Khayyam Replik 2
Für die werten Gelehrten stimmt an eure Harfen
Und ehret ihr Werk zur Erleuchtung von Schafen!
So sehr sie in Finsternis blieben – es scheint
Als könnten wir alle seither besser schlafen!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Khayyam Replik 2
Für die werten Gelehrten stimmt an eure Harfen
Und ehret ihr Werk zur Erleuchtung von Schafen!
So sehr sie in Finsternis blieben – es scheint
Als könnten wir alle seither besser schlafen!

Verona
Ganz oben ruht stolz wie in Sänften gemauert
Das Rudel der Scaliger Hunde
Ich stürz durch die Piazzas wie aufsaugetoll
Tauch auch in arenige Runde
Was sonst so vom Ewig das Jetzt überdauert‘
Kann schwerlich ein Tag ganz erzählen
Da gilt’s zum Passieren von Speicher und Zoll
Den prägendsten Ausschnitt zu wählen

Die aufgegebene Fabrik
Die aufgegebene Fabrik
Flüstert immer noch Worte wie Kapazität
Auslastungsgrad oder Marktpotential
All die Willenskraft schwebt im Jahrhundertaspik
Und gerät in die Strömung vom Nu-is-egal
Des Gebäudes Geschichte ist längstens geschrieben
Und ein Mörtelstrang ragt aus der Wandnostalgie
Die Arbeit ward aus den Maschinen vertrieben
Und harrt auf den Neustart – ich wüsste nicht wie
Geschulterte Vermächtnisse
Ruh’n in unsteten Schreinen der Handlangerei
Untradiert über ein Handmanual
Doch die Fertigkeit stummer Gedächtnisse wiegt
Nur im Hain alter Mauern noch resthaft real
Wie den Eifer und Schliff noch im Guten vergeuden?
Allen Unterschied, den bald schon niemand mehr merkt?
Du wirkst für die Aura von toten Gebäuden
Und wirst von den Damalssekunden gestärkt

Oder halt bergsteigen
Brixen, maul‘ ich unentschlossen, was soll man in Brixen tun?
Schau‘ mir mein entblößtes Glied an, reim’s zusammen und brumm‘: Nun, …

Zur Aufmunterung
Als wär‘ eine einmal vergebene Chance
In der ganzen Welt nicht mehr zu finden!
Als würde die ach-so-verfehlte Balance
Sofort aus dem Orbit verschwinden!
Als sei’n heikle Stellen so schmal konstruiert
Dass jeder sie maximal einmal passiert!
Nun, prinzipiell stimmt all das wohl …
Doch immerhin gibt’s Alkohol!

Seen und geseen werden
Die DDR-geborne Gerda war damals nie am Gardasee! –
Wer, die Gerda? Die war doch eh’r da: Gerda, Star vom Garda!? – Nee,
Erstes Mal war nach der Wende. –
War mir gar nich‘ klar … – Tja! – ENDE

Zug der Tausend
Der Zug der Tausend ist zu schnell beendet
Lass uns Milliarden sein!
Gedanken entäußern, die in uns verschwendet!
Im Glanz unsres Harnischs vom prachtvollen „Nein!“

Italienische Reise
Es stimmt, Johann Wolfgang, es ist diese Flora, die andre Geschichten erzählt
Die Mitgift ans Dunkel verlorener Tage warnt: Wandrer, Du hast Dich verwählt!
Hier sumpfen die Täler im Sonnenbenzin, hier lallt alle Landschaft Limone
Hier prallt sich der Apfel, der Farb-DIN entgrenzt (auch ich fühl‘ mich plötzlich so ohne)
Küstenwärts flüstert sich Südlichkeit ein, in den Seen plätschert etwas Karibik
Mein Sächsisch berlinert sich seinsblümerant und pfeift durch die Zähne: Ditt lieb ick!
Ein ahnender Duft stürzt aus fremden Gewächs, altrömische Gärten zu füllen
Die Lust wird von Eidechsenzungen gedämmt, zur Brustgröße schwill’n die Papillen …
Ja, wer sich zu einer Reise entschließt, ist im besten Fall völlig verschwunden
Sobald dann daheim das Genießen verwaist, soll uns die Erinnerung munden!

