Etwas so Wagloses Leben zu nennen,
Mag Euch zwar bedenkenswert sein –
Nur um so maßloser werd ich bekennen:
Solch Radius wär mir zu klein!
Ich muss dieses Restdasein für etwas leben
Und schließ keine weitren Verträge,
Gieß Lautstärke ein, eh wir Gläser erheben –
Ihr kontert mit Nervengesäge!
Und so etwas Wagloses Leben zu nennen,
Mögt ihr für erwägenswert halten –
Ich stampf ein Kawumms zwischen gackernde Hennen:
Für die Alten bleibt alles beim Alten!
Oh, durch diesen Krieg müssen die Geister uns lenken!
Denn die Siegchance der irdischen Leben
Offeriert doch zu viele plausible Bedenken
Gegen’s Stöcke und Steine Erheben.
Wenn die Unsittlichkeit dieses Staats dich zerfrisst,
Komm zur Holy Spirit Mobile Armee,
Wo der Oberbefehlshaber ein Medium ist,
Stets auf Empfang gottgewollter Idee!
Ein Kommandoschrei reicht in die Sphären der Predigt:
Unser Glaube kann Berge versetzen!
Schon gewähren wir – montaner Deckung entledigt –
Den Regierungstrupps uns zu zerfetzen.
Rückt Charisma ers’ma auf Sendefrequenz,
Ist’s um Augenwisch zünftig gescheh’n –
Die Metaphysik zaubert Megapräsenz
Und die Wirkmacht drängt Sehnen ins Seh’n!
Der schiere Moment schillert zeitenentrückt –
Von der Strahlkraft und Aura betört.
So lang die Magie der Verführung beglückt,
Wird des Zeitgeists Blabla überhört.
Wo sacht als Verdacht sich ein Geist offenbart,
Sprudelt süßsuggestiv ein Kanal,
Der dir all die Verwirrung des Irrens erspart –
Jeder Lebenswert ist Ritual.
Ich geb zu, ich bin kein Freund von Flugzeugabstürzen!
Nun hab ich’s zwar nie selbst probiert,
Aber Dingen, die derart ein Leben verkürzen,
Begegne ich prinzipiell sehr reserviert!
Schon allein das Geschrei, wenn die Nase sich senkt!
Da soll mir doch keiner behaupten,
Dass irgendwer dann „Boah, isch lieb das voll!“ denkt
Von den bald ihres Lebens Beraubten!
Für mich ist das nichts – ich find, Flugzeugabstürze
Sind dämliche, neumodisch-haltlose Fürze!
Da soll niemand entgegnen, mir fehle der Mut –
Ich find diesen Hype schon als solchen nicht gut!
Oh Eshu, treuer Gott der Schelme,
Es häufen sich Gründe für Interventionen!
Die Spießer tragen wieder Helme,
Die Scheinheiligkeit fragt nach scharfen Patronen.
Man rüstet sich mit klaren Bildern,
Hat den Widerspruch eindeutig kanalisiert –
Dies eitle Wissen zu durchwildern
Scheint erlösend, da Einwandsnot langsam pressiert!
Ach Eshu, setze deine Fragen,
Bügle grautönend Wahrheit in Koexistenz,
Polter Zwang aus frisch zu wagen
Und dräng Engstirnigkeit in die Weite, sonst brennt’s!
Es stülpt sich aus der Starre
Ein beplüschter Gruß hervor,
Zupft an der F-Gitarre,
Spitzt das zart gescheckte Ohr,
„Akkorde, Akkorde!“, fordern da Chöre,
Ihr Echo frohlockt prickelnd: „Sekt, Sekt, Sekt!“,
Es bersten vor Fülle die Bäuche der Störe
Und stracks wird die Tanzwut der Pollen geweckt.
Alles bugwellt ein Leben,
Das sich wiedererhellt –
Mit symphonischem Beben
Enthüllt sich die Welt.
Sehnsuchtslang senkt sich mein Blick
In das leere Tal –
Ach, Kafire, kehrt zurück,
Segnet unser Mahl
In der verödenden Eintönigkeit!
Dies Dorf durchdröhnt eine Kleingeistigkeit:
Daseinsstumpf stirbt jedes Fest,
Schönheit wird verhöhnt –
Ach, dass ihr mit diesem Nest
Wieder euch versöhnt,
Bin ich von Gott zu erfleh‘n noch bereit.