Melancholie
Draußen behupt sich der Abendverkehr,
Und ich pups am Schreibtisch, gedankenschwer.
„Bist Du beschwipst?“, fragt mein plappernder Muli –
Und reimt sich geschmeidig auf Lapislazuli.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte über das Schreiben, das Dichten und das Autorendasein.

Melancholie
Draußen behupt sich der Abendverkehr,
Und ich pups am Schreibtisch, gedankenschwer.
„Bist Du beschwipst?“, fragt mein plappernder Muli –
Und reimt sich geschmeidig auf Lapislazuli.

Dem König
Das Königreich einer entgrenzt grellen Schönheit ward ausgeraubt von der Dezenz
Längst schwappt durch Gemächer der einstigen Höh’n eitler Wankelmut der Prominenz
Gehässig macht sich Lässigkeit
Mit grässlich vermessener Aneignung breit
Wohl bleibt die Verstörung dir weiters erhalten, der Stolz beim Durchschreiten der Flure
Doch insgeheim heißt es: „Der hat doch ’n Knall!“, wenn die Ehrlichkeit klafft ins Gehure
Niemand kann sich wie die Zaren
Das schale Verständnis des Fußvolks ersparen
Es ist dein forschplump Für-nicht-möglich-Gehalt’ne nur das Für-nicht-nötig-Befund’ne
Dem üppig belipglossten Mündchen entschallt es: „Du hässliche Dreckswelt, gesunde!“
Doch diese Wiesen gibt’s nicht mehr
Und die Prärien sind waidlos leer
Wer wär ich, mich hinterrücks hier zu verbrüdern – mit dir, du mondänster Mandant!?
Du schwelgst deine Zepterlast durch das Kopfübern, Regent vom verlorenen Land!
Ich schmücke nur das letzte Wort
Im absolutistisch verbliebenen Hort
Versteht meine Verse nicht als ein Verneigen
Dem Dichter gilt nur, das Entschwund’ne zu zeigen
Und über den Wert dieser Dinge zu schweigen

Thomas & Davos
Obschon im Reich vom Zauberberg
sich nur ’ne arme Sau verbarg
nahm int’ressiert Herr Thomas Mann
sich dezidiert des Themas an

Wir ziehen uns heute einige poetisch verlirrte Seelen an Land, indem wir dieser Sammlung den begründeten Linktitel geben Poesieblog mit einem Gedicht von Julia Engelmann. Bitte weiterverbreiten!
Gedicht von Julia Engelmann
Sie seiert und seiert so inflationär
Sie eiert und eiert vom Irgendwo her
Sie bügelt und bügelt sich speckfaltig nett
Und prügelt und prügelt den Kampfgeist ins Bett
Festgekrallt an dem Slogan Gedichte zu schreiben
Wird sie trotz aller Schmerzen bei ihrer Sicht bleiben
Ach Poesie, ach Poesie!
Du ungeschüztes Beischlaflager
Erträgst die letzten Rattennager
Ohne einmal zu sagen: „Ej, fickt euch ins Knie!“
Ach Poesie, ach Poesie!

Die richtige Gewichtung
An einem satten Sonntag
Nehm ich ein zweites Stückchen Kuchen
Für die in der Sahne erstickten Tage
Dürft ihr mich gerne buchen

Loe locken
So low wie meine Buch-
Verkäufe kannst du gar nicht gehen!
„Dann nehm‘ ich dir halt vier Stück ab.“
Das woll’n wir doch ma‘ sehen!

Die Niedergelegten
Das Gras, auf dem wir nieder lagen
Hat sich schon wieder aufgerichtet
Und unser Sang vom Widersagen
Wird zwanglos als Symptom gewichtet
Doch sind unsre Tinten vergebens geflossen …?
Ich hab, Freund, das Neben-Dir redlich genossen

Good news!
Der Geheimtipp
Mein Buch ist fertig
Und ernährt mich
Nicht mal einen Augenblick
Das ist – ganz knapp – nicht
Nur die Absicht
Sondern insgeheimer Chic

The Fall of the Mountain King
Heissahopsa, Hochkultur!
Volles Rohr: Anspruch pur
Kriegt doch keiner mit, wenn man ihm selber nicht ganz treu
Bibliophil und stilblasiert
Subversiv, engagiert
Aber vom Prinzip auch nicht so nigelnagelneu
Mundgemalte Sprachgebilde
Handwerkskunst im xsten Jahr
Schutzpatron der Reimergilde
Metrummäßig ein Eklat!
Selig integriert im Slam
Mit Trara und Plemmplemm
Aber viel beseelter als manch Lyrik-Stupendent
Der devot nach Lehrplan schreibt
Subvention’n einverleibt
Stell Dich Deiner Inbrunst, Himmelherrgottsakrament!
Schür’n Leonce-und-Lena-Preise
Nicht allein die Produktion
Nie geles’ner Dichtergreise?
Sämig handzahm sind sie schon
Work in Progress
„Kannst ja mal gucken – ist noch nicht ganz fertig!“
Mein zuckendes Restunbehagen entschwert sich
Und hofft auf entfesselnden Übermut
Belebt von deinem „Ist doch gut!“
Doch fragende Skepsis verfinstert dein Smilen
Schiebt alles Belangreiche zwischen die Zeilen
Okay, alles klar – deine Höflichkeit ehrt dich!
„Naja, wie gesagt – is‘ halt noch nicht ganz fertig!“
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