Poesie 2.0
Oh, konvenier mir, Wortmüllkitsch!
Du Kotschmiere der Wohlfühlbitch!
Du Elend von Gedicht!
How sweet ist’s, Krokant mit Krokant zu bestreuseln!?
Wie mitgefühlmassig das Vorhäutekräuseln!?
Wie ehrlich dein Gesicht!
Im hohlgephrästen Geprahle von Mut
Wo man etwas sagt, weil’s scheint’s sonst niemand tut!
Wird Ekliges zur Pflicht …

Bei meiner Lesebühne P&P wünschten sich die Zuschauer mit großer Mehrheit ein Ripostegedicht auf Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Ich nahm mich der Aufgabe an, unter besonderem Fokus darauf, das Gedicht in einer einem Staatsmann angemessenen Qualität zu verfassen – nicht wie die eher dahingerotzten Böhmermann-Verse, die vermutlich vor allem auch wegen mangelnder lyrischer Qualität beanstandet wurden.
Ich bin bei der bereits etablierten Unterleibsthematik geblieben – weswegen hier im Netz auch nur die „entschärfte“ Version veröffentlicht wird. Vielleicht ja ein Beitrag zur Befriedung des aufgekommen Streits.
Die Eichel Recep Erdogans (Ein respektvolles Schmähgedicht)
Altersfleckgrindig, vom Speckglanz gefettet
Zuckt nach ’nem Spuckkrampf, nun ölig gebettet
Im spermaverkrusteten Schamhaargewölle
Gleich einer Verwesungsmief hortenden Hölle:
Die Eichel Recep Erdogans
Ein Teich gekippten Pferdeharns
Vermochte nicht an ihr Aroma zu reichen
Kein Dom voll weichgekochter Leichen
Könnte jene versengende Fäulnis entsenden
Wie ’ne Eichel, gestreichelt von Erdogans Händen
Schon als ein In-die-Hosen-Kacker
War er ein echter Motherfucker
Beim Drang auf Mamas Schoß zu rutschen
Ging’s bloß um: „Los hier – Pimmel lutschen!“
„Denn Frauen,“ lehrt sich Erdogan
„Sind Herdtier und mir Untertan!“
So war Recep Ätztyp Erdogan
Im Pre-K-Alter schon erfahr’n
Und seine ädrig durchknorpelte Schwellkörperpracht
War ihm immer zur Hand bei dem Weg an die Macht
Fast göttlich verstand Erdogan
Auch der Mullah Puller hochzufahr’n
Mit religiös verbrämter Kraft
Ging’s jetzt um den Alleinherr-Schaft
Und ganz oben, da keimt die Recep-Eichel
Umschleimt von Alte-Männer-Speichel
Und buttergelb verkästem Samen / Ja, fußgeruchgetauft sind alle
Ergüsse, die aus Erdi kamen / Und fermentiert in Retro-Galle
Und jeder, der von diesem Gestank noch nicht blind
Lehrt jetzt sein türkisch verwurzeltes Kind:
„Fass lieber Herd und Ofen an
Als irgendwas vom Erdogan!“
Wie könn’n wir Mutter Erd erspar’n
‚Nen weit’ren Tag mit Erdogan?
Bevor da wer ’nen Würgreiz kriegt
Sobald von der Türkei man spricht –
Eins der schönsten und spannendsten Länder Europas!
… in der Hand des der Steinzeit verpflichteten Opas!?
Entledigt euch seiner, oh, ihr freundlichen Leute
Tut’s mit Wut, notfalls Blut, aber tut es – noch heute!
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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