Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Malecón & das zweitausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Malecón & das zweitausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Prächtige Lady (Suntuosa Dama)

    Du sperrst dich immer noch unverschämt gegen die Zeit,
    Doch bist stets für Besucher zu lächeln bereit
    Und küsst sie mit wispernden Winden vom Meer,

    Unter Gittern von Balkonen, vor barocker Fassade 
    Und im tiefsten Innern pocht dein Herz vor Begehr-
    En derer, die innig dich lieben, nur schade:

    Sie werden dich verlassen, Havanna,
    Oh du prächtige Dame, Havanna!

    Ich liebe dich mit aller Verbundenheit,
    Von Geburt an Kokon, Brut von Freude und Leid.
    Durch Buntglasfenster geschienene Blüten,

    Zum Seufzen der Menschen, der Pflastersteinmythen
    Einer Palme, die unter den Sturmböen ächzt.
    Das kristallklare Meer, das türkisfarben lechzt,

    Flüstert Sprichwörter reizvollster Intensität,
    Wenn verführerisch lächelnd dein Mondschein verweht
    Alle Nebel, was mich zum Bolero einlädt 

    Im Regen von Sternen, Gestirnen, gedreht
    Fallen Drosseln, Kolibris, Hügelketten,
    Verführerisch lächelnd, mich in Dir zu betten,

    Du Schöpferin von solchen tropischen Reizen,
    Ohne dabei mit Gefühlen zu geizen,
    Havanna, oh meine prächtige Lady,

    Havanna, Havanna, Havanna!


  • Bergedorf & das zweitausendeinhundertsechzigste Gedicht

    Bergedorf & das zweitausendeinhundertsechzigste Gedicht

    Erwachen

    Das Augenreiben besiegelt
    Den Abschied von nächtlichen Träumen,
    Jede Pforte zurück ist verriegelt –
    Und so schau ich bedrückt ins Versäumen.


  • Landhandel & das zweitausendeinhundertneunundfünfzigste Gedicht

    Landhandel & das zweitausendeinhundertneunundfünfzigste Gedicht

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Die Ahnen (Egungun)

    Im Erahnen der Ahnen
    Und ihren weisen Hinweisen
    Besänftigt sich meine Tortur.
    Sie rüsten mich fürs Überwinden,
    Aus zähem Dunkel rauszufinden,
    Sind Licht und Lichtung pur,
    Greifen ein wie ein Handwink, der meinen Weg leitet,
    Sind das Nichts, das den Körper als Seele begleitet,
    Ein spirituelles Vermächtnis,
    Dessen Schatz testamentlos hier echt ist
    Und sich üppig wie endlos vererbt.
     
    Auch ungeglaubt entern sie Wirklichkeitssphären,
    Wie als Teenager mir meine Oma erschien,
    Entflammt aus der Ahn‘reihen magischem Schwären,
    Unfassbar real, seither nicht zu entzieh‘n,
    Spür ich ihre Präsenz, nachts im Traum, jederzeit,
    Und wenn ich einst geh, steh‘n die Ahnen bereit,
    Mich einzubinden in ihrem Geflecht
    Von Stämmen, Historie, Familiengeschlecht,
    Bis dass ich vollends Ahnin bin,
    Dass ein Enkelkind oder Großenkelin
    Als spirituelle Verbindung auf Erden,
    Meine Seele ruft, wiedergeboren zu werden.


  • Düsseldorf & das zweitausendeinhundertachtundfünfzigste Gedicht

    Düsseldorf & das zweitausendeinhundertachtundfünfzigste Gedicht

    Grundloses Aufatmen

    Atmen – Atem – atmen – Atem,
    Füllen – Leere – füllen – Leere,
    Etwas Angst vor Ungegartem,
    Vor dem Schnitt der Wohlstandsschere,

    Sog, Druck und Erleichterung,
    Fern vom einst erreichten Schwung,
    Doch im Schoß entfleischter Süße
    Übt das Ebenmaß Tumult
    Und bestellt der Schongeduld
    Schöngefärbte Grüße.


  • Herrenhäuser & das zweitausendeinhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

    Herrenhäuser & das zweitausendeinhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

    Wie hat es dir geschmeckt?

    Ein schwärmendes Aroma-„Ah!“,
    In dem sich die Urform der Gleichung beweist,
    Um die der Planet unsres Menschentums kreist,
    Versinkend im Genuss.

