Kant
Ist Ihnen bekannt, dass Immanuel Kant
Imma ma‘ schnell in Kantinen verschwand?
Denn einmal darinnen,
Konnt‘ Kant dann von innen
Verkannte Esser viel besser versteh’n:
„Mann, imma nur Nudeln – ich kann’s nimma seh’n!“
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Kant
Ist Ihnen bekannt, dass Immanuel Kant
Imma ma‘ schnell in Kantinen verschwand?
Denn einmal darinnen,
Konnt‘ Kant dann von innen
Verkannte Esser viel besser versteh’n:
„Mann, imma nur Nudeln – ich kann’s nimma seh’n!“

Ein Letztes
Dieses Feld trägt noch immer die Sonne
Doch es hat sich im Kopf schon getrennt
Es strahlt in der üppigsten Wonne
Die sich in sich selber verbrennt
Noch wabert die fröhliche Zeit
Im frecher fröstelnden Dunst
Schon greift vom Waldrand aus weit
Des Winters grobe Kunst
Der malt ohne Farben
Schon löscht er, was bunt
Wir jedoch haben
Noch ohne Grund
Angst ums Jetzt – es
Hält sich matt
Manch letztes
Blatt

Rosen
Es ist, einmal enttarnt, der gewöhnlichste Duft
Nur er schlüpft als exotisches Ahnen
Und verfolgt deine Sinne als zähester Schuft
Er verhöhnt deine Freude als zahnen-
Des Sehnen nach etwas mehr Orient und so
Auf leicht zu becircendem Glaubensniveau
Dass du, Haremsberechtigter, schlürfst erste Dosen …
Doch all dein Verlangen begnügt sich mit Rosen

Vorerst
Vielleicht werd ich der Welt mal erzählen
Von niemals vollendeten Plänen
Von nicht eingeschlagenen Pfählen
Und früh ausgefallenen Zähnen
Vorerst sag ich „game over“ und steh auch dazu
Im Endeffekt hört ein’m ja eh keener zu

Die Laubspeise (Mahl des Simpels)
Bis mir mürb is
Ess i Kürbis-
Suppe jeden Frühherbsttag
Weil i Kürbissuppe super-
Gern (mit Pinienkernen) mag

Das Sein bestimmt das Selbstbewusstsein
Als höllisches Tier am Halleschen Tor
Kommst du dir völlig nutzlos vor

Für die, die’s eben verpasst haben …
Wie ohne einen einz’gen Mucks
Grad Heinz der Dachs und Max der Luchs
Dem Fuchs fix seine Gans gestohlen!
Kann sich schon morgen wiederholen …

Ripostegedicht zu „Sie saßen und tranken am Teetisch“ von Heinrich Heine unter der Vermutung, dass Heine sich nur aus semantischen Gründen den Lapsus eines identischen Reimes (Teetisch – ästhetisch) leistet. Es war natürlich der rein reimende Stehtisch gemeint, dessen Nutzung durch Sitzende Heine unstatthaft, wenn nicht kriminell, erschien.
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Und kamen so lieblos uns vor
Denn fraglos war’s wenig ästhetisch
Wie der Tisch an Bedeutung verlor
Wie negierten frech alle Semantik
Und bestuhlten, wo aufrecht man steht
Der Plattenbau moserte grantig:
„Ey, wenn ihr nicht steh’n wollt, dann geht!“

In Wellen
Hier ist eine von so nicht mehr möglichen Welten
Die werden nicht mehr hergestellt
Vielleicht früher mal üblich, doch jetzt sehr sehr selten
Von Kellerfeuchte angewellt

Nadelöhr der Anglikanischen Kirche
Patam! Pappatann! schallt Londons U-Bahn –
Kann man dann dort denn nie in Ruh‘ fahr’n?
„Herr, bedeutet Fortbewegung
Hier jed‘ Wort Hinfortzerfegung?!“
„Was? Ich hab Dich nicht verstanden!?“
This is how it goes in London …
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