Nummer 1.500
Nummer Tausendfünfhundert
In 2020 –
Von Muttern bewundert,
Der Rest ruft: „Er kann’s nich!“
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte über das Schreiben, das Dichten und das Autorendasein.

Nummer 1.500
Nummer Tausendfünfhundert
In 2020 –
Von Muttern bewundert,
Der Rest ruft: „Er kann’s nich!“

Verjährendes Gedicht
Die Zeilen in der Erde sind
So unerreichbar da –
Wiewohl kein Wort ich wiederfind‘,
Ihr Sinn bleibt weiters nah.
Es reicht die Tiefe im Verlust
Von selbst nicht ans Verloren.
Stell dich in seinen Schein, du musst
Nicht extra danach bohren!

Säumiges
Ach, ich gewahrte viel zu spät:
War heut glatt ohne Schreibgerät
Zum Dichten aufgebrochen!
Schon kam da angekrochen:
Ein lang vermisster Geistesblitz –
Den in Ermanglung an Notiz
Ich bis zu meiner Rückkehrstund
(als bloß vom Glück bescherten Fund)
Ins Hirn mir tätowierte,
Derweil ich stur flanierte –
Im Kopf nur diese eine Zeile
Nebst meinem Willen, diese heile
Noch zu Papier zu bringen.
Es sollte mir gelingen.
Doch der Vers, den ich brav hab behalten für Stunden,
Wurd‘ dann schon recht bald für nicht tauglich befunden.
Sein wahrer Wert war offenbar,
Dass er so sehr gefährdet war.

Am Ufer
Ich möchte längst (und immerschon)
Zur Friedlichkeit gelangen.
Wird sie mich als verlor’nen Sohn
Samt Treueschwur empfangen?
Ich legte ihr die Flügel weit,
Höchst tiefgebeugt, zu Füßen
Und würd‘ von meiner Ruppigkeit
Sie demutartig grüßen.

Schreiben & Bleiben
Spät in der Nacht noch was zu schreiben,
Gibt diesem Tag die Chance zu bleiben.
Umklafft mich auch herzschwerstes Gähnen,
Schafft’s dieser Vers dich zu erwähnen,
Eh du mir sehr betrunken winkst
Und in der Dunkelheit versinkst.
Und Stille füllt den Raum mit Leere.
Von Worten zugemüllte Schwere
Will ich als schwebend mir bewahren
Zum Trost in spät’ren Lebensjahren –
Du wirst mit diesem Tag verweilen
In zwölf recht spät geschrieb’nen Zeilen.
– Mehr Gedichte über das Schreiben, das Autorendasein und die Poesie –

The medium is the message
Nun hat über Nacht sich die Sprache geändert
Und der Brief, den ich schrieb, schwatzt verwirrt.
Sein Sinn ist von toter Beschwingtheit gerändert
Und alles verstörungsumflirrt.
Heut spreche ich längst schon in gültigen Worten.
Eine App stellt die Orthographie.
Die Umrandung wähl ich aus fast zigtausend Sorten.
Es sind Schwung und Sinn glücklich wie nie.

Lustig, New Comedian?
Bemüht verhehlst du, dass es schmerzt,
Womit du uns den Tag verscherzt!

Da macht es sich der Herr Poet doch mal wieder sehr einfach …
Auflösung von Wolkenfeldern,
Auszahlung von Fördergeldern,
Ablösung von Nachtwachtschichten,
Ansammlung von Kurzgedichten –
Jeder kann in schweren Zeiten
Einen großen Beitrag leisten!

Weißer Fleck der Poesie
Im indischen Ozean treiben
Und dies Gefühl beschreiben
Und dabei tief wie treffend sein –
Solch Gabe soll es geben? Nein.
War’s Goethe, Eichendorff beschieden,
Solch Zauber der Natur hernieden
In Wort und Vers zu fassen?
Es bräuchte derer Massen!
Und blieb doch immer unvollkommen –
Glaubt mir, ich bin dort geschwommen!
Doch hülfe mir das Meerbeschwimmen
Mein Wörteln adequat zu trimmen,
Dass dessen Verse jenes Leben
Zielgerecht ins Abbild heben?
Und vermocht ich’s tatsächlich, ach Leute – selbst wenn:
Tät ich’s denn?
– Mehr Gedichte übers Meer, Strände und Strandleben –

Gerridae
Ich seh den See und drinnen die Fische –
Mich freut, dass ich ’nen Reim erwische
In schnell erfasster Szenerie.
Nur frag ich mich: Versteh ich sie?
Die Eleganz vom Flossenschwingen
Verhöhnt doch dieses ganze Ringen,
Dem Puren auf den Grund zu gehen,
Die Spur zu fassen und zu sehen.
Und wehrt die abgeklärte Ruhe
Nicht alles ab, was ich hier tue?
Frisch gespitzten Stifts durchsteche
Ich des Wassers Oberfläche.
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