Zum Gelingen des Lebens fehlt dir jeder Einwand
Meinen Wunschzettel scheltest du Gier
Weil den förmlichen Frieden ich etwas zu klein fand
Für die Partyausstattung vom Hier
All der Streit ward mir nicht in die Wiege gelegt
Ich nannte mich einstmals bescheiden
Was des Ärgers nicht würdig, hat mich nie zerregt
Was sollte man unnötig leiden
Dein Gezwäng aber spitzt sich aufs Kommende zu
Das mag ich dir nicht überlassen
In dem Bannkreis vom allüberstrahlenden Du
Will ich nicht noch weiter erblassen
Man muss sich nicht auf anderer Kosten verstärken
Doch hier geht es schlussendlich um Stil
Den Triumph werd‘ vermutlich ich nicht mal bemerken
Nur es scheint, er bedeute noch viel
Du hast das Steuerrad tapfer gehalten
Bis zum bittren Moment, da du gingst.
Kurz darauf war wie unberührt wieder beim Alten
All die Richtung, an der du so hingst.
Doch, es kommt auf die paar Grade Unterschied an!
Nein, es ähneln mitnichten sich Wellen!
Man muss sich verpflichten zu sehen – und dann
Die Zeiger der Uhr danach stellen.
Und sei’s nur zur Kur dieses eigenen Lebens.
Erscheint’s uns auch kurz, war’s doch niemals vergebens.
Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern
Und dann schlittert’s die Schindeln hinab.
In den Mäulern der Dachrinnen scheppert es blechern,
Von dort schnappt es sich irgendein Rab
Und stibitzt noch die letzte Erinn’rung ans Oben –
Er versenkt es als Rest in den Grund,
Beschleunigt die Zeit, und zersetzt von Mikroben
Wird jedwede Sperrigkeit rund.
Und verlor’n ist die Möglichkeit anderer Reife –
Für das Haben der Raben. Und der Spatzen Gepfeife.
Und das Ich! wird wieder mal größer geschrieben,
Derweil sie das Wir! simulieren
Und den letzten Rabatz aus den Freiräumen schieben
Aus purer Freud am Kasernieren.
Und die Blockwarte schreien auf Online-Geheiß:
„Ein Richtig! lässt sich stetig steigern!“
Tief in Kopfschüttelskepsis erschlägt mich ihr Fleiß.
Der Komfortzonenkünstler kann, was er kann,
Und er weiß, seit er’s weiß: Das kommt an.
Er wagt sich an alles im Kleinen heran,
Ihn hält steter Applaus stets im Bann.
Der Komfortzonenkünstler bleibt fest überzeugt,
Die Welt sei ’ne dienstbare Scheibe,
Die ihn als ihr Schäfchen verlässlich besäugt –
Er sucht keine größere Bleibe.