Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

  • Domkreuzgang & das eintausendsechste Gedicht

    Domkreuzgang & das eintausendsechste Gedicht

    Khayyam Replik 2

    Für die werten Gelehrten stimmt an eure Harfen
    Und ehret ihr Werk zur Erleuchtung von Schafen!
    So sehr sie in Finsternis blieben – es scheint
    Als könnten wir alle seither besser schlafen!


  • Cansignorio & das eintausendfünfte Gedicht

    Cansignorio & das eintausendfünfte Gedicht

    Verona

    Ganz oben ruht stolz wie in Sänften gemauert
    Das Rudel der Scaliger Hunde
    Ich stürz durch die Piazzas wie aufsaugetoll
    Tauch auch in arenige Runde

    Was sonst so vom Ewig das Jetzt überdauert‘
    Kann schwerlich ein Tag ganz erzählen
    Da gilt’s zum Passieren von Speicher und Zoll
    Den prägendsten Ausschnitt zu wählen


  • Castel San Pietro & das eintausendvierte Gedicht

    Castel San Pietro & das eintausendvierte Gedicht

    Die aufgegebene Fabrik

    Die aufgegebene Fabrik
    Flüstert immer noch Worte wie Kapazität
    Auslastungsgrad oder Marktpotential
    All die Willenskraft schwebt im Jahrhundertaspik
    Und gerät in die Strömung vom Nu-is-egal

    Des Gebäudes Geschichte ist längstens geschrieben
    Und ein Mörtelstrang ragt aus der Wandnostalgie
    Die Arbeit ward aus den Maschinen vertrieben
    Und harrt auf den Neustart – ich wüsste nicht wie

    Geschulterte Vermächtnisse
    Ruh’n in unsteten Schreinen der Handlangerei
    Untradiert über ein Handmanual
    Doch die Fertigkeit stummer Gedächtnisse wiegt
    Nur im Hain alter Mauern noch resthaft real

    Wie den Eifer und Schliff noch im Guten vergeuden?
    Allen Unterschied, den bald schon niemand mehr merkt?
    Du wirkst für die Aura von toten Gebäuden
    Und wirst von den Damalssekunden gestärkt


  • Brixen & das eintausenddritte Gedicht

    Brixen & das eintausenddritte Gedicht

    Oder halt bergsteigen

    Brixen, maul‘ ich unentschlossen, was soll man in Brixen tun?
    Schau‘ mir mein entblößtes Glied an, reim’s zusammen und brumm‘: Nun, …


  • Verona & das eintausendzweite Gedicht

    Verona & das eintausendzweite Gedicht

    Zur Aufmunterung

    Als wär‘ eine einmal vergebene Chance
    In der ganzen Welt nicht mehr zu finden!

    Als würde die ach-so-verfehlte Balance
    Sofort aus dem Orbit verschwinden!

    Als sei’n heikle Stellen so schmal konstruiert
    Dass jeder sie maximal einmal passiert!

    Nun, prinzipiell stimmt all das wohl …
    Doch immerhin gibt’s Alkohol!


  • Malcesine & das eintausenderste Gedicht

    Malcesine & das eintausenderste Gedicht

    Seen und geseen werden

    Die DDR-geborne Gerda war damals nie am Gardasee! –
    Wer, die Gerda? Die war doch eh’r da: Gerda, Star vom Garda!? – Nee,
    Erstes Mal war nach der Wende. –
    War mir gar nich‘ klar … – Tja! – ENDE


  • Südafrika revisited & das tausendste Gedicht

    Südafrika revisited & das tausendste Gedicht

    Zug der Tausend

    Der Zug der Tausend ist zu schnell beendet
    Lass uns Milliarden sein!
    Gedanken entäußern, die in uns verschwendet!
    Im Glanz unsres Harnischs vom prachtvollen „Nein!“


  • Gardasee revisited & das neunhundertneunundneunzigste Gedicht

    Gardasee revisited & das neunhundertneunundneunzigste Gedicht

    Italienische Reise

    Es stimmt, Johann Wolfgang, es ist diese Flora, die andre Geschichten erzählt
    Die Mitgift ans Dunkel verlorener Tage warnt: Wandrer, Du hast Dich verwählt!
    Hier sumpfen die Täler im Sonnenbenzin, hier lallt alle Landschaft Limone
    Hier prallt sich der Apfel, der Farb-DIN entgrenzt (auch ich fühl‘ mich plötzlich so ohne)

    Küstenwärts flüstert sich Südlichkeit ein, in den Seen plätschert etwas Karibik
    Mein Sächsisch berlinert sich seinsblümerant und pfeift durch die Zähne: Ditt lieb ick!
    Ein ahnender Duft stürzt aus fremden Gewächs, altrömische Gärten zu füllen
    Die Lust wird von Eidechsenzungen gedämmt, zur Brustgröße schwill’n die Papillen …

    Ja, wer sich zu einer Reise entschließt, ist im besten Fall völlig verschwunden
    Sobald dann daheim das Genießen verwaist, soll uns die Erinnerung munden!


