Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Autor & Schreiben

Gedichte über das Schreiben, das Dichten und das Autorendasein.


  • Bringschuld & das fünfhundertdreiunddreißigste Gedicht

    Hohenschäftlarn

    Huch, diese Woche war ich wirklich sehr unzuverlässig mit den Gedichtelieferungen – verzeiht!

    Zur Erklärung

    Muss gestehen, meine Liebe:
    Kann nicht wirklich lange bleiben
    Habe grad ein Buch zu schreiben
    Auch wenn’s heißt, wer schreibt, der bliebe


  • Abwesenheitsnotiz & das vierhundertfünfundachtzigste Gedicht

    image

    Es gibt diese wunderbaren Orte ohne Netzzugang, an denen sich Gedichte verfassen, aber nicht online stellen lassen. Sie geben einem Zeit, durch die allmähliche Veröffentlichung des Zwischendurch-Verfassten die nächsten Tage zu füllen und zu überlegen, was mit diesem Blog eigentlich nach dem fünfhundertsten Gedicht geschehen soll.

    Unerreichbar

    Es gibt diese Zeilen, die der Leserschaft fehlen
    Den Dichtern ein Schlupfloch der Biographie
    Um unbewacht einmal davon sich zu stehlen
    Die Nachwelt schreibt wissend: „Nein, dort war er nie.“

    Es gibt dieses heimlich vom Hauptwerk Gelöste
    Nichts Wegweisendes, jedoch kleine Juwelen
    Und deren Schein trügt all das Facebook-Entblößte …

    Das steht in den Zeilen, die still vergnügt fehlen!


  • Dezemberhimmel & das vierhundertachtundvierzigste Gedicht

    Frankfurt am Main Himmel

    Melancholie

    Ein aus Schönheit gepresster Grapefruittaft
    Plus unverdünntem Alkohol
    Ein unschluckbarer Schwermutsaft
    Fürs samtenherbe Unwohlwohl

    Stets in der Dichter Umlaufbahn
    Nostalgisch fern wie Lebertran
    Der Lattenrost vorm Schwarzen Loch
    Verspricht sie Linderung – und doch:

    Gebeugt von all der Welten Schiefe
    Führt jeder Weg in neue Tiefe


  • Marienplatz & das vierhunderterste Gedicht

    U-Bahnhof Marienplatz

    Ripostegedicht zu Novalis „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“

    Wenn doch vor Zahlen und Figuren …

    Wenn doch vor Zahlen und Figuren
    Gefügig alle Dichter spuren …
    Als Pagen ihrer Gagen müssen
    Grad sie, die’s eig’ntlich besser wissen
    Den Furor zähmen zum bequemen
    Für-den-Sponsoren-zurück-sich-Nehmen
    Wenn dann sie auch in den Metaphern
    Versuchen, Großes nachzuaffern
    Kopieren sie in ihr’n Gedichten
    Die immergleichen Weltgeschichten
    Doch verbleibt die Inbrunst unversehrt
    Jenes selige Geifern
    Und tolle Ereifern
    Für Stil und Genie
    Aber auch Anarchie
    Dass Figuren und Zahlen
    Werd’n wertlose Schalen
    Schreibt der dichtende Wicht
    Dieses eine Gedicht …
    Dann sei er trotz allem für dieses verehrt!


  • Zurück im Englischen Garten & das vierhundertste Gedicht

    Englischer Garten

    Das Stuttgarter Wundenlecken ist vollzogen. Man zieht wieder durch die herbstige Hood. Und vollendet die vierte Hundert!

    Der Plagegeist (Ein Verdachtgedicht)

    „Das war ich nicht!“
    Mault dies Gedicht
    Und plärrt noch kindlich:
    „Immer ich!“

    Doch woher kommt die Traurigkeit
    Die wild verstreut im Zimmer liegt
    Und dieser Sack verlorner Zeit
    Der massiger als Schwermut wiegt?

    Wer hat die zwei Fell von der Leine gelassen?
    Wer hat vor die Einfahrt den Grübel geladen?
    Wer billigte willig das sinnige Prassen?
    Wer naschte vom Melancholateralschaden?

    „Ja, ich doch nicht!“
    Spricht dies Gedicht
    „Verdächtige nich
    Immer mich!“


  • Pause & das dreihundertachtzigste Gedicht

    Augsburg

    Nichts zu tun, außer für eine Slam-Revue in Augsburg drei Texte hervorzusuchen – und trotzdem kein neues Gedicht im Blog?! Ist das schon der Anfang vom Ende?

    Schreibblockade bei Dreihundertachtzig?

    Schreibblockade bei Dreihundertachtzig!
    Plötzlich stoppt all der Schreibfluss mit quietschenden Reifen
    Was dir ein Profil erschien, dampft und verflacht sich
    Vermag auf dem Untergrund nicht mehr zu greifen

    Der Nullfallsreichtum schleicht sich an
    Und fragt, ob er dir helfen kann
    Die Antwort kennst du, doch sagst: „Nein –
    Das regelt sich von ganz allein!“

    Ich werd‘ jetzt mal ein Stündchen warten
    Dann vorsichtig den Motor starten …
    Und vom Start weg mit Vollgas Ressourcen verprassen!

    Der Rat, es mal langsamer angeh’n zu lassen
    Verbreitet zwar mit dreister Macht sich
    Doch nicht bis zur Taktzahl von Dreihundertachtzig!


  • Laub & das dreihundertneunundsiebzigste Gedicht

    Herbstlaub

    Herbstlaub

    Wenn Herbstlaub mir aufs Haupthaar fällt
    Und gnädig bedeckt all die lichteren Stellen
    Die manch Gedicht schon hergestellt
    So drängt es die Erben, die Stämme zu fällen

    Wie mutig die sich an den Sägen verheben
    Und an den verlockenden Knebelverträgen
    Die man noch lockig abgesegnet
    Und die bald schon die Stille der Flocken beregnet

    Indes kämme ich mein Haupthaar
    Lass das Laub hinunterschweben
    Wenn ihr Bäume es erlaubt, ja
    Mag ich noch ein Jährchen leben –
    Nicht den Blick nach oben richten:
    Übers Schweben möcht‘ ich dichten


  • Alter Nordfriedhof & das dreihundertundzwölfte Gedicht

    Alter Nordfriedhof Maxvorstadt

    Wie soll das alles enden?

    Das Weitere und die Endzeit

    Diese Zeile hat noch gar keinen Dunst, wo sie endet
    Und auch dieser hier werde ich das nicht verraten
    Diese glaubt, dass sich durch ihr Dazutun was wendet
    Und nun steh’n sie zu viert hier geschrieben – und warten

    Sich im Ist einzurichten, klingt manchmal gescheiter
    Denn oft geht’s im Leben ja gar nicht groß weiter


  • Kloster Tegernsee & das dreihundertundzehnte Gedicht

    Kloster Tegernsee

    Auf der Suche nach kindischem Beistand im Kloster Tegernsee.

    Lindernde Bindungen

    Kinder,
    Bin der
    Minne leid:
    Findet mir
    ‚Ne Tinder-Maid!
    Mit Beginn der
    Winterzeit
    Sind die unbepaarten Barden
    Hilflos
    In der
    Minderheit


  • Kurzurlaub & das dreihundertundneunte Gedicht

    Tegernsee

    Für einige Unterkategorien dieses Blogs braucht es ein paar Blogunterkategorieerklärungsgedichte. Hier zum Begriffs Kurzzeiler.

    Auf die Länge kommt’s an

    Angesichts ’ner
    Langen Zeile
    Bange ich vor
    Langeweile


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