    Das Kann schwillt an zum Muss
    Für eine Geltung immerdar,
    Wo jede Papille ihr Fabelreich schmeckt,
    Sich fern jeden Abers gen Wohlgefühl streckt,
    Zum schwärmenden Aroma-„Ah!“ …


  • Skansen & das zweitausendeinhundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Skansen & das zweitausendeinhundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Sequero

    Osá schlägt die Trommel und Ogbe tanzt so,
    Dass Weissagung füllt das Haus von Enlejó
    Einen Tag vor der Reise zum Volk von Oyó.

    Schlägt Osá die Trommel, tanzt Ogbe dazu,
    Sie prophezieh‘n Sekereo, gab’n ihm auch im Nu
    Die Order zu opfern. So tat er, deswegen
    Kommt alle herbei nun und zählt seine Segen!


  • Geitauer Alm & das zweitausendeinhundertfünfundfünfzigste Gedicht

    Geitauer Alm & das zweitausendeinhundertfünfundfünfzigste Gedicht

    Aufbruch am Morgen

    Wie immerwieder füllt die Luft
    Die schlaff entschlackten Lungen,
    Entledigt allen Sack-und-Packs
    Gewichtelt‘s ungezwungen.

    Und wie der Sonne Strahl mich knufft
    Und scheint wie neu geboren!
    Ich schreite königwärts und wachs‘
    In Nase, Aug‘ und Ohren.


  • Lulu Brentano & das zweitausendeinhundertvierundfünfzigste Gedicht

    Lulu Brentano & das zweitausendeinhundertvierundfünfzigste Gedicht

    Ripostegedicht auf die „Ant-ologie“ von Christian Morgenstern

    Das alpha-ologische Achtel

    A Meise und a Ameise
    Bebeten zehn Tsetse-Fliegen
    Und murr‘nde DDR‘ler Kreise,
    Die seit ehedem eh eh‘r im Elend rumliegen,
    Stöh‘n wie aus dem Effeff geäfft,
    Dies geh‘ gegen jeglich Gebete-Geschäft
    Und sei auch nicht GG-gemäß!
    Da wendet mit hartem HaH(ha)! das Gsäß (Gesäß),
    Sprengt alle Regeln mit FE (Effet)
    DCdiert (dezidiert) verBAmtet (verbeamtet),
    Dass a Ameise and an ant
    Aufgepeppt vom Happy End
    „Alle meine Ant-chen“ singen
    Und dabei vollendet klingen.


  • Brückenkopfkrönung & das zweitausendeinhundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Brückenkopfkrönung & das zweitausendeinhundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Yemoja

    Eri rere san san san
    Eri rere
    Da Olueri sich bei allen Mächten beklagt,
    Dass er keinerlei Reichtum hat, wurde gesagt,
    Es sei‘n für den Zuspruch, den er sich erbat,
    Mehr Opfer zu bringen. Was er sodann tat.
    Und deshalb – eri rere san san
    Geb ich als Adresse mein Elternhaus an,
    Wo mählich die heilenden Kräuter gedeihen,
    Die Fron uns mit wachsender Blüte zu weihen.
    Eri rere san san san
    Vom Wenigsten sprießt unsre Hoffnung auf mehr,
    Denn nie fließt ein Strom einmal hin, einmal her.


  • Einfahrt Lappo & das zweitausendeinhundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Einfahrt Lappo & das zweitausendeinhundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Meine Musik (Mí Música)

    Ohne Rastplätze von Präferenzen 
    Bereise ich unsre Musik,
    Spür die Spur eines Steinchens bei Tanz und Kadenzen,
    Sublim, nichts behauptend, doch très majestique!
     
    Der Danzon glänzt, umtänzelt von der Danzonette,
    Die ihn nicht widerlegte.
    Der seit je Unentwegte 
    Verwand jede Wandlung als Puls vom Parkett.
    Und taktvoll transzendieren Piano,
    Gitarren und Bongo in neues Terrain,
    In ChaChaCha, Rumba, ja, todo cubano,
    Moçambique et-ceteraine.
    Ja, das ist meine Musik! Augen zu, hör zu, fühl es!
    Tausch den Stress gegen Lächeln – und Haut verspürt Kühles
    Wie rhythmisch verabreichtes A-Depressivum,
    Es trifft auf dein Herz, treibt es an zum Bumm-Bumm.
     
    Und neue Genies wagen neue Fusionen,
    Bereichern den Nachhall von Generationen,
    Den Grammys, Timba und Latin Jazz krönen.
    Wer schaut da zurück mit gelangweiltem Stöhnen?
    Hier klingt Identität als ein Stolz auch für dich!
    Ich singe und tanz, ohne Zweifel, mein Ich!


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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