Pflanzen & Natur

Gedichte vom Wandeln in Natur und Wald sowie Gedichte, in denen andere Pflanzen die Hauptrolle spielen.

Lindenblüte & das zweihundertzweiundfünfzigste Gedicht

Lindenblüten

Noch zwei Tage Freizeit, bevor es wieder auf Tour geht.

Die Linden im Juli

Mit süßer Schwere benebeln die Nacht
Die sich spät in den Blütenduft mischenden Linden
Deren Fertilität mit der üppigsten Macht
Dampft vor honigem Willen ins Frühlingsentschwinden
Schon scheint sich ihr Ruch mit der Nacht zu vereinen
Als Bündnis für die Ewigkeit
Solch stolzer Duft muss doch was Bleibendes meinen
Und sich isolieren vom Feldzug der Zeit ...?

Als Wunsch besteht dies, keine Frage
Im Lindenduft der Juli-Tage
Doch spürst du in ihm auch das bittere Wissen:
Du wirst ihn alsbald schon sehr lange vermissen

Die Osterseen & das zweihundertvierundvierzigste Gedicht

Iffeldorf

Da war doch was, sagen mir die Pusteln nach dem Badeausflug zu den Osterseen. Zeit für eine Merkhilfe in Versen.

Die Osterseen

Gut, vor Ostern geh ich eh
Niemals an den Ostersee
Doch, so riet mir wer diskret
Nachher sei's auch schon zu spät
Weil der Wasser frühe Wärme
Brüte wahre Mückenschwärme

"Wann," fragt ihr, kurz vorm Versteh'n
"Ist's denn ratsam hinzugeh'n?"

"Immer!" preist die Stadtreklame

Mehr weiß der Gewässername ...

Nordkette & das zweihundertfünfunddreißigste Gedicht

Nordkette Innsbruck

Der Blick auf Innsbruck von der Nordkette.

Gebieter der Stille

... und unten lärmt man vor sich hin:
Getösestolz aus Mittendrin

Der dringt nur als verdecktes Wummern
Zur Soundcloud von Insekten-Summern
Denen einzig Vogel-Tirillenz
Grätscht in die Laute-Prominenz

Verhalten hallt mal kurz ein "Muh!"
Von irgendeiner Alm dazu
Ansonsten ist's hier völlig still

Dann schrei ich: "Nur, wenn ich es will!"

Dünen & das zweihundertachtzehnte Gedicht

Strand bei Westerland

Mehr Feedback aus den Dünen.

Kurt & dünig

"Das Wattengras am Dünenrand
Gleicht dem leicht angeschwitzten Strubbelhaar
Vom hoch geschätzten Kurt Cobain!"

Verkündete ich kühn dem Land
"Und wer's bislang noch nicht so sah
Der sollt' es jetzt so seh'n."

Landesgartenschau & das zweihundertzehnte Gedicht

Landesgartenschau Bayreuth

Sommerwiese, mit Landesgartenschaugärtner-Support.

Die zweiten Frühlinge, Folge 1: Sommer

Sonne, oh, bebrüte mich
Brate mein bemühtes Ich
Dass es aus der Schale schlüpfe
Unbedarft ins Leben hüpfe
Dann mag ich, so neugebor'n
Gern in deinem Schein verdorr'n

Allgäu & das zweihundertachte Gedicht

Großer Alpsee

Letztes Souvenir aus dem Allgäu.

Heuer im Gäu

Ein Call-Boy im Allgäu
Wo eh überall Heu
Rumliegt und schon immer lag
Denkt: "Bevor ich jetzt dumm frag
Nehm' ich mir 'nen neuen Ballen."
Heu gehört im Allgäu allen

Maienende & das zweihundertvierte Gedicht

Rispen

Wonnemonat vorbei. Tja.

Juniblues

All die Rispen lispeln: Vorbei ist der Mai!
Der buchstäblich kürzeste Monat der Wonne
Was früh hier erblühte, fiel unlängst entzwei
Im Quell der bald lediglich quälenden Sonne

Liegewiese & das zweihundertste Gedicht

Park an der Ilm

Der Park an der Ilm zu Weimar. Klassisch angemessener Rahmen für das 200. Gedicht der Tour.

Ich liege flach im tiefen Grase

Ich liege flach im tiefen Grase
Ganz hart in der Romantik-Phase

"Hier kommt keiner lebend raus!"
Schallt's aus Goethes Gartenhaus

Fühligkeit macht ganz schön fertig
Dass ich derlei durchsteh', ehrt mich

Auch vorm Klischee ist mir nicht bang!

Ich stell die Seele auf Empfang ...

Mönchgrün & das hundertneunundneunzigste Gedicht

Mönchgrün

Irgendwo hinter diesem Hügel liegen die 15 Häuser von Mönchgrün. Aber wie es da auschaut, muss man selbst ergründen. Vielleicht beim Literarischen Weinfest 2017?

Schlummertrunken

Wo die grünen Mönche wohnen
Mitten Apfelbaumgeäst
Torkle ich mit Kollisionen
Halte mich am Weine fest
Leg mich auf der Wiese nieder
Hoffe, dass das Wetter hält
Sattle meinen Abtauchsieder
Reite in 'ne andre Welt

Murnau & das hundertfünfundsiebzigste Gedicht

Obstblüte

Vollmai'sige Prachtidyllen allenthalben. Insbesondere ein paar Regionalbahnhalte vor München.

Dichtung und Wahrheit

Ersinn' dir den ruhigsten Garten der Welt
Wohin sich kein Ton der Verrohung gesellt

Wo das sprießende Grünen im Überfluss quellt
Und sich blütenschwer Zweige in Windstille wiegen
Wo idyllisch ein Schweigen die Farben erhellt
Alle Pflichten im Schoß dieses Rückzugs versiegen

Wo die Aura der Stille die Quengler verprellt
Bis das drängelnde Draußen sich selber erschießt
Nur noch Vogelgezwitscher jed' Kampftöle bellt
Sich die Schönheit der Schöpfung dem Auge ergießt

Dort, wo sich ein Vers für den Eindruck verstellt
Es gäb' diesen ruhigsten Garten der Welt

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