Nachdem man’s arg gefeiert hat,
Wird man das satte Bayern satt!
„Hey, Wirt – i schnauf un sauf wie’n Tier!
Mir ward nie fad das Mia san mia …“
Doch meist seid ihr Idioten!
Es sei den feisten Bayernleut die Bayerei verboten!
Und dann nullt euch zurück Richtung menschlich normal –
Für der Offenheit Huld (neben Berg, Alm und Tal)!
Ich bin immer noch der Nackte von damals,
Verkauf mich nur sehr schlecht.
Die von Fluten genomm’ne Gard’robe des Ahrtals,
Von Disputen beschuhtes Textiliengeflecht,
Der Dresskot besinnlicher Instagram-Postings,
Der Stoff eines „Das ist mal echt grandios!“-Dings
Nebst „Was daraus noch werden kann!“ –
Dies alles zieht mich manchmal an.
Es kleidet mich leidlich und viel zu betont,
Dabei war doch die Umwelt mein Nacktsein gewohnt –
Das Überwinden meiner Scham,
Den Blick hinein in meinen Darm.
Bin noch immer das nackte Baby von früher –
Nur aktuell ein Spätentblüher.
Crossover-Ripostegedicht zu „Das ästhetische Wiesel“ von C. Morgenstern und „Kind im Manne“ von E. Roth
Der ungenierte Esel
Ein Esel aß an einer Brez’n
Inmitten hungr’ger Spez’n,
Hat sich – bevor was übrig bleibt –
Auch noch ’ne Halbe einverleibt.
Nun, mir verriet das Sonnenrind:
Der Graue bleibt im Geist ein Kind,
Denkt: Wattahat, dathatta,
Wird per Hammhamm und ohne Maß
Den nicht vorhand’nen Hunger stillen.
Frisst hier deshalb.
Der ungenierte Raffzahn tut’s
Um nachher satt zu chillen.
Und plötzlich ist’s Gelassenheit,
Mit der ich Unverfrorenheit -en
All eurer Seiten grille.
Ich röste endlich ohne Leid
Die schwergewicht’gen Kleinigkeit -en
Mit Kunst der tighten Stille.
Aber nein, mein Wille ist nicht überwunden –
Man kann ihn im Sessel der Gleichmut erkunden!
Er atmet im hintersten Winkel der Lunge
Mit übereindeutig euch schmähender Zunge.
Und die verbleibt, wiewohl vergrämt,
Im Kern, auf ewig: ungezähmt.