Septembertiefe & das sechshundertvierundsechzigste Gedicht

Am Ammersee

Unter Stürzenden

Die Luft ist hier ein Kilo schwerer
Die Nächte fast elfmal so kalt
Hier zieht noch der Flächenbeteerer
Den Hut vor dem dräuenden Wald

Der Pfarrer fragt uns, wo es weh tut
Wir werden von jedem gegrüßt
Sind Brüder und Schwestern in Demut
Und haben für all das gebüßt

Wir schmecken lebendige Süße
Doch niemals ganz ohne Verdacht

Dir, Mutter, die herzlichsten Grüße
Ich wünsch dir 'ne bessere Nacht

Septemberhimmel & das sechshundertdreiundsechzigste Gedicht

Septemberhimmel

Und ob ich schon wanderte

Kurz feiern wir die Überzahl
Schon stirbt uns einer weg

Gott, ständig wandern wir durchs Tal!
Und kommen nie vom Fleck

Wies'n & das sechshundertzweiundsechzigste Gedicht

Oktoberfest 2017

Die korrekte Niederlassung (Ein BeStimmungslied)

Ein'n pro Sitz, ein'n pro Sitz
Ihr geh-müden Leit'!
Ein'n pro Sitz, ein'n pro-ho Sitz
Ihr geh-müden Leit'!

Leit' darf außerhalb Bayerns der Verständlichkeit wegen durchaus als Leut' gesungen werden. Natürlich auf die Melodie "Ein Prosit der Gemütlichkeit".

Berghof & das sechshunderteinundsechzigste Gedicht

Bei Goldegg

In der Ruhe liegt die craft

So calm, die Alm
Dass aussprechblind
Zwei Sprachen plötzlich einig sind

- Mehr Gedichte über Berge und Höhen -

Schloss Goldegg & das sechshundertsechzigste Gedicht

Blick auf Schloss Goldegg

Welch Irrtum! (Ein Zahnpflegeslogan)

Die Bälger mit den gelben Zähnen
Vor Bergen sich verborgen wähnen

Pongau & das sechshundertneunundfünfzigste Gedicht

Pongau

Erklärung von Bergen und so

Berge sind die, die in Tälern
Weitsicht seitlich schmählich schmälern

Goldegg & das sechshundertachtundfünfzigste Gedicht

Goldegg

Und das im Land der Stänkerei!

Upps, dit wird'ma jetz zu vülle!
Vor Idylle schon ganz knülle
Kann ich hier beim besten Willen
Meinen Durst nach Wut nicht stillen

Heimlich macht sich Heim'ligkeit
Bestens vorbereitet breit
Tilgt jed' Ansporn, Zorn zu fühlen
Bügelt mich statt aufzuwühlen

Ammersee Südspitze & das sechshundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Ammersee Südspitze

Der Kuss

"Hilf mir! Hilf!", rief's aus dem Schilf
"Ich bin 'ne verwunsch'ne Milf!
Nur ein Kuss kann mich erlösen
Von dem Fluch, der einem bösen
Zauberer dereinst entfuhr!"

Ich besann mich, rief retour:
"Böte ich um deiner Nöte
Meine Lippen dar dir, Kröte
Wäre es nicht nachgerade
Um den raren Zauber schade
Der dem Ufer innewohnt?

Wie würd' uns solch Schritt gelohnt
Sagte ich: 'Okay, da helf i!'?
Zur Erinn'rung gäb's ein Selfie -
Doch beraubt wär dieser Platz
Um den insgeheimen Schatz!"

Und leicht mäulig durchheulte die Halme ein Wind ...
Doch wir wissen jetzt, wo wir uns finden, mein Kind!

Seeschwäche & das sechshundertsechsundfünfzigste Gedicht

Am Ammersee

Die Spree

Ick seh die Spree mehr so als See
Nich die See, sondan der

Sons hätt ick ja ooch eh'r jesacht
Ick säh die Spree als Meer,

Der Herr!

Werksviertel Ostbahnhof & das sechshundertfünfundfünfzigste Gedicht

FNY-Festival Werksviertel Ostbahnhof

... und ein zweites Stück vom sich allmählich andeutenden dreizehnten Marilyn's Army Album!

Nächte, die die Welt verschlechtern

Ich bin in deinem Umkreis
Sicher nicht so gern wie du
Richtig wär's, zu flüchten
Nur ich komme nicht dazu
In den Nächten, die die Welt verschlechtern

Alles geht von selbst dahin
Während ich verdächtig unverdächtig bin

Refr.: Und in diesen Nächten fehlt's an Sonnenschein
Doch ich mag, wenn der Tag sagt: Gut, dass mal wer nachhakt
Dieser Punkt ist mein!
In Nächte, die die Welt verschlechtern
Rutsch ich zwanghaft rein
Doch ich mag, wenn der Tag sagt: Gut, dass mal wer nachhakt
Dieser Punkt ist mein! Nur noch mal nachzähl'n ...

Wir taumeln und wir stolpern
Und wir scheuen uns vor Halt
Der Nachwuchs flüstert zärtlich:
Seid ihr dafür nicht zu alt?

Für Nächte, die die Welt verschlechtern

Alles geht von selbst dahin
Während ich verdächtig unverdächtig bin

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