Und plötzlich sind wieder Soldaten in Mode,
Das Sterben in einigen Schlachten.
Die Gruben gefüllt nach bewährter Methode –
Wer mag schon per Daten entmachten?
Zeigt her die Kaldaunen zum alten Getöse,
Lähmt Herzen und schlagt sie kaputt!
So’n Hodenbär spürt doch den Brand in der Möse –
Seziert sie in Tonnen von Schutt.
Ja, endlich gewinnt das Geröhre Bedeutung,
Protzt all unser Willen vor Tat!
Und Killerinstinkt dringt nach mehrfacher Häutung
Durchs billige Anstandsornat.
Es ist mein Kuba-Erstgedicht
Vor Niederschrift schon alt geworden.
Vermisste ich zunächst auch nicht
Längst aberkannte Heldenorden –
Alsbald massiert ein Abendlicht
Mein Blinzeln sehr viel weiter.
Es schlingelt sich durchs Erstgedicht
Und ist doch viel gescheiter!
Wär nach zwei Jahren Drittproblem
Ich doch nicht mehr gekommen,
Wär diesem Land nur ein Poem –
Und mir sehr viel genommen.
Wo der Ruhm ab Geburt zum Verfall übergeht,
Ist die Oldtimerpflege ein Hobby aus Not.
Man umfleht manch Ruine, dass sie‘s übersteht,
Nutzt die Spielraumausdehnung zum Dino-Verbot …
Jede blendende Idee besticht
Der Stachel der Verblendung,
Und jede Sensation macht dicht
Just nach ihrer Vollendung.
Doch hernach wird im Drumherum improvisiert,
Man besänftigt das Ar vor dem Mut,
Mixt sich Hoffnung an, obzwar man offenbar irrt.
Vielleicht geht, vielleicht wird: alles gut.
Alle Rechte bei Wolfgang Ramadan, der das Gedicht im Rahmen der Kubafestival-Spendenaktion von mir gekauft hat.
Wir werden so unglaublich fernzeitig sein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.
Wir machten uns freilich nie freiwillig klein –
Denn wir schrieben die Hits einer Band,
Die stetig tourt und tourt, da wir
Schon unter ferner liefen laufen.
Doch noch passt jenes prächtige Brustblattgeschirr
Zu der Treue zum Plan uns zusammenzuraufen.
Eine Kutschpartie soll was Vergnügliches sein
Und bemüht den, der vorneweg rennt.
Wir tanzten so stur in die Ferne hinein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.
Auf der Masse im Jenseits acht arktischer Staaten
Lastet achtzig Prozent aller Nacht.
Dort, wo achtsame Spalten auf Wanderer warten,
Zahlt das Unbarmherz bargeldlos Pacht.
Doch auf schmelzenden Schilden voll gleißendem Licht
Braut ein Lab, wenn’s durchtränkt wird vom Eise.
Es knarzt die auf Hoffnung beharrende Schicht
Und ein Gletscherkalb geht auf die Reise.
Jeder Eisluftsturz tobt in die Beiläufigkeit,
Entgrimmt sich gewiss bis zur Tagesschauzeit,
Unerbittlich durchfährt uns belebender Frost
Und alles wird sichtbar. Und alles ist lost.
Diesem Feld entwächst seit Generationen
Und immer rotes Korn.
Derweil haben wir, die es rührig umwohnen
Unsre Leben und Kriege verlor’n.
Ach, könnten wir doch mit dem Sonnenlicht späh’n,
Wenn’s die schwankenden Halme durchdringt!
Uns bleibt nur, sie alljährlich niederzumäh’n –
Im Wahn, der nichts wirklich bezwingt.
Es wellen die Blätter im Sturmwind dahin,
Ganz ohne Arg und Zorn.
Es ruht die Gewissheit vom Wiederbeginn
Im frisch aufgerichteten Korn.
Die Sonne gleißt vom Firnschneemeer,
Wo Frische, Wärme, Licht sich mischen –
Ob solch vereister Schönheit Herr
Will Gott sich selbst ein Loblied zischen,
Mit dem er seine Güte preist
(er ist – wie wir – betrunken meist).
Diese Pracht über tödliche Zonen zu weiten,
Anstatt in von Menschen bewohnbaren Breiten,
Zeigt: Er liebt uns nicht wirklich – er lockt uns ins Eis,
Sind wir auf die Wunder der Firnschneewelt heiß!
Am Zenit unsrer Treu zollen wir dann Tribut,
Grollen: „Gott hat’s echt drauf – voll brutal, aber gut!“
Wär‘ i ein schwarweißer Vari
(die Wahrscheinlichkeit erspar‘ i
mir mal hier zu eruier’n – möcht‘ kein Wirrwarr provozier’n)
fühlt‘ i wahrlich
wunderbar mich!
Lauthals schreiend rumzutoben
ob am Boden oder droben
auf der Wipfeln höchsten Zipfeln
Flauschigweißes Engels-Fell
(stellenweise nicht ganz hell)
Kerl der puscheligsten Dern