Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Ach, jeden Tag verdöste ich
So reiz- und rauschlos klösterlich –
Ich konnte mich zu nichts erheben,
Trudelte nur so durchs Leben
Und vertändelte die Zeit
Mürrisch mit Enthaltsamkeit.
Dein Esprit erlöste mich,
Denn mit dir entblößte sich
Mir eine Arche voll Erstreben.
Der sei mein verschnarchtes Leben
Fortan vollkommen wie vollends geweiht
Mit Hingabe und Frömmigkeit.
Ein kleiner Hauch von Hauptgewinn
Püstelt sich zum Sturmtief hin,
Täuscht den Losvernarrten bloß, dem
Die Erwartung von was Großem
Zu sehr zur Erfüllung wird,
Die sich nie zu ihm verirrt.
Denn das Glück der Futterstellen
Wiederholt sich nicht in Wellen –
Tröge bleiben ewig statisch!
Du bist nicht vermittelbar. Lisch
Deine kleinen Hoffnungsfunken,
Die dir nur zum Spott gewunken!
Gott hält deine Leine kurz,
Quält dich mit der Angst vorm Sturz
Und schwätzt stets von Möglichkeiten,
Die dich halten in dem Fight. Denn
Es ist nicht für dich bestimmt,
Was der Welt den Atem nimmt.
Du heißt mich unter Aufsicht zu schreiben,
Mein Talent nicht am sprunghaften Rausch zu verschwenden.
Doch höhlt dein sittsam Im-Recht-zu-bleiben
Zu viel Dunkles, um all meinen Aufruhr zu blenden.
Kinderreim (die Guten aufs Töpfchen, den Schlechten vors Köpfchen)
Im ganzen Land
Ist wohlbekannt:
Das Kind, das seine Eltern schlägt,
Das kriegt die Hände abgesägt.
Und fängt es dann zu schimpfen an,
Ist gleich hernach die Zunge dran!
Doch wenn ein Kind sich gut beträgt,
Wird’s auch von keinem angesägt
Und ist bei jedermann beliebt.
Ich werde im Bordklo vom Flug nach Berlin
Heut nicht wie gewohnt meinen Unrat abzieh’n:
Ich will die Gesichter von Mitpassagieren,
Sobald sie fest schlafen, mit Scheiße einschmieren.
Ich rechne da durchaus mit scharfem Protest,
Drum will ich gewiss sein, sie schlafen auch fest..
Sonst wird’s extrem
Unangenehm.
Nun werd‘ ich wohl auch anderswo
Den unbedarften Griff ins Klo
Mir absichtsvoll erlauben.
So kann ich Proll
Mit schalem Lol
Den Schlaf euch fortan rauben.