Die Welt neigt vom Strand aus sich immer gen Sehnsucht,
Doch in Afrika scheinen die Winkel so steil.
In trotziger Wölbung strecktdehnt sich die Bucht
Und bewahrt die Vermutung vom Heil.
Auch ohne Passagiere besteht ein Fahrplan
Und ein Badetuch lässt sich wohl borgen.
Vom Nirgendwo naht sich schon irgendein Kahn. –
Und den Rest zieht die Ebbe ins Morgen.
Die Fingerkuppen durchfurchende, dellige Rillen
Mahnten an, weiter in Wellen zu chillen,
Sei langsam nicht mehr angesagt.
Mal langsam!, hab ich mir gedacht.
Gebührt es der in Akademikerkrei-
Sen durchweg verfemten Handwahrleserei
Mein Baden als bad zu beschimpfen,
Verunfairzuglimpfen?
Die Finger zu rümpfen
Ob planschender Nymphen?
Ich verbat meinem Aber, derart gläubisch zu sein,
Und bestimmte im Brustton des Brustschwimmers: Nein,
Mich kümmert nicht der Spitzen Rat!
Die Rettungsschwimmer treiben ziellos im Meer,
Ohne sicheren Status der Lage.
Man sei immer bemüht, in der Regel gar sehr,
Doch die Fragwürdigkeit kappt manche Tage.
Dein Blick schweift von mir auf den Horizont zu –
Die See bleibt in dem Punkt verlässlich.
Und niemand knackt Austern gekonnter als du
Und bedient sich des Worts unermesslich.
Nun fehlt dieser Sehnsucht der Landesteg, das Ufer und der Strand.
Ebenfalls hinfortgefegt: das hinterm Nichts liegende Land –
Und sei‘s auch nur ein Kontinent.
Zwischen und inmitten Gischt wellt und windet Tosen,
Dass es zischt aus den Matrosen,
Deren Seele brennt.
Ich blinz’le lidmüd in den frühen Sonnenuntergang …
Das unabändernd Endgewissen dauert mich zu lang!
Zäh fällt die Schlottertür ins Schloss –
Die aller Schönheit Pforte
Gibt nie mehr preis, was ich genoss,
Und schließt sich ohne Worte.
Im indischen Ozean treiben
Und dies Gefühl beschreiben
Und dabei tief wie treffend sein –
Solch Gabe soll es geben? Nein.
War’s Goethe, Eichendorff beschieden,
Solch Zauber der Natur hernieden
In Wort und Vers zu fassen?
Es bräuchte derer Massen!
Und blieb doch immer unvollkommen –
Glaubt mir, ich bin dort geschwommen!
Doch hülfe mir das Meerbeschwimmen
Mein Wörteln adequat zu trimmen,
Dass dessen Verse jenes Leben
Zielgerecht ins Abbild heben?
Und vermocht ich’s tatsächlich, ach Leute – selbst wenn:
Tät ich’s denn?