Der Kater
Ich habe grad sehr viel sehr Totes im Mund
(es lässt sich nicht runder beschreiben).
Es schmeckt nicht gemütlich, es schmeckt nicht gesund,
Doch verkündet: „Hier werd ich heut bleiben!“
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Der Kater
Ich habe grad sehr viel sehr Totes im Mund
(es lässt sich nicht runder beschreiben).
Es schmeckt nicht gemütlich, es schmeckt nicht gesund,
Doch verkündet: „Hier werd ich heut bleiben!“

Späte Einsicht, vorweggenommen
Heut war ein Tag, der’s wert war,
Ihn nicht vollends zu verschwenden!
Ich denk, dass ihn das ehrt, klar –
Doch werd ihn leer beenden …

Heute Premiere
Wie oft habe ich Ungewisses
In wartende Mikros gesprochen!
Gedacht: Für die Premiere isses
’n Tag zu früh, vielleicht Wochen …
Ich kenne dieses Gefühl viel besser –
Ich fühle mich sich’rer in Unsicherheit.
Ich stürme beständig in offene Messer –
Nur mein müdes Ich flüstert: Ich bin’s langsam leid!

Anders ge/versagt
Natürlich geht das so in Ord-
nung! Obschon ich vorhatte:
Ich lege die Latte
Nicht niedriger als auf „Optimal“.
Vermutlich brech ich grad mein Wort –
Gezwungenermaßen –
Die Umstände saßen
Nicht lang auf dem Pferd „Ideal“.
Verständlich nennst du das mein „Scheitern“ –
Längst sing ich’s „Ach, hätt’ich …!“ im Chor.
Doch an Fehltreppchen mich zu erheitern,
Ist meines Versagens Komfort!

Morgengrauengrau
Wie einsam ist’s im Morgentran –
Denn noch ist hier niemand erwacht!
Sogar die frühen Vögel hab’n
Ans Aufsteh’n nicht gedacht.
„Bisher!“, bekniet’s dich. „Nur bisher!“ Bis du begreifst: „Das wird nichts mehr …“
Dies bleibt laut den Bedarfen
Durchweg ein Tag zum Schlafen.

Altstadtfassadenglück
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden
Knuddeln mich beim Schlendern,
Sie laden ein, in der Historie zu baden.
Zu gern überzeugt von den Blendern,
Die Legendengeländer um jede Burg ketten,
Werde ich einfach mit restauriert zu ’nem netten
Wurstigen Stadtbursch von irgendwann früher –
Durch und durch Durch-ein-Jahrhundert-Bemüher.
Kurz einmal eintauchen kann ja nicht schaden,
Glücksgefühlspendende Altstadtfassaden!

Erwärmte Erkältung
Du Erkältungssymptom in der herbstlichen Sonne, Bist verknittertes Elend, entblätterte Wonne, Mit schwerem Atem und erleichtertem Sinn. Auch wenn’s anstrengend scheint – heut bekomm ich was hin!
Ich weiß, diese Krankheit ist nicht überwunden,
Doch ich zerr aus dem Würgegriff fröhliche Stunden –
Ja, Herbst und Erkältung, ihr kriegt mich nicht klein!
Denn die Sonne scheint auf meiner Seite zu sein.

Japan, Zwischenbilanz
Japan strahlt, dann ist man’s über, Manches darbt und viel ist drüber, So viel Feinheit, doch auch Grobes, Kritisch bleiben, voll des Lobes, Fremd wird manche Tiefe bleiben, Höhenangst vorm Zu-Doll-Treiben.
Und umfassend bricht Vieles alle Rekorde,
Unfassbar klein ist die Panik der Horde.
Und ja, am Ende war es der Strand,
Der mich mit dem Land verband.
Ich kam vom entferntesten Sonstwo hierher
Und doch bloß getrennt durch das einende Meer.

Kawaii
Ich schaue auf die Niedlichkeit Und frage mich: Bin ich bereit, Mich einfangen zu lassen?
Natürlich fühl‘ ich mich zu alt Und schalte daher um auf kalt – Vermeid‘ sie anzufassen.
Die Niedlichkeit schnurrt hinterher: „Na, sind wir uns zu fein, der Herr?! Ich will ja keinen zwingen …
Doch wenn der Kälte dieser Welt
Sich gar nichts mehr entgegenstellt –
Wem sollte das was bringen?“

Mit 60 (Unterm Wolfdutzend)
Bin ganz ohne Arg unter die Wölfe gegangen, Von denen mich Zwölfe vom Sarg aus ansprangen. Gegen Vierenundzwanzig musst ich mich noch wehren, Mit Sechsenunddreißig mich schließlich vermehren. Von Achtenundvierzig hab ich’s Heulen gelernt Und mit Sechzig den Rest meines Menschseins verlernt.
Wie Wölfe, kommt so viel Veränd’rung im Dutzend
Und wird dich aus Angst und Bequemlichkeit catchen.
Nur will ich, das niemals Bestellte doch nutzend,
Zumindest meine Zähne fletschen …
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:
* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka
– Gedichtthemen:
* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter
SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!
Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler