Da kann man nicht widersprechen.
Das beste Bürohaus der Welt
Ich wohne im besten Bürohaus der Stadt
Die freilich nicht sehr viel Bürohäuser hat
Im Workload-Flow des Stadtverlags
Zur Förd’rung des Büroalltags
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen Gebäude und Bauwerke oder städtische Areale die Hauptrolle spielen.

Da kann man nicht widersprechen.
Das beste Bürohaus der Welt
Ich wohne im besten Bürohaus der Stadt
Die freilich nicht sehr viel Bürohäuser hat
Im Workload-Flow des Stadtverlags
Zur Förd’rung des Büroalltags
Loslaufen. Ziele ergeben sich.
Die Windungen der Altstadt
Sich in dies Gewühl der Gassen
Einfach fünfmal fallen lassen
An den Rand zum Sich-Verlieren
Dann zurück ins Orientieren
Ohne Fallschirm einer App
Ohne Hoffnung auf das Web
Schlichtes volles Risiko
Man ist immer irgendwo.

Weiterhin mit gewogenen Grüßen aus Amsterdam.
Die Schweigenden
Diese Häuser, sie hecken wahrscheinlich was aus
Wie sie konspirativ aneinander sich schmiegen
Zärtlich beneigt, als sei Plan ihres Baus
Zum Zweck der Gemeinschaft die Balken zu biegen
Wir sollten jetzt nicht mehr von Zufällen sprechen
Wenn etwas herabfällt, wenn Dächer zerbrechen
Es gibt diese Pläne, sie breiten sich aus …
Von Giebel zu Giebel, von Haus zu Haus

Am Vorabend durch Potsdams Mitte …
Nauener Tor (Stadtführungsalternative 1)
Schau’n ‚Se hier: Ditt Nau’ner Tor!
Staun’n ‚Se, wat? Ick les‘ ma‘ vor:
Achtzehnirjendwattneunzisch von Walt Ditzney erbaut
Dem dann vom Alten Fritz auf’m Drehset jeklaut
Und so steht ditt Nau’ner Tor ebnt hier
Seh’n ‚Se ja selbs, wa? Trau’n ‚Se mir …!
Ich weiß, der Titel „Größter regelmäßiger Slam der Welt“ ist hart umkämpft. Offiziell gar nicht mit im Rennen, aber mit 670 Zuschauern verdächtig: Ulm. Anscheinend unwidersprochen hat das Münster der Stadt aber mit dem 161,53 Meter hohen Turm den höchsten Kirchturm der Welt. Ist ja auch was.
Das Schiff
Gestrandet ruht das Kirchenschiff
Eingepfercht im Häuserriff
Wartend auf ’ne Sintflut
Denn, steht dann der Wind gut
Geht es los auf große Fahrt!
Doch, weil Regen unterbleibt
Jenes Schiff nach nirgends treibt
Steht nur stumm
Herum
Und harrt

Auf dem Weg zur Schützi Olten. Der Fluss summt Simon & Garfunkel.
Bridge, trouble, water
Was weiß denn das Wasser vom Trouble der Brücke?
Vom zähen Verankern auf beiderlei Seiten
Vom Dinge Verbinden, vom Schließen der Lücke
Vom Menschen zu anderen Ufern Geleiten
Selbst massiges Gleiten
So stur wie bedächtig
Strömt es durch die Zeiten
Und glaubt, es sei mächtig

Pflichtprogramm Eisenach: Einmal zur Wartburg hoch. Die Ursprungsslamlocation.
Die Sehnsucht der Steine
Eh die Wartburg Burg ward, war sie
Unbehauner Fels und quasi
Wie der Berg, den sie heut krönt
Manches Werden wird bestöhnt:
„Was soll das Gewese? Ich hab doch das Meine!“
Sieh dein Mühsal als Dienst für
Die Sehnsucht der Steine
Anmerkung zum Genus: Heute wird Mühsal nur noch als Femininum verwendet, früher konnte Mühsal indessen auch ein Neutrum sein.

Bis zu meinem Hotelzimmer sind es 110 Stufen (und es gibt auch keinen Aufzug). Daheim habe ich 96 Stufen zu bezwingen (und es gibt auch keinen Aufzug). Da erscheinen die 669 Stufen zur zweiten Etage des Eiffelturms beinahe etwas wenig. Und es gibt durchaus einen Aufzug. Aber:
669 Stufen
Ob als
„Papa, ich will Pommes!“-Nöhler
Städteausflug-Bustourist
Preissensibler Interrailer
Oder Birthday-Amourist –
Auch auf meiner Lesetour
Nahm ich stets die Stufen nur
Sollte ich einst, schon erlahmt
Mich noch hin zum Turme schleppen
Tragt mich hoch zum letzten Mal
Aber bitte nehmt die Treppen

Der freie Tag in Paris. Und endlich Sonne. Sightseeinggemäß.
Zurredestellung
Was willst du denn noch hier von unserer Stadt,
Du aufgeregter Turm?!
Du Stahlgelüste Rüst- und Wüstling
Höchst emporgeleckter Wurm
Sag an – aber so, dass wir’s unten versteh’n!
„Mann, ich mach keinen Ärger – ich will hier bloß steh’n.“

In keiner Stadt bin ich so oft umgezogen wie in Hamburg. Ja, überhaupt bin ich in meinem Leben noch nie so oft umgezogen wie in den viereinhalb Hamburger Jahren. Gestern bei Wind und Wetter alte Adressen abgelaufen. Und irgendwann in der neuen Speicherstadt gelandet.
Und irgendwo ein Hafen
Viel Haar, mon amie, ist dir nicht mehr gegeben
Die After-Work-Orks meucheln elbisches Leben
Geschmeichelt träumt die Speicherstadt
Von spätem Pomp und Streicher satt
Beim Vorwort bin ich eingeschlafen …
Und irgendwo rumort ein Hafen.
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