Es schrumpfte die Zeit deine Kindheit zusammen
Auf ein Dutzend probater Momente,
Die je einem großen Erlebnis entstammen,
Das sich jäh aus dem trägen Fluss trennte.
Deine frühe Erzählung ist längst schon beschränkt
Auf ein paar ausgerissene Seiten.
Deren Restauration wird beharrlich bedrängt
Von den Windstößen rasender Zeiten.
Wie verödet sind nun unsre heitersten Säle,
Als wär’n alle Feste entflogen –
Sodass mein Erinnern, aus dem ich erzähle,
Klingt sehr dubios bis verlogen.
Räume sind nicht die gleichen mehr ohne Personen.
Dieser Satz ist so einfach addiert.
Sie behagen den Leben, die sie rasch durchwohnen –
Und danach sind sie mumifiziert.
Die Zeilen in der Erde sind
So unerreichbar da –
Wiewohl kein Wort ich wiederfind‘,
Ihr Sinn bleibt weiters nah.
Es reicht die Tiefe im Verlust
Von selbst nicht ans Verloren.
Stell dich in seinen Schein, du musst
Nicht extra danach bohren!
Nenn mir ein Merkmal, bevor wir uns trennen,
An dem wir uns zukünftig wiedererkennen,
Wenn windiger Glanz unser Strahlen verwischt,
Bis faltig und fahl sein Gedächtnis erlischt.
Präg du dir den Fingerabdruck von mir ein
Und zieh in Erwägung, ich könnte bald ein
Gänzlich verdorbenes Wesen bewohnen –
Es wird mich die Welt nicht auf Dauer verschonen.
Dann kann selbst die finsterste Zeit nicht die Schemen
Der in uns erinnerten Einigkeit nehmen.
Deine Kopfhaut bewahrt sich das blanke Gefühl,
Unter früheren Haaren verborgen zu sein –
So passt auch ins forschfrisch betagte Kalkül
Bei dir noch ein weiteres Lebensjahr rein!
Beehren Sie, Fräulein, mich baldigst zum Tee
In meinem verheerenden Balz-Separee?!
Wo der Kitsch meiner Kissen aus Plüsch und aus Samt
Schon selbst nicht mehr wissen will, woher er stammt.
Hier wirkt noch des alten Stils vorletzte Chance,
Hier wirbt noch der Wirklichkeit Resteleganz,
Hier stirbt unvollendet mein Dasein als Geck,