Montagmorgens kehren sie immer die Leichen
Von Saturdaynight aus dem Straßenbelag,
Deren Namen sie aus den Vereinsbüchern streichen.
Und manch Gör fleht heimwärts zum Kirchglockenschlag:
Herr, lass es – wenn – doch auf dem Rückweg gescheh’n!
Ich mag mit den Buben zum Tanzboden geh’n,
Bevor sie aus der Kurve fliegen,
Die Rücken krachend überbiegen
Und Schädelinhalt sich ergießt,
Aus dem noch Kleiner Feigling fließt.
Hier auf dem Land wird noch zünftig gebumst
Und das Kehrblech gewetzt, wenn es wieder wo rumst!
Ein seltsam trüber Abstand schiebt sich
Zwischen mich und meine Pläne.
Ein Hauptziel färbt sich unbeliebt, ich
Neig zum Reißaus meiner Zähne.
Die Wichtigkeiten sind nun kindlich,
Gebarten sich lang als Reflex –
Ihr Leumund wird mir unerfindlich,
Sie degenerieren zu Gags.
Ein seltsam trüber Abstand schiebt sich
Zwischen mich und meine Pläne.
Er klärt sich auf, wenn man sich letzte Unrast vergibt.
Ich schüttle den Kopf und gähne.
Die Statuen im Wasser sind Zeugnisse einer nicht überlieferten Eiszeit,
Da längst Elefanten an den Ufern grasen
In unerreichter Weisheit.
Grasen,
Obwohl sie einst Bäume zerplückten –
Doch den Voreiszeitdrang sodann unterdrückten,
Als die Sockel nach neuen Helden riefen,
Da die Welt so durchplumpst war von schweigenden Tiefen.
Und man fügte sich ganz ohne Arg einer Ruhe,
Verschluckte das einst so bewährte Getue.
„Gras“, raunt ein Stein, dessen Stahlgestreb rostet.
„Vom Wertlosen habe ich niemals gekostet.“
Ich streb nach der Neutralität des Reis‘ –
Muss gar nicht so viel sein, nur verlässlicher Grund.
Meine Unaufgeregtheit verlangt diesen Preis –
Ich entfalte die Stärke durchs Sein im Verbund.
Ich streb nach der Leistungsbereitschaft des Reis‘ –
Will vielerlei Soßen Geschmacksträger sein –
Leg eigene Krönungen vorerst auf Eis –
Verschreib mich qua Körnung dem Drall vom Verein.
Ich streb aber auch nach der Vielfalt vom Reis,
Von dem Toprating-Augenmerk blind unterschätzt.
Die Wirkmacht der Milde sucht keinen Beweis
Und wird selten in fremde Jargons übersetzt.
Shitstormgefährdetes Städtegedicht (verfasst auf der Regio-Rückfahrt von Offenbach)
Offenbar ’nen schlechten Tag
Hatte Gott bei Offenbach!
Führte dann ein Harnstau
Seine Hand bei Hanau?
Und ward Aschaffenburg nicht doch
Hervorgepresst durchs Afterloch?
Gibt’s da noch Ärg’res, führt’s durch
Das kerkergleiche Würzburg!
Da wir schon genug an solch Abgründchen leiden,
Schwor’n wir, die Besuche von München zu meiden!
Alternatives Ende:
Es versöhnt, dass sobald wir solch Müll übersteh’n,
Wir schon die Schönheit Münchens seh’n!
Ein eingedelltes Mittelmaß
Will meinem Selbst ich bieten.
Ich kolonialisiere Spaß
Und ignoriere Nieten.
Wo ich mich als Mogul aufführ,
Ist Arme-Sau-Terrain –
Da erlässt man dem Image die Ausleihgebühr
Und ruft die Noblesse „à demain!“.
Ich pimpe mir mein Mittelmaß
Für das Sinnenreich der Dekadenz
Im Ferienhaus gepflegter Stars.
Wir tanzen auf den Rücken von Krokodilen
Und jeder verlor schon ein Bein.
Wir zählen uns beide als manche von vielen,
Denn man tanzt ja nicht gerne allein.
Und wir komm’n nicht umhin, uns einander zu danken,
Aneinander gelehnt nicht mehr kritisch zu schwanken –
Wär’n wir auch prinzipiell bereit
Zu früh bestand’ner Wackligkeit.
Ob wir je zurück an das Ufer gelangen?
Ob ich einbeinig doch besser flieg?
Wenn andre auch um unsre Sicherheit bangen –
Noch immer läuft unsre Musik!