Papperlapapp – im Lockdown light
Wir wappnen nach rüde gekapptem Berappeln
Uns müde, schlapp und eingeschnappt
Fürs Abseits, in dem wir als abkömmlich zappeln,
Von Albträumen plappernd, wie lang das noch klappt.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte zur Kunst und der künstlerischen Inbrunst nebst dem entsprechenden Leiden.

Papperlapapp – im Lockdown light
Wir wappnen nach rüde gekapptem Berappeln
Uns müde, schlapp und eingeschnappt
Fürs Abseits, in dem wir als abkömmlich zappeln,
Von Albträumen plappernd, wie lang das noch klappt.

Wie schön, das letzte Wochenende noch einmal für den zweiten Venedig-Ausflug in diesem Jahr genutzt zu haben …
Die Ausstellung
Hier wird ein kleiner Teil der Welt
Mir auszugsweise vorgestellt …
Doch ob das, was als Bild ich ja durchaus versteh‘,
Auch gilt, wenn ich’s da draußen seh‘?

Publikum und Akteure haben lange durchgehalten, das Open-Air-Vergnügen in Zeiten der Indoor-Verbote aufrechtzuerhalten, aber nun müssen wir die Bühne im Garten der Seidlvilla wieder abbauen. Um sie möglichst bald wieder zu reaktivieren.
Spätsommersoirèenausklang
Nicht nur die Harten komm’n in’n Garten,
Auch die Zarten wie Aparten,
Selbst Spaten-Bier-Trinker sind uns willkommen
(Ganz arge Stinker ausgenommen)!
Kommt herbei, Euch vollzusaugen
Über Hahn- und Hühneraugen,
Um der Hirne heit’re Stumpen
Zum Finale vollzupumpen,
Abstandswahrend, halb verloren,
Wird der Spaß dann eingefroren!

Pflanz Schmach
Du darfst dem Verordneten niemals parieren,
Becircen dich auch Argumente!
Pflanz Schmach mit den Schlag auf verordnende Nieren,
Ruf Aufmüpfigkeit aus der Rente!
Du weißt: Ihr Ansatz ist korrekt.
Doch das Herz schlägt fehl in den Methoden.
Verhehl dir nie, wie schön ein Gleichschritt verreckt
Und zertret die entsprechenden Hoden!

Der Saxophonist
Du kannst den Bebop nicht alleine,
Allein bist du bedeutungslos!
Zu viel im Kopp, zu wenig Beine –
Bläst du dich auf zum Gernegroß.
Du wirst zu freiem Spaß jonglieren,
Zwängst du dein Ich ins Kollektiv.
Da zählt, sich selbst zu imponieren
Im prachterkämpften Töneschief.
Erkenne deiner Kühnheit Zügel,
Dass dich dein Stolz zur Statik hemmt!
Es mildert die verspürten Prügel:
Dass du es bist, mit dem man jammt.

Die kindliche Kriegerin
Geh kindlich, willst du den Bann übertreten,
Zeig die beste Miene zum verachteten Spiel!
Dann winde dich um das, wozu du gebeten –
Doch sei kindlich dabei! Das verrät keinen Stil.
Geh kindlich, wenn du ihrer Bühne entfliehst,
Weil Arglosigkeit ihre Angriffslust hemmt!
Sei kindlich, wenn du dein Revolverchen ziehst –
Dann zählt mit zum Spiel, wenn der Abzug mal klemmt!
Bleib kindlich, wenn du deine Flanken entblößt!
Deine letzte Bastion ist die Schutzlosigkeit
Als Irrtum, in dem deine Gegnerschaft döst.
Du kommst, wenn du kindlich gehst, doppelt so weit!

Monumentenmomente
War den Statuesierten im Diesseits bewusst,
Dass sie späterzeits posthumig gelten?
War die Lebenszeit nicht bösdurchdustert von Frust,
War‘n nicht Lichtblicke skandalös selten?
So scheint grad ein gut ausgetretener Schlips
Wie prädestiniert für ein Abbild aus Gips.

Original und Fälschung
Das Originale ist mir heut so fremd,
Ich flirte nur mit den Attrappen.
Die sind von der Verve ihrer Sehnsucht enthemmt
Und versprechen: Mit uns könnt es klappen!
Ich kenn den Geschmack der wahrhaftigen Kuchen,
Kann auf Knopfdruck noch in ihn entschweben,
Muss nicht nach dem Nie-ganz-Erhabenen suchen,
Fühl mich dadurch näher am Leben.
Das Originale behält seinen Wert.
Doch das Wollen beschert uns Verlangen.
Weil der Kundige mitschmeckt, wonach sich‘s verzehrt,
Ist der Weg dorthin schon mal begangen.

Vom Suchen und Finden der Geltung
Mit dem Reichtum wächst auch die Bedeutung.
Vielleicht hat man‘s dich anders gelehrt?
So wappne dich für die Enttäuschung:
Es zählt nur der zählbare Wert.
Etwas leichtfertig hast du den Schmeichlern geglaubt,
Dein Kühnheitsdrang hielt‘ sie gebannt.
Allein das aus Reichtum sich reckende Haupt
Wird uneingeschränkt anerkannt.
Es bedeutet ein Haus, wenn‘s ein Anwesen ist,
Es bedeutet der, der darin wohnt.
Der Grund, dass man dich da grad treudoofer misst:
Man gönnt sich, dass das gar nicht lohnt.
Erzähl ihn‘n die rührenden Aufsteigerstories –
Doch beginne sie stets gut betucht!
Klar, findet man kurz, dass Herr Außenvor boah! is –
Aber einer wie du wird gesucht.

Der Verweigernde
Wenn die Krise sich brav vor der Hoffnung verneigt,
Ist der Teilrückzug längstens beschlossen.
Doch dein Schicksal hat wieder mal alles vergeigt,
Frönt nostalgisch den kalkigen Possen.
Du bist eigentlich Opfer vergangener Zeit,
Doch dein Leid biestert schwungvoll ins Heute.
Jeden Währungsverlust nennst du Aufrichtigkeit
Und betonst, dass sie dir was bedeute.
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