Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Jetlag & das dreiundzwanzigste Gedicht

    Jetlag & das dreiundzwanzigste Gedicht

    Irgendwo zwischen dem Auftritt in Seattle und der Ankunft in Frankfurt wurde der 20. Januar verschluckt. Bin zu müde, um der Sache nachzugehen.

    Nicht in der Lage – die verschobene Zeit

    In Frankfurt hab ich eine Jetlagablage
    Zu der ich, Frank, flugs meine Koffer noch trage
    Denn die MEZ holt sich pardonlos ihr Stück
    Des bei Hinfahrt verlängerten Tages zurück


  • Der Weg zurück, schlaflos nochmals & das zweiundzwanzigste Gedicht

    Der Weg zurück, schlaflos nochmals & das zweiundzwanzigste Gedicht

    Die Uhr auf dem Foto sagt alles. Der Morgen nach dem Slam ist der Aufbruch zur Rückreise. Macht die Sache nicht besser. Viele Stunden Flug, viele Stunden Zeitverschiebung. Ich rechne lieber gar nicht erst nach …

    Die Frühaufsteher

    Jede Menge
    Sonnenaufgänge
    Tagesanfänge
    Vogelgesänge

    Aber an Schlaf:
    Nachholbedarf


  • Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

    Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

    Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman’s Flair. Gefällt.

    Mein Tag in Seattle

    Seattle Needle
    Und Grungerockgegniedel
    Dann Poetrybattle
    Und Schalfentzugschäddel

    Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
    Ein kleiner Seat – auf Schwäbisch: Seatle
    Die Aussprache driftet dann doch eh’r zu
    Seemann Kuddel Daddeldu


  • Schlaflos nach Seattle & das zwanzigste Gedicht

    Schlaflos nach Seattle & das zwanzigste Gedicht

    Früh genug: Der Amtraktrain von Vancouver nach Seattle. Die beschauliche Fahrt bietet aber gleichsam ausreichend Zeit, zehn Zeilen zum gegenwärtigen Zustand zu verfassen.

    Gähn!

    Ein ächzendes Gähnen, in die Halbnacht gejault
    Dann stups‘ ich bestimmt an den Kern meiner Glieder
    Der sperrt sich noch, bettschwer, protestierend, und faucht
    „Was, in aller Welt, willst denn du jetzt schon wieder?!“

    Doch unbeirrt zerr‘ ich in Tritt auf Schritt
    Den matten Wust an Körper mit

    Verschlafen straft mich mein Gesicht
    Und selbst der Kaffee schmeckt noch nicht
    So schlepp‘ ich mich zäh zur Moral des Gedichts:
    Da musse wohl durch, ej, et hilft ja nichts!


  • Vancouver & das neunzehnte Gedicht

    Vancouver & das neunzehnte Gedicht

    Mein Vergehen: ein Aufenthalt in Kanada für nur einen Tag. Die Strafe: drei Stunden Warten im Special Customs Bereich. Die Folge: ein halber Tag Aufenthalt in Kanada (postcustoms Bereich). In der Hauptrolle: eine uniformierte, begriffsstutzige, klassenfeindliche Latino-Pagenkopf-Bitch. Falls ihr ihr durch Zufall mal beim Passportcheck in Vancouver begegnen solltet, beschimpft sie heftigst von mir. Es war mir vor Ort bei dem Preis von 100.000 $ einfach zu teuer.

    Vancouver

    Du entspannteste, chilligste Queen aller Städte
    Wär etwas mehr Zeit mir geblieben, ich hätte…
    Hätte…
    Hätte…
    Zwischendurch etwas Sushi gegessen
    Hätte…
    Hätte auch mit Sicherheit
    Hab dann aber nicht – die Zeit!
    Mein Aufenthalt war kurz bemessen

    Im Endeffekt blieben ja nicht mal zwölf Stunden
    Grad genug, um die Uhr, doch nicht dich zu umrunden
    Und fünfeinhalb davon hab ich auch noch verpennt
    Mal aufs Smartphone geschaut, ob mich noch jemand kennt…

    Wie man es auch dreht
    Ich war fern vorm Genug
    Nun ist es zu spät…
    Bis zum nächsten Besuch!


