Sehnsuchtslang senkt sich mein Blick
In das leere Tal –
Ach, Kafire, kehrt zurück,
Segnet unser Mahl
In der verödenden Eintönigkeit!
Dies Dorf durchdröhnt eine Kleingeistigkeit:
Daseinsstumpf stirbt jedes Fest,
Schönheit wird verhöhnt –
Ach, dass ihr mit diesem Nest
Wieder euch versöhnt,
Bin ich von Gott zu erfleh‘n noch bereit.
Denk es in Handschweiß, denk es in Plastik –
Weiß wohl, du denkst: Scheiß Gedankengymnastik!
Das gräuliche Vergilben
Der Computertastatur,
Der Chor der Hausstaubmilben
In Ritzen dort singt, nur
Es hapert an Verständlichkeit:
Auch digital herrscht Endlichkeit.
Denk’s in Accounts-, Clouds- und Updates-Verwalten –
Weiß wohl, du denkst: Das bleibt ewig erhalten!
Ich biete heut die Bettelschale
Umgedreht dir dar –
Dies nimm fortan zum Warnsignale,
Dass ich nicht mit Gna-
De deinen Grund der Schuld abzahle,
Tat’s vordem ich zwar –
Jetzt bleibt der Almosendienst dir verwehrt,
Ich bleibe mittellos, du bist entehrt.
Oh Kraftwerk, oh Schalttafel, oh Apparat!
In euch dampft der Mythos vom Neuaufbruch,
Der Schneisen von frischer Erkenntnis und Tat.
Gebräuchlicher Fortschritt schien nicht nur ein Spruch,
Sondern ein vernehmbarer Einspruch zu sein –
Doch hielt man dies bald durch Vernehmungen klein.
Der Euphor ob berauschender Dienstbarkeit
Von Kraftwerk, von Schalttafel und Apparat
Las sich als Vertrag einer harmfreien Zeit.
Doch unter dem Hoffnungsflor gärte die Saat
Von Gartenerträgen der Mähdrescherei,
Der Umbruch versiegte in mehr Tyrannei.
In das Jahrhundern der Hoffnungsmaschinen
Entfaltet sich wieder der Glaube daran,
Möglichkeit könne der Möglichkeit dienen
Für das mähliche Nähern vom Irgendwann.
Doch Tastflächendruckkraft verschließt nicht die Naht
Zum Kraftwerk, zur Schalttafel, zum Apparat.
So viel Leute, wenig Plätze …
Mitten in der Meute ätze
Ich: „Is‘ klar – die Deutsche Bahn!“
Geistentleert im Größenwahn.
„Boah, ich krieg‘ hier noch die Krätze!“,
Deklamiere ich und hetze:
„Könn’n wir jetzt mal weiterfahr’n –
Oder was is‘ hier der Plan?“
Doch:
Nicht ein Ton beseelt die Sätze,
Einzig Mimik taugt als Petze.
Das mag ich der Welt erspar’n –
Zu erfahr’n, dass ich’s nicht schätze:
Viele Leute, wenig Plätze.