereien mehr geben!
Der Abstand – zu groß zwischen mir und dem Schläger,
Entschied ich, der sonst ja ein Dauerabwäger:
Kein Puck erzeugt’s Zucken vom Gern-mit-Dabeisein.
Es heißt trotz Gefall’n an der Zuschauerei „Nein,
Mein Leben gibt kein’n Moment Eishockey her!“
Und von solcherlei Leerstell’n gibt’s hundertfach mehr …
Wir schlittern durch mittlere Jahre des Scheiterns,
Der Trott schlägt die Pläne des Fahrspurerweiterns.
Ja, wenn wir so wandel- und lernfähig wären –
Hätt’s nicht längst Beweise gegeben?
Das Immergleich prägt unsrer Spielräume Sphären,
Wir bleiben derweil in den Startblöcken kleben.
Was wünschen wir folglich uns fürs neue Jahr?
Möglichst viel von dem Zustand, der früher mal war.
Schon wieder verpasst, diese Stadt zu erobern.
So viel an Optionen – und alle verpasst.
Und müßig scheint’s, hier nun groß auszubaldowern,
Warum du dich nun wohl für welch Schritte hasst.
Die Stadt liegt hier willig, mit allen Optionen –
Und sie alle wär’n volksnah zu fassen gewesen!
Du merkst, du wirst nicht mehr sehr lang in ihr wohnen,
Und sie lässt sich bereits als Vergangene lesen.
Allzu leicht schiebt sich nun alle Schuld auf die Stadt –
Anstatt selbst was zu tun, war ich lustlos und matt
Und wohl einfach vom Wesen her immer zu spät.
Mit zehn hat sich für dich ’ne neue Schulform einentschieden –
Sie schert dich aus dem Kreuz und Quer. Wärst du doch neun geblieben
Und hätt’st ’nen Einser weniger fürs Zeugnisblatt geschrieben!
Dann hätt’st du einen Abschied von der alten Gang vermieden.
Von jetzt ab geht es nur bergauf – und immer gleichgesinnter!
Beinah‘ hätt’st du das Parallele in der Welt vergessen
Und alles an dem Allen gleichen Kammerton gemessen!
Doch bahnt sich dein Kulissenblick ins Ahnen vom Dahinter …