Rüpeleien

Die thematische Einteilung meiner Gedichte ist im Gange. Hier finden Sie in Zukunft alle Gedichte, die auf schlechte Erziehung schließen lassen!

Langmut & das fünfhundertsechsundvierzigste Gedicht

Der Langmütige und der Scheißtag

Dieser Tag verhält sich übel
Und leert seine Abfallkübel
Über deinem Langmut aus

Ihm gefällt es, dich zu schwächen
Deine Stelzen zu zerbrechen
Mit der Ahnung eines GAUs

Trotzdem denkst du unverwandt
Alles läg in deiner Hand

Du verdammst nicht mal 'nen Tag
Wie ihn wirklich niemand mag

Straßencafés & das fünfhundertzweite Gedicht

Straßencafé im Winter

Luisa, die wartet

Luisa, die wartet

Du mieser entartet-
er Wicht, auf dich!

Hat diese Geschichte sich
Nicht schon zig mal wiederholt?!
Dir Gör gehört der Arsch versohlt!

"Komm zu mir, bleib bei mir!" litaneit es in ihr
Dass sie zu solch Herzleid bereit ist, scheint mir
Deiner Randint'ressantheit so unangemessen ...!
Ihr trauriger Blick irrt gebannt wie besessen
Vorm Ahnungsschlund "Er kommt nicht mehr"

Und niemals war ein Platz so leer

Und er entleert sich noch weiter mit jeder Sekunde
Die Zähheit des Hoffens brennt tief in die Wunde
Der Zurückgewiesenheit
Bis zum Tod der Möglichkeit
Einer Welt, die sie sich für euch beide erdacht

Blieb einmal nur, wie's ausgemacht ..!

Doch du ahnst nicht einmal
Dass du all dies gestartet
Und dir wär's auch egal
Wie Luisa, die wartet

Schwäbeln & das vierhundertachtundzwanzigste Gedicht

Freiburger Bächle

Die Säbel des Schwäbelns

Das Schwäbeln attackiert meine Misanthropie
Es martert den fleischigen Schmelz meiner Ohren
Die Impertinenz dieser Sprachmelodie
Klingt niedlichkeitssauer, im Kleingeist gegoren

Man schnattert sich sein Dorfsein gut
Im Schatten von Furor und Wut

Doch ich möchte verletzen, vergrätzen, verstören
Nicht immerfort dessen Negierungle hören

Ha noi, du abscheulichstes Buttercremeschwätzen
Du zwingst uns zum Kinderlaternenzerfetzen!

Darum geht's vielleicht auch - wirkt das Schwäbeln doch wie
Ein Stochern im Ofen der Misanthropie
So drängt man die Welt zu Zerstörung und Leid ...

Auf dass ihr Schwaben fröhlich seid!

Kafka & das vierhundertfünfundzwanzigste Gedicht

Kafkamuseum Prag

Fast Nachbarn

Franz Kafka und der Fatzke Frank
War'n klaftertief verfall'n dem Punk
Sie schrie'n "No Fun!" und "Fuck!" im zahmen
Schoß des Kaffs, aus dem sie kamen

Basler Münster & das vierhundertneunte Gedicht

Basler Münster

Altlasten

Ich bück und verdrück mich zur Neutralität
Vom ewigen Hassen zu lassen!
Da sperrt sich ein Brustton und munkelt: "Zu spät!
Mich foltert, wenn Dinge nicht passen ...

Und Du Depp hast mich damals als Don adoptiert
Um Dein Denken mit nötigem Pep zu versorgen!
Nunmehr schaltest Du trendig auf desint'ressiert
Weil nur Uncoole sich noch Verlässlichkeit borgen?!

Auch in alle Eide verleugnender Zeit
Belege ich träg Deinen Rücken
Und stehe für Zeugenaussagen bereit -
Du kannst Dich nicht einfach verdrücken!"

Museumsquartier III & das dreihundertfünfundneunzigste Gedicht

Museum Brandhorst

... und am Montag wird gekündigt!

O2 can mich'ma

Hallo Hotline und O2
Ich schlag ja ohne Grund nich zu ...!

Doch jede Geduld beugt sich deinem Gedudel
Und schuld ist dein scheißblödes Seier-Gesudel
Von Leitungen, die leider grade belegt
Und das wiederholst du sogleich, unentwegt
Stellst in Aussicht, in ungefähr dreißig Minuten
Wendet sich wartendes Elend zum Guten
Um dann - nach vollendeter Stunde - zu melden
Man danke dem artig noch wartenden Helden
Aber nun würde hier doch wohl nichts mehr passieren
Und man wolle ja niemands Geduld strapazieren
Und löse die Warteschleife jetzt auf!

Scheinheiligst hofft man wohl darauf
Dass Expectare voll humanum esse ...

Doch treff ich dich einst - gibt es was auf die Fresse!

Trottcomeback & das dreihundertsiebzigste Gedicht

Ziegelbrennerei im Hochland Madagaskars

Schon scheint es, man sei bereits Ewigkeiten wieder zurück - Zeit für ein Erinnerungsfoto von einer madagassischen Ziegelbäckerei.

Zweiter Anlauf

Und langsam glättet das Leben sich wieder
So sehr auch die Hektik dagegen sich stemmt
Es schlüpft unlasziv alle Last aus dem Mieder
Und bleibt in der Nackigkeit seltsam gehemmt

Spreiz dich aus, du alte Nervschildkröte!
Ich hab meine Glanzlosigkeit überlebt
Nun wird dir das Blech der fanfarischen Tröte
Mit rächender Geste ins Bauchfell gewebt!

Und dein ewig beutegeiles Hecheln
Auf jeder Spur von meinem Schwächeln
Bricht fortan aus dem Wanst als Stöhnen ...

Du kannst dich schon mal dran gewöhnen!

Hölderlin & das dreihundertachtundsechzigste Gedicht

Altstadt Tübingen.

Altstadt Tübingen.

Der Hölderlin

Ach, hol dich doch der Hölderlin!
Du Hasenheld auf Heroin
Willst prompt 'ne grade Linie zieh'n?
Bist grad vier Wochen trübnisclean!

Denk dir, ich habe kein Christkind geseh'n!
Und wenig Verbindliches ist im Entsteh'n ...
Warst du nicht viel zu häufig hier
Als nicht gebuchtes Musketier?
Unsre Niederschlagsmenge schluckt kein Kokain!

Schon holt er dich, der Hölderlin ...

Helgolandfähre & das dreihundertdreizehnte Gedicht

Hafenausfahrt Hamburg

In Spuckweite der Versöhnung ...

Das Streitgespräch

Ich werde dir ins Gesicht kacken
Denn mir fehlt grad die Zeit für mehr Feinsinnigkeit
Ich will dir ein teigiges Stinkbrikett backen
Bin's Argumentieren erniedrigend leid
Mich drängt nichts danach, deinen Weg zu versteh'n
Ich mag dich schlicht nicht länger unbekackt seh'n
Ich warn' mich schon selbst: "Halt jetzt bloß deinen Mund
... und öffne deinen Hosenbund!"

Tegernsee & das zweihundertneunzigste Gedicht

Tegernsee

Kurze Tourpause mit langen Aufenthalten an Seen. Today: Tegernsee.

Gewissenlos (oder Das Los der Gewässer)

"Wie sieht's aus, Herr Tegernsee
Woll'n'wa dich heut ärgern?" "Nee!"

Nun, solch ein Protest wird ihm schwerlich was nützen ...
Man muss Gewässer besser schützen!

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