Ich möchte längst (und immerschon)
Zur Friedlichkeit gelangen.
Wird sie mich als verlor’nen Sohn
Samt Treueschwur empfangen?
Ich legte ihr die Flügel weit,
Höchst tiefgebeugt, zu Füßen
Und würd‘ von meiner Ruppigkeit
Sie demutartig grüßen.
Spät in der Nacht noch was zu schreiben,
Gibt diesem Tag die Chance zu bleiben.
Umklafft mich auch herzschwerstes Gähnen,
Schafft’s dieser Vers dich zu erwähnen,
Eh du mir sehr betrunken winkst
Und in der Dunkelheit versinkst.
Und Stille füllt den Raum mit Leere.
Von Worten zugemüllte Schwere
Will ich als schwebend mir bewahren
Zum Trost in spät’ren Lebensjahren –
Du wirst mit diesem Tag verweilen
In zwölf recht spät geschrieb’nen Zeilen.
Nun hat über Nacht sich die Sprache geändert
Und der Brief, den ich schrieb, schwatzt verwirrt.
Sein Sinn ist von toter Beschwingtheit gerändert
Und alles verstörungsumflirrt.
Heut spreche ich längst schon in gültigen Worten.
Eine App stellt die Orthographie.
Die Umrandung wähl ich aus fast zigtausend Sorten.
Es sind Schwung und Sinn glücklich wie nie.
Da macht es sich der Herr Poet doch mal wieder sehr einfach …
Auflösung von Wolkenfeldern,
Auszahlung von Fördergeldern,
Ablösung von Nachtwachtschichten,
Ansammlung von Kurzgedichten –
Jeder kann in schweren Zeiten
Einen großen Beitrag leisten!
Im indischen Ozean treiben
Und dies Gefühl beschreiben
Und dabei tief wie treffend sein –
Solch Gabe soll es geben? Nein.
War’s Goethe, Eichendorff beschieden,
Solch Zauber der Natur hernieden
In Wort und Vers zu fassen?
Es bräuchte derer Massen!
Und blieb doch immer unvollkommen –
Glaubt mir, ich bin dort geschwommen!
Doch hülfe mir das Meerbeschwimmen
Mein Wörteln adequat zu trimmen,
Dass dessen Verse jenes Leben
Zielgerecht ins Abbild heben?
Und vermocht ich’s tatsächlich, ach Leute – selbst wenn:
Tät ich’s denn?
Du musst hier noch so viele Kniescheiben brechen,
Noch so viele bleibende Schmähungen rächen,
Du musst dir noch so oft das Arschloch aufreißen,
In all deren satte Bequemlichkeit scheißen,
Du musst ohne Gunst an der Inbrunst dich wärmen
Und flehentlich grell von dem Wirklichsein schwärmen.
Du kannst hier nicht mehr auf mehr Wohlwollen warten,
Musst stur Dinge tun, die nur dir gut geraten,
Du darfst ihre Ablehnung fortan genießen,
Du musst hier mit niemanden Frieden noch schließen,
Bleib einfach alleine – das steht dir so gut!
Bewahr dir nur eine Begleiterin: Wut.
Der Prinzregenten Torte Schichten
Wollt‘ ich gern adäquat bedichten,
Wollt‘ des Palminglanz‘ Schokohüllen
Mit fetter Poesie befüllen.
Biskuitlich sowie cremekakaoen
Wollt‘ Vers um Vers ich schichtend bauen.
Allein, auf wirklich adäquaten
Poem gilt’s weiterhin zu warten …