Sri Lanka

Malabarhornvogel & das eintausendzweiundachtzigste Gedicht

Malabarhornvogel Paar

Deine Beleidigungen

Ich ließ mich drauf vereidigen:
Die Art, mich zu beleidigen
Zur Kunst zu machen, beherrscht nur du!
Ach, wie gern hör ich dir zu ...

Wie tief wie produktiv du bist!
Wie wendig du mich endlos disst!
Ergiebigkeit krönt deine Maschen,
Die mich stetig überraschen.

Dumpf verklumpte Nettigkeiten
Mögen uns ins Bett geleiten -
Denn Schwärmerei benötigt nicht viel,
Ist vom Anspruch unsubtil.

Deinen Zank, der niemals langweilt,
Ehr ich so, dass hier nun Dank zeilt!
Denn seine Brisanz verwebt uns zwei
Zu ewig währ'nder Bändelei!

Felsentempel & das eintausendeinundachtzigste Gedicht

Im Felsentempel von Dambulla

Die Gentrifizierung

Ein bisschen Heimat lasst mir noch
In euren neuen Metropolen!
Ich machte mich schon klein und doch
Wurd' das wertlos mir Teure
Zum Unnutz das eure -
Im Rausch der Option mir gestohlen!

Wollhalsstorch & das eintausendachtzigste Gedicht

Wollhalsstorch

Vie niedlich! (Abschied vom Flugzeug-F)

Vögelchen Vriedrich
Vögelte friedlich
Vrauke, seine Vogelfrau

Ob solch rarer Harmonie
Bei der Paarung, schreibt man sie
Beide nun mit Vogel-V

Yalla & das eintausendneunundsiebzigste Gedicht

Leopard im Yalla Nationalpark

Leopards

Durchs Gestrüpp huscht ein Schatten gefährliches Sein
Als ein mahnendes Ahnen: Du bist nicht allein
Und durch Reißzähne zischeln sich düstre Geschichten

Hier horten sich Handstreiche, dich zu vernichten

Du kannst hier nur zurück und vor
In deinem schmalen Korridor
Und beiderseits entleert sich Wald

Und jederherz schweigt sehr sehr bald

Dambulla & das eintausendachtundsiebzigste Gedicht

Chipstüten am Straßenshop in Dambulla

Vom Duften

Heiße Luft bläht die Blüten der Chipstütenrispen
Und die Tuk Tuks hupen wie Grillenkonzerte

Wie viel kann der Duft aus den Straßenbaumknospen
An Süße und Orient noch für Nüsse verschenken?

Als gelte sein Zauber alleine dem Strömen

Im Mantel verwandelter Mädchenbrustknospen
Feiert seinen Bestand als das bald schon Verzehrte:

Die Luft in den Blüten der Chipstütenrispen

Colombo & das eintausendsiebenundsiebzigste Gedicht

Der Geschenkwunsch (ein marginalweihnachtliches Gedicht)

„Mit Strullpullover“,
Schwärmte Willma,
„Wär mir wärmer an der Vulva -
Coloriert wie Vollmichpulver!“

Wohlwahr!

Wir woll‘n ma’ Willmas Vulva
Mit Mullverbänden
Cool verzieren!
Bei
Voluminösen
Mösen
Muss man
Manchmal involvieren!

Pfauen & das eintausendsechsundsiebzigste Gedicht

Tanzender Pfau im Yalla Nationalpark

Pfau, nicht Pfui

Du Belanglosigkeit zoologischer Gärten
Wirst nicht mal richtig eingesperrt!
Zwar bist du bepudert mit äußeren Werten
Von Spektakularität aber entleert

Doch dich hier nun als Hähnchenersatz anzuschauen
Nach dem sämtliche Pranken der Raubkatzen hauen
Wo dein purstes Gewöhnlichsein zählbarer ist

Zeigt erst, wie sinnlos schön du bist!

Sigirija Palace & das eintausendfünfundsiebzigste Gedicht

Sigirija Palace

Sisters in Rage at Ancient Places

Momente, die in das Unendliche ragen
Fürchten nicht den Horizont
Ihr mögt euch stolz brüsten mit cleveren Fragen

Es klingt immer nach Willen, doch niemals gekonnt

Axishirsch & das eintausendvierundsiebzigste Gedicht

Axis im Yalla Nationalpark

Der Hirsch als Kulturfolger

Ein Axis
In Uggs is'
Ein seltener Anblick!
Hier
Längst mit den Haxen
Der It-Girls verwachsen -
Sind Uggs für den Axis-
Hirsch
Irgendwann auch chic!

Flughunde & das eintausenddreiundsiebzigste Gedicht

Flughundebäume bei Thanamalwiwa

Und schließlich mein drittes Ripostegedicht zu Fontanes "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland"

Herr von Ribbeck junior im Havelland

Herr von Ribbeck junior im Havelland
Ein Birnbaum auf seinem Erbgrund stand
Und kam die goldene Herbsteszeit
Rief er: "Ihr lieben Bauernleut'

Ward schon als Kind nicht reich an Hirnen
Doch pflegtet ihr, die weichen Birnen
Euch cool und geschwind in die Mäuler zu drücken -
Nun sollt ihr dies Zeug für die Kühlhäuser pflücken!

Ihr nennt mich zwar den Knausersohn
Doch zahl ich euch den Mindestlohn!
Der reicht für euch (plus Family)
Für ein McDonald's-Sparmenü!

Ich weiß, dass es meinen Herrn Vater nicht störte
Dass das, was ihr aßet, euch gar nicht gehörte
Doch stillt ein Empfangen von mildtät'gen Gaben
Ja nicht das Verlangen nach Mehrung von Haben!

Wer immer alles gleich verzehrt
Wohl niemals seinen Reichtum mehrt!
Ich weise den Weg euch zu kostbarer Währung
Und fort von dem Joch bloßer Rohkosternährung!

Denn kommt die goldene Herbstzeit
Stell ich euch ein zur Lohnarbeit!

Wofür du deinen Lehnsherrn lobst
Ist nicht der Freibezug von Obst!
So hat euch mein Vater zufrieden gestellt
Aber ich öffne euch nun die Tore zur Welt!"

Bald wurd'n die Blagen ründlich breit
Im Havelland, zur Gründerzeit

Und gleich wurde vom Volk er erfolgreich genannt:
Der Herr von Ribbeck junior im Havelland

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