Dieser trubelversandende Abzweig führt
Als einer wie andre zum Anschein vom Fernab
Maskiert als ein Fleck, der galant unberührt
Hier wechselt die Strömung nach „wie ich’s grad gern hab!“
Schon ist der Kanal nur noch Spiel mit der Ruhe
Und schwappt so gelinde zum Klappern der Schuhe
Man irrt wie auf Ansage durch diese Gassen
Die wirken wie gleichsam verirrt in die Stadt
Gespurt über solch atmosphärende Trassen
Ist man vielleicht skeptisch, doch sicher nicht satt!
Der Start in in dritte Woche nach Re-Aktivierung dieses Blogs. Wie versprochen, soll es 2017 fünf Gedichte pro Woche geben. Eigentlich an jedem Werktag. Aber manchmal bin ich als mobiler Offliner etwas spät dran … Geduld – am Ende werden es spätestens zum Sonntag fünf Gedichte sein!
Bärenhunger
Ein paar Tage vor dem Fasten
Hasten all die Cineasten
Nach Berlin – zur Berlinale
Und verteilen zum Finale
Fast erlegt – das Fell der Bären
Unter den’n, die fällig wären
Den’n hingegen nichts verlieh’n
Die da hungern statt zu fasten –
Sie dreh’n sich nochmal gen Berlin
So wie fast alle Cineasten
Das meiste der Welt findet hier gar nicht statt
Ich bekomm‘ hier noch nicht mal ’n Handysignal
Und doch gibt’s hier Arten und Daseinsdruck satt
Erscheint ob der Vielfalt so vieles egal
Bald werd‘ ich mich wieder bei Facebook einloggen
Mir für einen Link-Wink die Seele ausbloggen
Als hätt‘ ich es nicht hier – fast schwelgend – genossen
Den Wellen zu lauschen
Dem schäumenden Rauschen
Im Off von den Strömen der Daten umflossen
Der hässliche Kaffee kann sehr hässlich sein
Doch schmeckt er auch grässlich – er muss in mich rein!
Das bin ich den Bohnen
Die tief in ihm wohnen
Gereift und geröstet, doch mindestens schuldig
Man kann sich gewöhnen
Ans Schluck-um-Schluck-Stöhnen
Die tropische Bergwelt gebahr ihn geduldig!
Protestiert auch der Gaumen und der Magen sagt: „Nee!“
Er bleibt als Vermutung noch immer: Kaffee
Zurück am Entstehungsort meines Gedichts „Hinten im Korn“ – elf Jahre später.
Der Wege wegen
Wenn ich ’nen Pfad hark‘
Dann tu ich’s im Park
Denn draußen vom Park
Steht kein Harkzeug parat
Was auch weiter nicht schad‘
Weil dort gibt’s auch kein‘ Pfad
Denn wenn ich ’nen Pfad hark‘
Dann tu ich’s im Park
(Es braucht ja gar kein Argument –
Man tut nur das, was man auch kennt)
Ich hab mich mit einigen Wassern gewaschen
Verkühlt an dem Inhalt von mancherlei Flaschen
Bin stetig in innere Bäder versunken
Ein guter Freund lobt: „Der ist ständig betrunken!“
Wie schmal auch der Flaschenhals – ich ließ es fließen
Den Strom meines Reibachs in Gläser ergießen
Dir, Wirt, jedenfalls blieb ich niemals was schuldig
Drum bleib auch im Überdruss etwas geduldig!
Wir kriegen das gewisslich hin
Wenn ich erst wieder flüssig bin!
Wem man so beim Spaziergang begegnet. Auf vielfachem Wunsch: ein Spinnengedicht! Was man nicht sieht: Im Netz hing ein wunderschöner, halb verwitterter Morphofalter.
Die binomischen Formeln der Insektenphobie
Spinnen drinnen?
Braucht man Mut!
Spinnen draußen?
Auch nicht gut …!
Und in Spinnen innendrin?
Klingt nicht grad nach Hauptgewinn!
Gut? … da alle einig grienen
Widmen wir uns nun den Bienen:
Bienen drinnen?
Etc. etc.
Wem man so alles im Garten begegnet. Das tatsächlich lauteste Tier der Welt. Versammelt sich jeden Morgen um halb Acht neben meiner Hütte und grölt.
Brüllaffe (Punks not dead)
Du musst nicht gut sein, aber laut
Wer hätte dir das zugetraut
Dass all die streng gesetzten Hürden
Dich gar nicht int’ressieren würden?
(Derweil sie denken, du kannst nicht versteh’n
Hangelst du dich von der Acht auf die Zehn)
Und mosert wer: „Ganz schön bequem!“ – sagst du: „Nein
Die Lautstärke Halten kann anstrengend sein!“
Wo And’re von And’ren Gelehrtes verwalten
Musst du stetig Nichts zu was Großem gestalten
Wem man so alles im Garten begegnet. Ich hatte die unruhigen Bewegungen im Teich hinter meiner Hütte immer für einen nervösen großen Fisch gehalten. Heute sehe ich: Es ist ein – wenn auch sehr kleines – Krokodil! Da habe ich mich schon gewundert. Im Bild unten rechts zwischen den zwei Halmen ein wenig zu erkennen.
Kindliches Schoßgedicht zur neckischen Angsteinflößung
Da ist
Ein Krokodil im Gartenteich!
Erwartete nur Krötenlaich
Rasch abgetaucht zwar, sah ich gleich:
Da harrte was im Gartenteich!
Was frisst
Im Gartenteich ein Krokodil?
In seinem Reich gibt’s nicht so viel …
Es will doch wachsen? Sicherlich
Wenn du kurz wegguckst – frisst es dich!