Gedichte und Fotos aus der Hauptstadt. Meine Heimstatt von 2002-2014 und danach einige Jahre noch mindestens einmal im Monat im Tourkalender. Mittlerweile viel zu selten.
Wie könnt ich dir mehr als nur undankbar sein
Da ich dich von außen betrachte?
Wir war’n wie aus Volldampf im Mittenhinein
Und opferten nichts dem Verdachte
Mancher Zustand drängt nicht, ihn als Glück zu versteh’n
Und versinkt dann im Zuselbstverständlich
Wir trudeln fast lieblos durchs Weitergescheh’n
Ich stecke im Berufsverkehr
Und kenne mich nicht aus
Mein Handgepäck ist viel zu schwer
Weiß quasi nix von Staus
Ich hätte gern wie ihr zu tun
Doch künstler‘ durch das Leben
Begünstigt mich dies Dasein nun?
Plagt euch grad Neid? – Nö. – Eben.
Die Mauer ist weg
Und ein Park war’s noch nie
Als „Ditt is’ma typisch Balin!“-Utopie
Dient dies Hier nur dem Zweck
Eurer Eifer-Verklappung
In zichtenverstummelter Karstüberlappung
Des Kronenkorkenwonderlands
Und manchmal spielen hier auch Bands!
Man ist der Frage vom „Warum?“
Ein gut gelauntes Publikum
Und zeigt per Selfie seinen Will’n
Im Restgras mächtig abzuchill’n
‚was später kommen noch some friends
Und manchmal spielen hier auch Bands!
Ganz schocklos wird da abgekifft
Sehr locker hier, was das betrifft!
Oft hockt hier DJ-Prominenz!
Und manchmal legt von denen noch wer sein Set auf …
Hier kannten nur wir mal verschlungene Wege
Die sind längst fast allen bekannt
Meist bricht unser Stolz der Geheimnisse Pflege
Und gar nicht der And’ren Verstand
An dem untersten Ende der Fahrgästerücksicht
Steh’n die rollkofferzieh’nden Touristen
Für die geht man sowas von nicht-aus-dem-Weg
Denen funkelt es zu: „Bei der nächsten Begeg-
Nung werd’n wir eure Bauchnäbel fisten!“
Doch am untersten Ende der Fahrgästerücksicht
Muss keiner sich langfristig quälen
Und wird daheim vom roughen Charme
In dem Berliner U-Bahndarm
Fast süffisant erzählen