Nach dem Lehrer folgt nun auch der Priester dem Tross
Hoch hinauf zu den satteren Wiesen.
Eine letzte Tür fällt mit Geknarr in ihr Schloss
Und der Herr wird noch einmal gepriesen.
Meine Wacht wird der Stachel der Einsamkeit quäl’n
Bis zur Rückkehr von kürzeren Tagen.
Derweil werd ich mir selbst was von Heimat erzähl’n
Beim Zertreten der Saat aller Fragen.
„Los, glorifizier uns!“, geifern die Gipfel,
Den Ethos des Dichters zu zäumen.
Ich freilich spiel lieber am eigenen Zipfel
Und lock’re die Zügel im Heu, man!
Schweizer Beton ist der derbste der Derben –
Der brüllt in die Landschaft: „Get ready for sterben!“
Schweizer Beton ist der grauste der Grauen –
Der scheint sich von selbst ständig weiter zu bauen.
Schweizer Beton ist der grellste der Hellen –
Der negiert die geringsten Verwitterungsstellen.
Es lädt solch Beton scheinbar ein zur Bewohnung –
Doch hüte dich vor einer falschen Betonung!
Die Glocke reißt ein und verliert ihren Klang.
Die Schelle verbeult und büßt ein manchen Rang:
Vom Klingeln zum Bimmeln zum Klimpern und Scheppern –
Bis wir sie genervt letztlich gänzlich zerdeppern.
So scheint überall uns zur Auswahl zu steh‘n:
Mit Inbrunst zu kämpfen / in Würde zu geh‘n.
So viel Platz für Skigebiete,
Quell der Liftbetreibermiete!
So viel Pistenpotentiale
Wie für Straßen, hoch vom Tale!
So viel Stille, Rückzugsorte –
Die man opfern will dem Sporte,
So viel Zu-mehr-auserkoren!
Doch was fehlt, sind Investoren.
Das hämmernde Schienbein, das stechende Knie
Besänftigen sich auf dem schnurrenden Ski,
Der nun nichts mehr fordernd den Waldweg begleitet –
Was keinerlei Anstrengungsgrade bereitet:
Hier greift Kontemplation
In die Meditation.
Sonor klingt der Tag aus in mäßiger Fahrt,
Bis kurz in der Kehre der Schneeteppich scharrt.
Ohne Anschub läuft’s fort, nun in anderer Richtung,
Zur nah’nden, vom Dorfeingang kündenden Lichtung,
Eh man, vom Tage angestrengt,
In eine kurze Abfahrt lenkt,
Sich ächzend von den Brettern schnallt.
Du stößt dich ab, vom Adlerhorst ins Flugdebut zu fallen,
Mutierst vom Quasisäuglingsbalg zur Majestät von allen,
Wirst manch ein Kitz und Murmeltier bald umstandslos erbeuten
Und dir die Schlucht als Jagdrevier wie Hoheitsnistraum deuten.
Doch die Anmut der Schwingen wischt niemals hinfort:
Am Anfang stand der Brudermord.
Für den Bergbusfahrer ist ein Milimeter
Gleich ein Milimeter Platz
Fürs „Ein Stück zurück!“ – „Noch’n Stückchen!“ – Dann steht er.
Im Hals steckt der Aufschrei vorm Satz.
Ich bin aus der Schlappschwanzgeneration, kann keine Zementsäcke tragen,
Ich weiß Schreibmaschinen
Nicht recht zu bedienen,
Wurd niemals von Lehrern geschlagen.
Ich bin aus der Schlappschwanzgeneration, ich kann keine Falkpläne falten,
Wurd nie zu nem Amt
In Vereinen verdammt,
Weiß Rufnummern nicht zu behalten.
Ich bin aus der Schlappschwanzgeneration – doch ich wurde als Kind nie getrackt,
Hab jahrelang ganz ohne WLAN gelebt
Und Alben beflissen mit Fotos beklebt,
Hab in Schaufenstern alles entdeckt.
Ich bin aus der Schlappschwanzgeneration – mit leicht atavistischem Schwanz.
Doch mein Unfähig-Sorgen
Erlöst Ihr im Morgen:
Denn Euch fehlt das Schlappe schon ganz.