Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Eine Kosmosfülle Gutgemeintes
Erstreckt sich in die Gassen.
Durch der Fassade Gipspracht scheint es:
So müsst’es halbwegs passen,
Dass Motivation und Erfolg sich mal küssen!?
Der Überstrich fordert: Sie müssen, sie müssen!
Doch nichts passiert. Nein, der Verfall
Ermächtigt sich hier überall
Der quasi unbenutzten Stadt
Und plündert das gemachte Nest
Für das so schmuck garnierte Fest,
Das niemals stattgefunden hat.
Alle Rechte bei Ute Kratzer, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.
Bin gewiss, dass ihn jeder, der reist, sehr gut kennt:
Den Hotelzimmer-erstmals-Betreten-Moment.
Wenn der erste Blick in den geöffneten Raum
Den Begeisterungssturm drückt auf Windstärke „kaum“,
Dich juchzig ins neue Plumeau schmeißen lässt
Oder unschlüssig bleibt vor dem praktischen Test –
In der Bleibe auf Zeit wird dein Kurzschicksal tagen.
Und mehr lässt sich nicht auf den ersten Blick sagen.
Die Berggipfel strahlen aus vielfacher Ferne,
Wenn sie trotz Aprilhochs noch schneebedeckt sind.
Im Sommer ersteigt man Erhabenheit gerne
Und ist ob der leichten Erreichbarkeit blind –
Doch das Gondelgedöns rattert bloß Blasphemie!
Klar, so groß wie die Berge, das werden wir nie –
Jedoch unerreichbar woll‘n wir sie nicht nennen!
Nach Fahrscheinkauf rauf richten wir die Antennen
Nebst den Mitgliedschaftsantrag für unsern Verein.
Im April gilt: Was abweist, ist Weis/sheit allein!
Ich sag‘s dir (ungefragt), mein Schatz,
Ein Dichter braucht nen Dichtungsplatz!
Bei klarer Luft, im warmen Lichte
Wird er gewahr dem Versgeschichte,
Auf das er faul sich niederfläzt:
„Erzähl, Natur, was du mir rätst!“
Des muntren Baches Murmelklirren,
Der Summinsekten brummig Schwirren,
Die Heiterkeit der Vögelein,
Das Und-so-weiter flößen ein,
Dass ich hier weilend Zeile tanke.
Wer trocknet mir heut die Sonne ab,
Wischt Dunst und Pfützen auf?
Wer lockt die Besonderheit aus ihrem Grab,
Wer pfeifft zum ersten Lauf?
Wir hab’n uns durchhalbgare Stunden gequält,
Wollen endlich die Lohntüten leeren,
Wir hab’n weder Lumen noch Grade gezählt –
Wir wollten uns längst schon beschweren!
Da lichtet sich des Zwielichts Spot(t) –
Aus ist’s mit trübem Fischen!
Es scheint … uns hilft ein junger Gott,
Die Sonne frei zu wischen.
Der stille Charme von Sehnsuchtsorten
Will beinahe beschämen –
Wenn uns statt Überraschungstorten
Besinnlichkeiten zähmen,
Die alle so erwartbar waren
Und doch von Sättigungsgefahren
So unnachahmlich fern!
Unter eines Ladas Haube
Nagt der Klan der Marder Taube
Vaters Bauch wär nicht so’n leerer,
Wär’er nicht Alleinernährer.
Doch
Marder-Mama war einmal –
Hängt schon längst am Marderpfahl.
Nach dem Mahl mahnt Vater Marder:
„Warte grad ma hier am Lada!
Küken-Kuchen als Dessert
Bring ich zum Verzehr noch her!
Bleib du, Madel, brav im Lande –
Ma‘ ma Papa keine Schande!“
So sprach Vater und entwich
Marders Mädel aber schlich
Zu dem Lada-Ladekabel
Kappt’s mit seinem Marder-Schnabel.
Nach hartem Schlag der Varta-
Batterie briet da am Lada
Ein bald gut gegarter Marder!
Klar, dank derart Bratgrad-Hader
Barst die zarte Halsschlagader –
Wie erwartbar naht da’n Marder
Gradewegs dem Pfad ins Nada. Schada.
Vater Marder sah die Kleine
Denkt: „Nu gilt’s, den Küken-Kuchen
Augenblicklich umzubuchen!
Den ess ich jetzt alleine!“