  • Klimawandel & das achtzehnte Gedicht

    Klimawandel & das achtzehnte Gedicht

    Auch wenn es von der prallen Sonne in den Prasselregen geht – irgendwo ist alles eins, hörte ich mal und hoffe auf dementsprechend milde Umstellung.

    Im Gegen Teil

    Wir kämen in Erklärungsnot
    Bekäm‘ das Meer mal Strandverbot
    Denn ohne jenes wär‘ das eine
    Selbst auch entfernt von seinem Sein, ne?

    So muss für das „Hey, hier ist Nichtraucher!“-Schrei’n
    Auch irgendjemand Raucher sein


  • Strand & das siebzehnte Gedicht

    Strand & das siebzehnte Gedicht

    So langsam heißt es Abschied nehmen von der Winterauszeit und Tourpause auf Hawaii. Vancouver wartet. Aber 18 Zeilen widme ich noch schnell dem Meer, das mich in den letzten Tagen so nett geschaukelt hat.

    Tropfen und Salz (Gott erhalt’s!)

    Willst du Weite erschnüffeln, so riech dich ins Meer
    Wo die prickelnde Gischt schlürft am Pendelverkehr
    Und ein mistiger Nebel den Strand überstreift
    Dass nasales Erahnen gen Horizont schweift

    In der Luft hängt das Atmen der Walfischbäuche
    Und unerforschte Tiefseebräuche
    Hakeln Krakententakel im Gesträuch der Korallen
    Wenn Galapagosechsen in Weiden sich krallen
    Aus Algen, Algen, kalter Lava

    An Riffen geschliffene Schiffskadaver
    Und Fische, bunte Fische, Hai
    Inselkitsch frisch aus Hawaii
    Umsäumt von traumerwärmten Palmen
    Und satt umschwärmten Planktonalmen
    Vom Nasentrakt tropft’s in den Hals:
    Das aller Suppen Ursprungssalz

    Spreiz aus deine Flügel und atme das Meer ein
    Du wirst dieser Weite wohl nie wieder näh’r sein


  • Maui & das sechzehnte Gedicht

    Maui & das sechzehnte Gedicht

    Die Offday-Inselperiode meiner Tour schlendert ihrem Ende entgegen. Aber noch hält sich Maui ran in den Dichterinspiration.

    Mauisummary

    Wasserfälle, Wasserfälle
    Und dazwischen Hühnerställe
    Wale, Wale, Wale, Wale
    Abnormale Muttermale
    Sich auf Schlängelpfaden stauen
    Auch beim Morgengrauen schauen
    Erste Sahne Schildvulkane
    Manche stolz gehisste Fahne

    Ein „Malls für alle!“-Implantat
    Nebst Airconditionluftkneippbad
    Und drumherum herrscht nur der Strand
    Mit cool erhob’ner Shaka-Hand


  • Vulkane & das fünfzehnte Gedicht

    Vulkane & das fünfzehnte Gedicht

    Ursprungstäler gestaltende Vorursprungsberge grüßen aus 3.000 Metern.

    Wollen Vulkane

    Einen Vulkan
    Kann Volker
    Volle Kanne gebrauchen

    Mussernichmehr selber rauchen


  • Descendants & das vierzehnte Gedicht

    Descendants & das vierzehnte Gedicht

    Heute an jenem Strand scheingejoggt, an dem George Clooney bei eben diesem Bewegungsritual dem Liebhaber seiner Descendants-Gattin begegnet. Auch so etwas gehört verarbeitet:

    Von Beiden

    Ergraut wie George Clooney
    Gebaut wie Wayne Rooney
    Da längst nicht so trendig
    Dort weniger wendig
    So wanke ich auf beider Spuren
    Meine Nerdic Walking Touren


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