Gebückt und an Krücken auf Seebrücken geh’n
Sich über die Aussicht entzücken: „Ach, schön …!“
Entrückt das Bestehen des Glückes erseh’n –
Die näher gerückte Zurückfahrt bestöh’n
„Also, nächstes Jahr fahren wir wieder hier her!“
Und dann bleibt ein Stück auf der Seebrücke leer …
Kein glänzender Einfall grätscht jetzt noch ins Senken
Kein Wortwitz ernörgelt sich seine Notiz
Kein Reim möchte sich kurz vorm time out verschenken
Die Metrik verkneift sich verspätete Beats
Kein Strophengeäst will sich weiter verzweigen
Wenn alles errötet, heißt’s: Einfach mal schweigen
Ich mag Franz Marc und das Mark der Tomate
Trag oftmals Schwarz und ertrag manche Schwarte
Ich nag nich grad am Hungertuch
Und bade nackt – doch nu genug!
Guck dir noch meinen Penis an –
Sag, willst du mich zum Ehemann?
Werd‘ mit Schwung beim Treppensteigen
Es den jungen Deppen zeigen
Mustanggleich die lahmen Fohlen
Schon zur Halbzeit überholen
„Kuxtumann, wie krass der flitzt!“
Dann entschwind‘ ich, nass geschwitzt
Von Außen wird alles wie Freizeit ausseh’n
Wenn wir vom Gedicht zum Kalkül übergeh’n
Auch wenn wir uns längst schon am Magnum-Cup kühlen
Soll es sich für andre wie Zufall anfühlen
Man muss uns als gleichgesinnt interpretieren
„Ja, wir geh’n – wie ihr – hier nur gerne spazieren …!“
Genau fünf Jahre ist es bereits her, dass ich für einen Sommer Poet in Residence von Innsbruck war …
Der nostalgische Blick
Es gilt beständig, altes Schwärmen
Mit neuen Jauchzern aufzuwärmen
Scheint auch manch Schönheit, streng beseh’n
Schon weit entfernt vom Fortbesteh’n
Zeigt doch für dich sich immerdar
Wie schön es hier mal früher war
Back on board in Hamburg. Alte Gewohnheiten revisited.
Nächster Halt: Landungsbrücken – Ausstieg zu den Hafenfähren
Ohne Landungsbrückenstegbesteigen
Fühle ich mich nicht richtig in Hamburg gelandet
Kuttertuckerunterzuckert, dumpfschiff und barkassenklamm
Hafenflairverfehlte Schnucke, nicht so richtig auf dem Damm
Bin rattig verkehrtrum im Lande gestrandet
Und muss mich zunächst mal im Wellengang neigen