Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Berg, Fluss & Tal

Naturgedichte, die zwischen Berg und Tal spielen.


  • Sommerfrischen & das dreihundertundelfte Gedicht

    Tegernsee

    Aufziehende Gewitter.

    Talkessel

    Das von Bergkettenbändern gebändigte Land
    Hechelt am Knebel der glänzenden Seen
    Und ständig fließt irgendwas über den Rand
    Und Ängstlichkeit reift längst zum bangen Versteh’n:
    „Vorm Deifi sind wir hier im Tal niemals sicher!“
    Und höhnisch erklingt auf den Höh’n ein Gekicher
    Rauscht eisekalt brausend als Windstoß hinab!

    Vom See schweigt Kühle wie ein Grab

    Es fröstelt tief in allen Seelen
    Die hier fromm ihr Leben fristen
    Und oft sich mit der Frage quälen:
    „Weshalb kommen die Touristen?“


  • Rheinwasser & das zweihundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Mosel bei Koblenz

    Moselschwimmer, vom Schönfärber verwöhnt. Und ein Rheingedicht. Mit Gruß aus Koblenz.

    Treibgut (darum ist es am Rhein so schön)

    Dass ein alter und schmutzigschauriger Fluss
    Im Tal der Romantik sehr traurig sein muss
    Mag jeder nach Stimmigkeit Dürstende glauben
    (Und niemand soll hier ihm die Zuversicht rauben)

    Auch zur Schmach der Dramaturgen
    Schauen Fachwerk, Wein und Burgen
    Auf die brackigbraunste Brühe
    Die als Fahrtweg nur beliebt
    Weil es all das andre gibt

    Ach, leidige Idyllen-Mühe!
    Da am stärksten dich genießen
    Die sich dreist und mit Genuss
    Ins gemachte Flussbett gießen
    Nivelliert vom Überfluss


  • Eibsee & das zweihundertfünfundfünfzigste Gedicht

    Eibsee

    Letzter Tag in München (bzw. nähere Nachbarschaft), bevor es wieder auf Tour geht.

    Eibsee

    Du bist flüssiger Berg, ein Gedächtnis von Masse
    Zu Klarsichtfolie geleetiert
    Erstrahlst in opalen-karibischer Klasse
    Dass alle Gestelztheit des Lebens gefriert

    Ich tu in Demut meine Züge
    Und lass mich durch die Felsen treiben
    Ich schlucke Kiesel zu Genüge
    Und sink gen Gipfel, dortzubleiben


  • Innsbruck II & das zweihundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Inn bei Innsbruck

    Der Inn. Eine Brücke. Und die Berge von allen Seiten.

    Die Berge

    Sie luken hier in jede Häuserschlucht rein
    Wie abgesetzte Herrscher das tun
    Sie halten gebotene Abstände ein
    Doch werden sie schon aus Gewohnheit nie ruh’n


  • Nordkette & das zweihundertfünfunddreißigste Gedicht

    Nordkette Innsbruck

    Der Blick auf Innsbruck von der Nordkette.

    Gebieter der Stille

    … und unten lärmt man vor sich hin:
    Getösestolz aus Mittendrin

    Der dringt nur als verdecktes Wummern
    Zur Soundcloud von Insekten-Summern
    Denen einzig Vogel-Tirillenz
    Grätscht in die Laute-Prominenz

    Verhalten hallt mal kurz ein „Muh!“
    Von irgendeiner Alm dazu
    Ansonsten ist’s hier völlig still

    Dann schrei ich: „Nur, wenn ich es will!“


  • Grund & das zweihundertzwanzigste Gedicht

    Luxemburg Grund

    Der Stadtteil zu Füßen der Festung von Luxemburg heißt Grund. Nicht ohne selbigen, würde ich sagen.

    Spaziergang durch Grund

    Und wieder weicht dein Blick nach oben
    Irrt vom treulichen Fluss unbeirrt in die Höh‘
    Sag, wolltest du nicht deinen Füßen geloben
    Am Boden zu bleiben, inständig? Doch, nö
    Schon scheint dir die oberste Zinne der Feste
    Für kommende Schritte das optimal Beste
    Und alles darunter nicht wirklich gesund

    So wandelst du weiter verbittert durch Grund


  • Auf der Höhe & das hundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Auf dem Schlossberg Würzburg

    Irgendwie stachelt mich ein auf nahen Hügeln gelagertes Gebäude immer wieder zum Aufstieg an, obschon man es sich auch in der Ebene gemütlich machen könnte. Von der Feste herabgedichtet:

    Straight up/down to the Top

    Ständig muss ich mich erhöhen
    Obenauf im Ausguck stöhen
    Und dem Ausblick Aug ins Aug seh’n

    Gipfel, Wipfel, Kämme, Dämme, Kuppen, Türme stürme ich
    Und auf Berg, Burg, Zinnen sinnen Übersicht und Über-Ich

    Weit lass ich die Blicke schweifen
    Schwelle an vom Welt-Begreifen
    Wachend über all Gescheh’n

    Doch begnüg ich mich durchaus mit
    Einem Blick in deinen Ausschnitt

    Spähend hüpf ich
    Unterschlüpfrig
    Tief ins Jenseits vom Versteh’n


  • Schären & das hundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Schären

    Noch mehr vom Vortage: Schärenmaterial.

    Die Felsen der Schären

    Diese unverwandt wasserhervorigen Steine
    Sind seltsam glatt und weichgestalt
    Beinahe organischen Ursprungs. Ich meine
    Auch, dass sich bei Sonnenbescheinung recht bald
    Aus dem Innersten mählich die Steinhaut erwärmt
    Und Grad um Grad Körper die Poren beschwärmt
    Das kenn‘ ich von Reptilien
    Die bis zum Temp’raturbehag
    Strecken sich zur Sonne hin
    Erst dann bereit sind für den Tag

    Nennt mich sehr gern einen Voll-Übertreiber
    Doch vielleicht sind’s versteinerte Saurierleiber!?
    Diese Felsen in Wasser und sonnigem Scheine
    Sind einfach zu seltsam für „einfach nur Steine“

    Aber irgendwas müssen die Felsen ja sein
    Vielleicht also Saurier. Gefällt euch das? Nein?


  • Deutsches Eck & das einundneunzigste Gedicht

    Deutsches Eck Koblenz

    Wo Vater Rhein Mutter Mosel küsst. Aber flussaufwärts ist es romantischer.

    Deutsches Eck

    Sagt, was könnt sich nasser küssen
    Als die Wasser von zwei Flüssen?


  • Aarebrücke & das sechsundachtzigste Gedicht

    Aarebrücke Olten

    Auf dem Weg zur Schützi Olten. Der Fluss summt Simon & Garfunkel.

    Bridge, trouble, water

    Was weiß denn das Wasser vom Trouble der Brücke?
    Vom zähen Verankern auf beiderlei Seiten
    Vom Dinge Verbinden, vom Schließen der Lücke
    Vom Menschen zu anderen Ufern Geleiten

    Selbst massiges Gleiten
    So stur wie bedächtig
    Strömt es durch die Zeiten
    Und glaubt, es sei mächtig


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler