Es ist so, dass die Pfütze von Wolken erzählt –
Bloß in ’ner recht schmutzigen Sprache.
Euch geht’s darum, welche Vokabeln man wählt,
Um die Durchsichtigkeit jeder Lache.
Es mag sein, dass so manches den Himmel verfehlt,
Aber stört’s die Beschreibung von Wasser?
Wie lang man nun umständlich Umlaute zählt –
Das Ergebnis ist auch nicht viel nasser.
Ich habe schon so viele Worte verbraucht,
Da wird’s keine neuen mehr geben.
Mein Dauerauftrag scheint erschöpft – und verraucht,
Der Kontostand lauert daneben.
Ich fühl mich von Süchten nach Versen erdrückt –
Gedichte, die ständig verlangen,
Spür, wie meine Bank ihre Kuckucke zückt.
Doch aus den poetischen Zangen
Gibt’s kein Zurück zur Ruhe mehr,
Zum Prosa-Glück, das ich entbehr.
Die letzte Weihnachtspost trudelt jetzt ein,
Es lässt selbst „Last Christmas“ das Dudeln sein,
Geschenke werd’n in die Regale geschoben
Und mit den Kulissen des Alltags verwoben,
Man frisst, etwas hastig, zu viel Schokolade –
Und findet, dass es nun vorbei ist, schon schade …
Zebrastreifen und Streberzweifel
Gehören – wenngleich ich noch nicht recht weiß, wie –
In ihren Bereichen zum Sinnbild der gleichen
„Ist die Welt schlecht, bieg’s zurecht!“-Empathie.
Die fünfzehn Minuten nach Boosterung will ich
Gern sinnerfüllend nutzen.
Nur riet man vorab mir, ich solle bloß chill’n – nich
Den Flur im Vorraum putzen.
So starr ich aufs Linoleum,
Wo manch Wisch scheint vönnöten!
Schon ist die Viertelstunde rum –
Und mir ward’s eh verböten …
Zum Ausbleiben der Auffrischungsimpfung (Winterferiensonne)
Sonne, du Geizhals, ist dir nicht bekannt
Wie winters dein schöner Schein streichelt dies Land,
Das finster von Unbill und Frösten gemolken?
Klar, du insistierst: „Das liegt nur an den Wolken,
Die frech vor die Huld meines Strahlspotlights wandern!“
Ja, ja, ne, is klar: Schuld sind immer die andern …
Und wieder fällt des Dichters Wahl
Aufs Überruhrer Wichteltal.
Dort wird er von Erinnerungen
Wie wortwortwörtlich angesprungen,
Verbindlich beim Spazierengehen
Mit Findlingen aus Vers versehen,
Dort rührt ihn Ruh und sinnt Kontur –
Am Treidelpfad zu Überruhr!