  • Namibia revisited & das neunhundertachtundneunzigste Gedicht

    Namibia revisited & das neunhundertachtundneunzigste Gedicht

    Poesie 2.0

    Oh, konvenier mir, Wortmüllkitsch!
    Du Kotschmiere der Wohlfühlbitch!
    Du Elend von Gedicht!

    How sweet ist’s, Krokant mit Krokant zu bestreuseln!?
    Wie mitgefühlmassig das Vorhäutekräuseln!?
    Wie ehrlich dein Gesicht!

    Im hohlgephrästen Geprahle von Mut
    Wo man etwas sagt, weil’s scheint’s sonst niemand tut!
    Wird Ekliges zur Pflicht …


  • Helgoland revisited & das neunhundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Helgoland revisited & das neunhundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Bei meiner Lesebühne P&P wünschten sich die Zuschauer mit großer Mehrheit ein Ripostegedicht auf Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Ich nahm mich der Aufgabe an, unter besonderem Fokus darauf, das Gedicht in einer einem Staatsmann angemessenen Qualität zu verfassen – nicht wie die eher dahingerotzten Böhmermann-Verse, die vermutlich vor allem auch wegen mangelnder lyrischer Qualität beanstandet wurden.
    Ich bin bei der bereits etablierten Unterleibsthematik geblieben – weswegen hier im Netz auch nur die „entschärfte“ Version veröffentlicht wird. Vielleicht ja ein Beitrag zur Befriedung des aufgekommen Streits.

    Die Eichel Recep Erdogans (Ein respektvolles Schmähgedicht)

    Altersfleckgrindig, vom Speckglanz gefettet
    Zuckt nach ’nem Spuckkrampf, nun ölig gebettet
    Im spermaverkrusteten Schamhaargewölle
    Gleich einer Verwesungsmief hortenden Hölle:
    Die Eichel Recep Erdogans

    Ein Teich gekippten Pferdeharns
    Vermochte nicht an ihr Aroma zu reichen
    Kein Dom voll weichgekochter Leichen
    Könnte jene versengende Fäulnis entsenden
    Wie ’ne Eichel, gestreichelt von Erdogans Händen

    Schon als ein In-die-Hosen-Kacker
    War er ein echter Motherfucker
    Beim Drang auf Mamas Schoß zu rutschen
    Ging’s bloß um: „Los hier – Pimmel lutschen!“
    „Denn Frauen,“ lehrt sich Erdogan
    „Sind Herdtier und mir Untertan!“

    So war Recep Ätztyp Erdogan
    Im Pre-K-Alter schon erfahr’n
    Und seine ädrig durchknorpelte Schwellkörperpracht
    War ihm immer zur Hand bei dem Weg an die Macht
    Fast göttlich verstand Erdogan
    Auch der Mullah Puller hochzufahr’n
    Mit religiös verbrämter Kraft
    Ging’s jetzt um den Alleinherr-Schaft

    Und ganz oben, da keimt die Recep-Eichel
    Umschleimt von Alte-Männer-Speichel
    Und buttergelb verkästem Samen / Ja, fußgeruchgetauft sind alle
    Ergüsse, die aus Erdi kamen / Und fermentiert in Retro-Galle

    Und jeder, der von diesem Gestank noch nicht blind
    Lehrt jetzt sein türkisch verwurzeltes Kind:
    „Fass lieber Herd und Ofen an
    Als irgendwas vom Erdogan!“

    Wie könn’n wir Mutter Erd erspar’n
    ‚Nen weit’ren Tag mit Erdogan?
    Bevor da wer ’nen Würgreiz kriegt
    Sobald von der Türkei man spricht –
    Eins der schönsten und spannendsten Länder Europas!
    … in der Hand des der Steinzeit verpflichteten Opas!?

    Entledigt euch seiner, oh, ihr freundlichen Leute
    Tut’s mit Wut, notfalls Blut, aber tut es – noch heute!


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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